Starkregen sorgte für Überschwemmungen

Heftige Unwetter in Teilen Österreichs

Montag, 29. Juni 2020 | 20:29 Uhr

Heftige Unwetter haben seit Sonntagabend die Feuerwehren in Kärnten, Salzburg und Oberösterreich auf Trab gehalten. In der Kärntner Gemeinde Metnitz (Bezirk St. Veit/Glan) wurden Keller überflutet und eine Ortswasserleitung beschädigt. Im Salzburger Flachgau fielen innerhalb einer Stunde bei der Messstelle Mattsee 35 Liter Regen. Am Montag wurde dann die Steiermark von Unwettern heimgesucht.

Das Unwetter mit Starkregen hatte in Kärnten gegen 18.45 Uhr begonnen – ein Bach trat über die Ufer, in den Ortschaften Oberhof und Unteralpe musste die Feuerwehr mehrere Keller auspumpen. Die Metnitztal Landesstraße wurde an mehreren Stellen unterspült und überflutet sowie von umgestürzten Bäumen blockiert. Die Straße musste bis 22.00 Uhr gesperrt werden. In der Ortschaft Mödring wurde die Ortswasserleitung beschädigt, bis Montagfrüh gab es hier noch keine Wasserversorgung.

Im Vellachtal wurden rund 20 Kilometer des ländlichen Wegenetzes schwer beschädigt. Ein Bauernhof war vorerst von der Außenwelt abgeschnitten. Die Freiwilligen Feuerwehren Metnitz, Grades, Glödnitz und St. Salvator standen mit etwa 80 Feuerwehrleuten im Dauereinsatz.

Am Montagnachmittag sorgte eine neuerliche Unwetterfront in Kärnten für rund 25 Feuerwehreinsätze. Die Helfer hatten es unter anderem mit blockierten Fahrbahnen durch umgestürzte Bäume und überfluteten Kellern zu tun.

Eine Gewitterfront mit Starkregen setzte Salzburg Sonntagabend zu. In Summe mussten die Feuerwehren von zehn Orten zu insgesamt 45 verschiedenen Einsätzen ausrücken. 306 Feuerwehrleute halfen dabei, Keller auszupumpen, Verklausungen zu entfernen oder Wasser von überfluteten Straßen zu entfernen. In einem Fall musste auch ein umgestürzter Baum entfernt werden. Schwerpunkt der Niederschläge war der Bereich von den Trumer Seen bis zum Wallersee.

In Oberösterreichs westlichen Bezirken Braunau und Vöcklabruck sorgte eine Unwetterfront für Überflutungen. Die Folge waren mehr als 120 Einsätze von 30 Wehren nur in den Gebieten von St. Pantaleon und Zell am Moos. Die Wassermassen seien “kaum beherrschbar” gewesen. Innerhalb kurzer Zeit wurden in den beiden Regionen Felder und Straßen vermurt oder unterspült, zahlreiche Keller wurden mit Wasser und Schlamm geflutet. Die Wehren hatten die ganze Nacht “alle Hände voll zu tun”, so das Landesfeuerwehrkommando weiter.

Heftige Niederschläge, Sturmböen und Gewitter sind schließlich am Montag durch Teile der Steiermark gezogen und haben Schäden angerichtet. Rund 1.150 Feuerwehrmänner und -frauen rückten wegen Unwetterschäden zum Dienst aus. Besonders im Osten und Süden der Steiermark sorgten Starkregen, Hagel und Sturm für überflutete Straßen, überschwemmte Keller und abgedeckte Häuser. Das Dach des Turnsaals der Volksschule Flöcking bei Gleisdorf wurde komplett abgetragen. Im Turnsaal stand das Wasser.

Die Österreichische Hagelversicherung beziffert den Gesamtschaden in der Landwirtschaft mit acht Millionen Euro. Betroffen war eine Fläche von 8.000 Hektar, ergaben erste Erhebungen. Murenabgänge, Überschwemmungen und teilweise golfballgroße Hagelkörner hinterließen auch in der Landwirtschaft vielerorts ein Bild der Verwüstung. Besonders geschädigt wurden in den Bezirken Hartberg-Fürstenfeld, Südoststeiermark und Weiz sämtliche Ackerkulturen, aber auch Wein- und Obstanlagen sowie Gemüsekulturen wurden zerstört.

Heftige Unwetter haben am Nachmittag auch die Feuerwehren in Weichselbaum und Mogersdorf (Bezirk Jennersdorf) im Südburgenland auf Trab gehalten. Vier Feuerwehren rückten aus, um die Schäden zu beseitigen.

Von: apa

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