Kellermayr war monatelang mit Drohungen konfrontiert

Im Fall Kellermayr wird nun in Deutschland ermittelt

Mittwoch, 03. August 2022 | 20:20 Uhr

Die mit Morddrohungen aus der Impfgegner-Szene konfrontierte Ärztin Lisa-Maria Kellermayr, die sich am Freitag das Leben genommen hat, ist am Mittwoch auf Wunsch von Angehörigen doch obduziert worden. Nach dem vorläufigen Ergebnis geht die Staatsanwaltschaft Wels weiter von einem Suizid aus. Gegen einen möglichen Verfasser der Drohungen ermittelt derzeit die Staatsanwaltschaft München. Mittlerweile schlägt der Fall internationale Wellen und ist auch in der Politik angekommen.

Wegen der Drohungen gegen die Ärztin wird in Österreich weiter gegen unbekannte Täter ermittelt. Die Ermittlungen gegen einen deutschen Verdächtigen mussten allerdings mangels territorialer Zuständigkeit eingestellt werden. Hier ist nun die Staatsanwaltschaft München II – die Behörde ist für das Umland der bayrischen Hauptstadt zuständig – am Zug. Ihre Sprecherin Andrea Grape bestätigte auf APA-Anfrage am Mittwoch “Ermittlungen gegen eine männliche Person wegen des Verdachts der Beleidigung und der Bedrohung”. Nähere Details wollte sie dazu unter Verweis auf ein laufendes Verfahren nicht machen.

Während sich etwa in Deutschland etliche hochrangige Politiker von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPÖ) abwärts klar äußerten, war in Österreich die ersten fünf Tage nach dem Suizid bis auf einen Tweet des Gesundheitsministers nur Schweigen der Bundesregierung zu vernehmen. Am Mittwoch sprach Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) Angehörigen, Freunden und Patienten der verstorbenen Ärztin dann sein Mitgefühl aus. “Wichtig ist, dass die Behörden weiter ermitteln, um jene auszuforschen, die Frau Dr. Kellermayr bedroht haben”, betonte er in einer der APA übermittelten Stellungnahme, “Hass im Netz und persönliche Bedrohungen haben keinen Platz in unserer Gesellschaft”.

Auch der oberösterreichische Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) sagte auf Anfrage gegenüber “Der Standard” (Mittwochausgabe), er wisse zwar, dass es “schwierig ist für die Behörden, weil sich viele Radikale unter dem Deckmantel der Anonymität verstecken, aber da würde ich mir teilweise schon ein härteres und schnelleres Vorgehen erwarten”. Bereits am Freitag hatte sich die oö. Gesundheitsreferentin LHStv. Christine Haberlander (ÖVP) zu Wort gemeldet und u.a gefordert, dass grenzübergreifende Ermittlungen in solchen Fällen möglich sein müssten. Auch Bundespräsident Alexander van der Bellen hatte noch am Todestag Kellermayrs reagiert. Er rief zu einem Ende des Hasses auf und legte sogar vor der Praxis in Seewalchen Blumen nieder.

Aus dem Justizministerium hieß es am Mittwoch, man hoffe, dass zukünftig die E-Evidence-Verordnung, die gerade finalisiert wird, die Ausforschung von Tatverdächtigen erleichtert, die im Internet hetzen und zu Gewalt aufstacheln. “Damit soll ermöglicht werden, dass die österreichischen Staatsanwaltschaften direkt bei Dienstanbietern Auskünfte über Teilnehmer-, Zugangs-, Verkehrs- oder Inhaltsdaten einholen können, ohne zuvor um Rechtshilfe bei einer Behörde im Ausland ansuchen zu müssen”, teilte ein Sprecher mit. Das könnte auch die Ermittlungsarbeiten im Fall der oberösterreichischen Ärztin beschleunigen, “da auch hier Täter aus dem Ausland ihre Hassbotschaften versendet hatten”.

