Besonders stark betroffen vom Hunger sind Kinder

Hunger in der Welt nimmt laut UNO weiter zu

Montag, 13. Juli 2020 | 16:41 Uhr

Die Zahl der Menschen, die unter Hunger und Unterernährung leiden, nimmt weiter zu. “Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass fast 690 Millionen Menschen oder 8,9 Prozent der Weltbevölkerung hungrig sind”, teilten mehrere UN-Organisationen am Montag in ihrem jährlichen Bericht zur Ernährungslage mit. Das entspricht zum Vorjahr einem Anstieg um zehn Millionen chronisch Unterernährten.

Der Bericht wurde unter anderem vom Kinderhilfswerk Unicef, der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Organisation für Nahrung und Landwirtschaft (FAO) erstellt. Demnach waren 2019 schätzungsweise zwei Milliarden Menschen – ein Viertel der Weltbevölkerung – von “mäßiger oder schwerer Ernährungsunsicherheit” betroffen. Die Zahlen sind seit 2014 leicht steigend.

Das UN-Ziel, dass bis 2030 niemand mehr chronisch unterernährt ist, werde voraussichtlich verfehlt, warnten die Experten. “Wenn sich die jüngsten Trends fortsetzen, wird die Zahl der vom Hunger betroffenen Menschen bis 2030 auf über 840 Millionen ansteigen.”

Besonders betroffen sind dem Bericht zufolge Kinder. Demnach waren 2019 gut 21 Prozent der Kinder unter fünf Jahren ernährungsbedingt unterentwickelt, 6,9 Prozent waren ernsthaft geschwächt. Zugleich waren 5,6 Prozent der unter Fünfjährigen übergewichtig, und die Fettleibigkeit bei Erwachsenen nimmt in allen Regionen der Welt zu.

Problematisch ist dem Bericht nach vor allem die Bezahlbarkeit einer gesunden Ernährung: “Gesunde Ernährung ist für viele Menschen, insbesondere für die Armen, in allen Regionen der Welt unerschwinglich.” Schätzungen zufolge kostet eine gesunde Ernährung im Durchschnitt fünf Mal so viel wie eine Ernährung, die nur den Energiebedarf durch Grundnahrungsmittel deckt.

Der Ausblick für 2020 ist neben der Corona-Pandemie auch wegen beispiellosen Heuschreckenplagen in Ostafrika düster. Vorläufigen Schätzungen zufolge wird die Pandemie und die darauffolgende Krise im Jahr 2020 die Zahl der Hungernden “je nach Szenario des Wirtschaftswachstums um zwischen 83 und 132 Millionen Menschen” vergrößern.

Von: APA/dpa

Kommentare

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5 Kommentare auf "Hunger in der Welt nimmt laut UNO weiter zu"


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One
One
Superredner
28 Tage 16 h

Corona? Interessiert echt keine Sau. Der Hungertod ist so lange und qualvoll wie eine Krankheit es kaum sein kann. Aber Europa interessiert das nicht. Die EU ist echt der Abschaum dieser Welt geworden. Wir sind zwar nicht besser wie die USA oder China, aber diese stehen wenigstens zu ihrer Einstellung und die EU betreibt Heuchelei was das Zeug hält.

Spitzpassauf
Spitzpassauf
Superredner
28 Tage 11 h

Eine ein Kind und Geburtenkontrolle in armen Ländern wäre dringenst notwendig.
Aber niemand setzt sich dafür ein….also scheint es wohl gewollt zu sein,so wie es ist. Traurig.

LouterStyle
LouterStyle
Tratscher
28 Tage 11 h

ist sehr tragisch, aber nicht vermeidbar. Die wohlhabenden Kontinente beuten die anderen aus. Das muss man ändern. Aber irgendwann gibt es auf der Welt zu viele Menschen und dann zahlen die Entwicklungsländer drauf…

berthu
berthu
Superredner
27 Tage 18 h

Die Mächtigeren, Skrupelloseren haben schon immer die Schwächeren ausgebeutet. das gelingt mit heutigen Mitteln natürlich noch brutaler. Man braucht da nur die Namen aller großen Lebensmittel-, Energie- und Waffenkonzerne als Täter einsetzen.

berthu
berthu
Superredner
27 Tage 18 h

Während die UN, Unicef und WHO den Huger anprangert, stecken sich die größten Lebensmittelkonzerne die Taschen voll.
Daß die direkt an der Misere mitschuld sind, ist wohl genug erwiesen. Sie zerstören mit Ihrem Landraub, Monokulturen, Wasserraub und Industrieexporten die eh schon karge Lebensgrundlage der dortigen Bevölkerung. Und das noch mit Steuergeld subventioniert!
Die obigen Organisationen sind da noch nicht draufgekommen? Kaum zu glauben. Da hilft keine Hilfe dort, sondern das Ausmerzen der Ursachen in Europa/Amerika.

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