Viele Asylanträge im Jahr 2022

Im ersten Jahresdrittel mehr Asyl-Anträge als 2020 insgesamt

Sonntag, 05. Juni 2022 | 15:16 Uhr

Die Zahl der Asylanträge geht in Österreich doch deutlich nach oben. Im ersten Jahresdrittel wurden 16.000 Ansuchen gestellt. Das ist mehr als jeweils in den Gesamtjahren 2018, 2019 und 2020. Im Vergleich zum Vorjahr beträgt das Plus 138 Prozent. Ukrainer tragen zu der Entwicklung relativ wenig bei, dafür sind sie in der Grundversorgung stärkste Nation.

Diese Diskrepanz kommt daher, dass Flüchtlinge aus dem Kriegsland einem anderen rechtlichen Status unterliegen. Sie kommen auch ohne Asylantrag in die Grundversorgung und erhalten sogar Zugang zum Arbeitsmarkt. So gab es Anfang Mai 69.558 Plätze in der Grundversorgung insgesamt, von denen 58 Prozent von Vertriebenen aus der Ukraine eingenommen wurden. Die zweit größte Gruppe waren Syrer mit 16 Prozent.

Bei den Asylanträgen sieht es ganz anders aus. Da sind Afghanen mit 4.245 Ansuchen die personenstärkste Gruppe, gefolgt von Syrern mit 3.920. Ukrainer folgen mit 453 Anträgen erst auf Platz acht – ein Hinweis, dass der allergrößte Teil der Vertriebenen auf eine Heimkehr hofft. Einen deutlichen Anstieg gibt es freilich trotzdem. Im gesamten Vorjahr gab es nur 91 Asylanträge von Ukrainern. Interessantes Detail ist, dass die allermeisten ukrainischen Ansuchen in der ersten Kriegsphase, also im Februar und März gestellt wurden. Im April waren es nur noch 21 und damit genauso viele wie im Jänner.

Unverändert ist der größte Teil der Antragsteller über alle Herkunftsgruppen gerechnet männlich, konkret knapp 84 Prozent. Immerhin 30 Prozent sind unter 18 Jahren, während nur 0,5 Prozent über 65 sind. Die mit Abstand größte Gruppe sind mit 57,5 Prozent die 18-35-Jährigen. Hoch ist die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge mit 2.165.

Rechtskräftige Entscheidungen gab es heuer knapp 26.500. Dabei erhielten knapp 7.000 Personen Aufenthaltstitel, davon rund 4.500 Asyl, die übrigen subsidiären Schutz oder humanitäres Bleiberecht. 14.600 Personen erhielten negative Entscheidungen. Von den größeren Gruppen besonders gute Chancen auf Asyl haben Syrer, Iraner und Somalis mit Quoten zwischen knapp zwei Drittel und knapp drei Viertel.

Offen waren 28.815 Verfahren, der größte Teil davon in der ersten Instanz.

Für ÖVP-Generalsekretärin Laura Sachslehner sind die Zahlen “ein Warnsignal, dass wir wachsam sein müssen”. Die EU dürfe sich von der notwendigen Nachbarschaftshilfe für die Ukraine nicht blenden und dazu verleiten lassen, die Grenzen für alle Migranten zu öffnen. Es brauche einen starken Außengrenzen-Schutz.

Die FPÖ sieht die Volkspartei wiederum als mitverantwortlich für den Anstieg. Der “fortgesetzte Asylmissbrauch, dem ÖVP und Grüne offensichtlich ungerührt zuschauen würden”, habe weitreichende negative Folgen für die Österreicher. “Wir reden hier zum Beispiel von Parallelgesellschaften und dem Import von Kriminalität”, meinte Sicherheitssprecher Hannes Amesbauer in einer Aussendung.

Von: apa

Kommentare

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5 Kommentare auf "Im ersten Jahresdrittel mehr Asyl-Anträge als 2020 insgesamt"


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Kingu
Kingu
Superredner
25 Tage 11 h
Das Zynische an der ganzen Sache, es fliehen nicht Familienväter mit ihren Kindern und Frauen, sondern hauptsächlich Jugendliche, die wissen, dass zu ihren Lebzeiten sich in dem Land nichts verbessern wird. Hier bekommen sie Asyl aus welchen Grund auch immer, nachdem sie zig sichere Staaten durchquert haben und verfolgt werden sich nicht, bei einer Frau würde ich es verstehen, weil die werden in Syrien und Afghanistan wie Ware/Eigentum behandelt, aber die machen keinen Prozent der Flüchtigen aus. Es sieht halt stark danach aus, dass im Gegensatz zur USA die EU nicht in der Lage ist Grenzen zu schützen, also wird… Weiterlesen »
The Hunter
The Hunter
Superredner
25 Tage 11 h

Wiaviele davon sein Wirtschoftsflüchtlinge??

Selbstbewertung
Selbstbewertung
Superredner
25 Tage 15 h

Die bisherigen Konfliktherde Syrien und Afghanistan köcheln weiter und wurden vom Ukrainekrieg in den Schatten gestellt. Aktuell ist das Klima unter den entscheidenden Großmächten derart vergiftet, dass eine Lösung unmöglich erscheint. Im Syrien herrscht mit Unterstützung Russlands ein furchtbarer Diktator, in Afghanistan herrschen verfeindete Stämme, eine Lösung ist nicht in Sicht. Das wird uns noch lange beschäftigen.

DontbealooserbeaSchmuser
23 Tage 9 h

In Syrien ist es der USA Gott sei Dank nicht gelungen, den legitimen Präsidenten zu beseitigen!

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