Die NEOS haben am Dienstag eine parlamentarische Anfrage an Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) eingebracht. Sie wollen in 38 Fragen mit etlichen Unterfragen u.a. wissen, was alles unternommen wurde, um Kellermayr Schutz zukommen zu lassen. Vor allem auf Social Media stehen die Behörden in der Kritik, der Ärztin zu wenig Schutz geboten bzw. zu wenig ermittelt zu haben.

Der Leiter der Polizei-Pressestelle Oberösterreich David Furtner – er hatte am 28. Juni im “Ö1”-Mittagsjournal der Ärztin u.a. unterstellt, sie habe in die Öffentlichkeit gedrängt, wolle “über die Medien das eigene Fortkommen” fördern – setzt sich indes gegen einen Twitter-User zur Wehr, der geschrieben hatte, der Polizeisprecher habe “Blut an den Händen”. Der User hat nun von Furtners Anwalt Gernot Sattlegger eine Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung erhalten. Der Tweet sei “überschießend und rechtswidrig”, so Sattlegger zur APA. Die Medienanwältin Maria Windhager hält die im Twitter-Post getätigten Aussagen allerdings für zulässig, sagte sie “futurezone.at”. In dem konkreten Äußerungszusammenhang handle es sich um politische Kritik. Außerdem habe sich der Polizeisprecher in dem besagten Interview so exponiert, dass er eine so scharfe Kritik aushalten müsse, wurde sie zitiert. Es könne aber dennoch sein, dass die Inhalte des Postings vor einem Gericht nicht halten, so Windhager.

Von: apa

Kommentare

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9 Kommentare auf "Im Fall Kellermayr wird nun in Deutschland ermittelt"


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Nochasupergscheiter
7 Tage 15 h

Finde es komisch hier zu sagen das jemand umgebracht wurde…
Eine tragische Geschichte, aber auch hier bin ich der Meinung dass die Befürworter gleichviel schuld als die Gegner haben!
Und das ganze die Schuld der Politik ist die beide gegeneinander aufgeheizt und das ganze gutgeheissen hat…
Mitschuld sich die Kirche die entgegen aller lehren des christlichen Glaubens bei der hetze Mensch gegen Mensch
, Christ gegen Christ, mitgemacht hat

ischJOwurscht
ischJOwurscht
Universalgelehrter
7 Tage 6 h

Noch….@

So könnte man das auch sehen!

Faktenchecker
7 Tage 19 h

Die Frau ist umgebracht worden.

“Die deutschen Sicherheitsbehörden kooperierten mit den
österreichischen Behörden bei den Ermittlungen. “Digitaler Hass” im
Internet bleibe viel zu häufig straflos, so der Sprecher.”

“Nach Tod von Impfärztin: Ermittlungen gegen Mann aus Oberbayern

03.08.2022, 10:40 Uhr ”

https://www.n-tv.de/der_tag/Nach-Tod-von-Impfaerztin-Ermittlungen-gegen-Mann-aus-Oberbayern-article23503340.html

ischJOwurscht
ischJOwurscht
Universalgelehrter
6 Tage 17 h

Fakty@

warst du dabei???? glaube wohl eher NICHT!

Sigo70
Sigo70
Superredner
7 Tage 15 h

Wieso wird eigentlich erst nach einem Suizid nach den Hetzern ermittelt?

Stadtler
Stadtler
Tratscher
7 Tage 7 h

Diese verrückten Feiglinge gehören aufgespürt, was technisch möglich ist, und eingesperrt. Sie sind Staats- und Gesellschaftsgefährdend. Heute gibt es kein Corona und keine Dürre, mirgen leugnen sie den Krieg. Die Hitze wird auch nur erfunden sein und alle Thermometer manipuliert. Da könnte man eine gesamte Irrenanstalt damit füllen und SN hätte auch ein paar Minusdrücker weniger.

Doolin
Doolin
Kinig
7 Tage 4 h

…sind die gleichen Trottel wie Putinfans und orange Dodel Verehrer…

shanti
shanti
Tratscher
7 Tage 3 h

Technisch alles möglich,nicht schwer….

Savonarola
7 Tage 6 h

die ach so unsichtbaren Grenzen innerhalb der EU..nur die Verkehrsstrafen kommen sicher und pünktlich an..

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