Katastrophenhilfszüge aus ganz Tirol ins Sellrain- und Paznauntal

Hunderte Notrufe wegen Stromausfall in der Leitstelle Tirol

Donnerstag, 11. Juni 2015 | 13:40 Uhr

Sellrain – Seit den Katastrophen-Unwettern vom Wochenende hat die Feuerwehr bisher  rund 3.000 Mann im Sellrain- und Paznauntal zum Einsatz gebracht. Darunter waren auch zehn Katastrophenhilfszüge aus ganz Tirol. Das Bundesheer kommt bis morgen, Freitag, auf 1.600 Manntage. Für den Verkehr gesperrt bleibt die kommenden Tage die Verbindung zwischen Gries und Sellrain wegen Hangrutschgefahr. Die Leitstelle Tirol war gestern Abend wegen hunderter Auskunftsanrufe zum Stromausfall in und um Innsbruck stark unter Druck.

„In Sellrain und See wurden insgesamt zehn Katastrophenhilfszüge aus ganz Tirol eingesetzt. Ein herzliches Dankeschön für die ehrenamtliche Hilfe, die aus allen Tiroler Bezirken gekommen ist“, freut sich LHStv Josef Geisler über die landesweite Solidarität der vielen FeuerwehrkameradInnen, die für dieses Engagement teilweise auch extra Urlaub genommen haben. Großes Lob drückt der Sicherheitsreferent auch dem Bundesheer aus: „Sie haben in kurzer Zeit schon rund 1.600 Manntage geleistet.“

Landesfeuerwehrkommandant Peter Hölzl: „Seit Einsatzbeginn haben wir rund 3.000 Feuerwehrleute in den Katastrophengebieten eingesetzt. Der Einsatz von zehn Katastrophenhilfszügen in kürzester Zeit aus allen Teilen des Landes zeigt die Bedeutung dieser Einheiten auf besonders eindrückliche Art auf.“

Die Sellraintalstraße zwischen Gries und Sellrain bleibt bis zum Abschluss provisorischer Hangsicherungsmaßnahmen gesperrt. „Die Sperre wird einige Tage dauern. Derzeit ist die Straße nur für den Baustellenverkehr befahrbar“, informiert Gunther Heißel, Leiter der Landesgeologie.

Schwere Schäden an den Galerien der Sellraintalstraße

Mittlerweile sind Techniker des Landes auch in die Schluchtstrecke der Sellraintalstraße vorgedrungen und haben schwere Schäden an den Straßengalerien entdeckt. Die Sanierungsarbeiten werden mehrere Wochen in Anspruch nehmen.

Hunderte Notrufe in der Leitstelle wegen Stromausfall

Der abendliche Stromausfall in Teilen Innsbrucks und seiner Nachbardörfer hat innerhalb weniger Minuten zu hunderten Anrufen in der Leitstelle Tirol geführt: „Bitte bei einem Stromausfall nicht in der Leitstelle für Auskunftstätigkeiten anrufen. Nur bei einem echten Notfall wie beispielsweise wenn Personen in einem Lift steckengeblieben sind“, richtet Bernd Noggler, Geschäftsführer der Leitstelle Tirol, einen Appell an die Bevölkerung.

„Wir hatten zur gleichen Zeit auch ein Brandereignis und es wäre gefährlich, wenn ein wirklich großer Notfall unter vielen kleinen Auskunftsgesprächen zu lange in der Leitung warten müsste.“ Wegen der vielen Auskunftsanfragen musste die Leitstelle Tirol sogar weitere DisponentInnen nachalarmieren.

Von: ©land tirol