Eine Idee für Südtirol?

Herdenschutzhunde aus den Abruzzen schrecken Wölfe ab

Montag, 16. Mai 2022 | 09:13 Uhr

Bozen – Um den Attacken von Wolfsrudeln auf das Vieh Herr zu werden, setzt man in den Abruzzen auf Herdenschutzhunde. Dabei handelt es sich um eine eigene Züchtung. Ob diese Hunde auch in Südtirol hilfreich sein könnten, muss erst überprüft werden.

Obwohl sie auf den ersten Blick völlig entspannt wirken, sind die Hunde stets wachsam. Die Herdenschutzhunde aus den Abruzzen, die in engen Kontakt mit den Weidetieren leben, sollen die Wölfe allein durch ihre Präsenz abschrecken. Doch sie werden auch aktiv, falls Bedarf besteht: Wittern sie Gefahr, treiben sie die Schafe zusammen und verteidigen sie vor Angreifern aus der Wildnis.

Gleichzeitig versuchen die Hunde, die Viehherde aus der Gefahrenzone zu bringen. Wie erfolgsversprechend so ein Unterfangen auch in Südtirol wäre, müsste erst überprüft werden.

Seit Jahren wird auch bei uns immer wieder von Wolfssichtungen berichtet. Für Aufregung bei den Bauern sorgen vor allem die Risse von Schafen und anderen Weidetieren. Die Landwirte argumentieren, dass Herdenschutzzäune bei uns aufgrund der landschaftlichen Gegebenheiten vielerorts nicht wirklich funktionieren. Könnten Herdenschutzhunde aus den Abruzzen das Problem lösen und ein Zusammenleben zwischen Mensch und Wolf ermöglichen?

Wölfe greifen Vieh vor allem dann an, wenn sie merken, dass die Weidetiere unbewacht sind und sie daher auf ihrer Jagd ein geringes Risiko eingehen. In den Abruzzen wurde das Projekt der Herdenschutzhunde von lokalen Institutionen und der Universität von Bari vorangetrieben, berichtet die italienische Tageszeitung Alto Adige.

Eine Gemeinde, die dabei an vorderster Front steht, ist die Ortschaft Massafra in der Provinz Taranto. „Wir haben seit Beginn an dieses Projekt geglaubt. Jetzt können wir von ersten positiven Ergebnissen berichten“, zeigt sich Bürgermeister Fabrizio Quarto überzeugt. Der Einsatz der Hunde habe sowohl für Schutz der Weidetiere als auch der Viehzüchter gesorgt. Bei Betrieben, die in der Vergangenheit von Wolfsattacken berichteten und die auf die Herdenschutzhunde umgestiegen sind, sollen die Risse um 100 Prozent zurückgegangen sein.

Biologen halten den Wolf in den Abruzzen für einen entscheidenden Bestandteil des Ökosystems. Die Herdenschutzhunde wurden zunächst vier landwirtschaftlichen Betrieben kostenlos anvertraut und an ein enges Zusammenleben mit den Schafherden gewöhnt. Die Hunde haben sich untereinander vermehrt und die Jungtiere wurden anschließend anderen Betrieben weitergegeben.

Von: mk

Bezirk: Bozen

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