Tollwut-Impfstoffe illegal hergestellt

Impfstoff-Skandal in China – 18 Haftbefehle beantragt

Sonntag, 29. Juli 2018 | 17:55 Uhr

Im Skandal um minderwertige Impfstoffe in China hat die Polizei Haftbefehle gegen 18 Verdächtige beantragt. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Sonntag berichtete, handelte es sich dabei ausschließlich um Mitarbeiter des Unternehmens Changsheng Life Sciences, darunter die Vorstandsvorsitzende Gao Junfang. Es gebe Beweise, dass Changsheng Tollwut-Impfstoffe illegal hergestellt hat.

Bereits vergangene Woche waren Gao Junfang und andere Mitarbeiter von Changsheng zur Befragung in Gewahrsam genommen worden. Zuvor hatte die chinesische Arzneimittelaufsicht das Unternehmen beschuldigt, Unterlagen gefälscht zu haben, in denen es um die Herstellung und die Qualitätskontrolle der Impfstoffe geht. Staatsmedien berichteten zudem, dass Changsheng laut Behörden minderwertige Kombi-Impfstoffe gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten in Umlauf brachte, die im vergangenen Jahr mehr als 200.000 Kindern injiziert wurden.

Skandale mit fehlerhaften Medikamenten oder Nahrungsmitteln haben in China eine starke politische Sprengkraft, besonders wenn Kinder betroffen sind. Auch gibt es wenig Vertrauen in die Aufsichtsbehörden. Chinas Präsident Xi Jinping hatte nach dem Bekanntwerden der Anschuldigungen eine sofortige Untersuchung und strenge Bestrafung der Verantwortlichen gefordert.

Von: APA/dpa

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berthu
berthu
Superredner
15 Tage 5 h

China als Vorreiter?

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