Wuhan von massiven Überschwemmungen betroffen

Hunderte Tote bei Überschwemmungen in China und Nepal

Montag, 13. Juli 2020 | 17:18 Uhr

Bei schweren Überschwemmungen und Erdrutschen in China sind mehr als 140 Menschen ums Leben gekommen oder vermisst gemeldet worden. Betroffen sind vor allem Städte und Gemeinden entlang des Jangtse-Flusses, darunter auch die Metropole Wuhan. Mehr als 30 Flüsse im Zentrum und Osten Chinas führen inzwischen Rekord-Hochwasser mit sich, hieß es von offizieller Seite. Auch in Nepal starben Dutzende.

Heftiger Regen und Überschwemmungen begleiten jeden Sommer die Menschen in den betroffenen Regionen – vor allem im dicht besiedelten chinesischen Jangtse-Becken. Seit Ende Juni regnet es aber praktisch ununterbrochen, und in der vergangenen Woche wurde der Regen so heftig, dass die Behörden ihre Warnstufen weiter erhöhten. Mehr als 28.000 Häuser sind demnach bereits zerstört und fast 38 Millionen Menschen betroffen.

Aufnahmen im Staatsfernsehen zeigten am Wochenende zahlreiche überflutete Gemeinden und Städte. In einigen Gegenden reichte das Wasser bis zu den Dächern, in anderen wurden Häuser von Erdrutschen mitgerissen, die sich von den Hügeln lösten.

Besonders betroffen sind die Megametropole Chongqing im Südwesten Chinas, die Provinzen Anhui, Zhejiang und Jiangsu im Osten sowie die Provinzen Jiangxi, Hunan und Hubei mit der Hauptstadt Wuhan im Landesinneren. Im elf Millionen Einwohner zählenden Wuhan, dem Ausgangspunkt der Corona-Pandemie, erreichte der Jangtse den dritthöchsten Pegel in seiner Geschichte – und dürfte in dieser Woche weiter anschwellen.

Angesichts der dramatischen Lage rief Staatspräsident Xi Jinping die örtlichen Behörden auf, alle Kräfte zur Rettung gestrandeter Menschen und einem Ausbau des Hochwasserschutzes zu mobilisieren.

Der Jangtse ist nach dem Nil und dem Amazonas der drittlängste Fluss der Welt. Die Regensaison sowie die Gletscherschmelze im Hochland von Tibet, seinem Quellgebiet, sorgen jeden Sommer für Überschwemmungen. Seit Jahrzehnten verschärft sich das Problem jedoch durch den Bau von Staudämmen und Schutzdeichen. Umweltschützer warnen zudem, dass die zunehmende Gletscherschmelze im Himalaya aufgrund der Klimaerwärmung zu weiteren Verheerungen führen dürfte.

In Nepal sind während der vergangenen Tage mindestens 66 Menschen nach Erdrutschen und Überflutungen gestorben. Diese wurden durch den starken Monsunregen ausgelöst, der seit Mitte der vergangenen Woche anhält. Mindestens 40 weitere Menschen würden noch vermisst, hieß es vom nationalen Katastrophenschutz am Montag.

Die starken Regenfälle sollten laut Wetterdienst noch mindestens bis Dienstag dauern. Die Monsunzeit dauert in Südasien gewöhnlich von Juni bis September. Zwar ist der Regen für die Landwirtschaft lebenswichtig, er richtet aber auch immer wieder große Schäden an.

Von: APA/ag.