Die Handschellen klickten im ersten Bezirk von Bukarest

In Grazer Raubserie Verdächtiger in Bukarest festgenommen

Donnerstag, 03. August 2017 | 15:45 Uhr

Ein 31 Jahre alter Rumäne, den die Polizei als Täter bei Überfällen auf sieben ältere Frauen in Graz in Verdacht hatte, ist am Donnerstag in der Früh in Bukarest festgenommen worden. Dies teilten Innenministerium und Landespolizeidirektion Steiermark mit. Der Mann wurde von einer rumänischen Spezialeinheit gegen 2.00 Uhr im ersten Bezirk der rumänischen Hauptstadt arretiert.

Der mutmaßliche Räuber, der bei den Überfällen auf die Frauen zwischen 30. Juni und 13. Juli in Graz äußerst brutal vorgegangen war, leistete keinen Widerstand. Die österreichische Verbindungsbeamtin war bei der Festnahme anwesend. Der Mann soll noch am Donnerstag einem Richter vorgeführt werden. Dabei soll über die Auslieferung nach Österreich entschieden werden.

Die Identität des Räubers war seit 21. Juli bekannt gewesen. Fotos des Verdächtigen, der zumindest sieben Grazer Frauen brutal überfallen und ihres Schmucks beraubt haben soll, wurden kurz zuvor veröffentlicht. Man dürfte dem Mann über seine Mobiltelefone auf die Spur gekommen sein. Zielfahnder des Bundeskriminalamtes forschten seinen Aufenthaltsort aus, dann griffen rumänische Polizisten zu.

Der 31-jährige Rumäne wurde Donnerstagfrüh auf offener Straße im Zentrum von Bukarest festgenommen. Zuvor war die Sonderkommission zur Klärung der Raubüberfälle zu dem Schluss gekommen, dass der Verdächtige offenbar in sein Heimatland zurückgekehrt sei.

Nach Auswertung der Ermittlungsergebnisse übernahm die Zielfahndung des Bundeskriminalamtes (BK) die Ermittlungen. Es wurden alle Partner des Europäischen Zielfahndungsnetzwerks (European Network of Fugitive Active Search Teams – ENFAST) – und insbesondere FAST (Fugitive Active Search Team) Rumänien – eingebunden. Schließlich gelang es den Zielfahndern zusammen mit FAST Rumänien, den Aufenthaltsort des Mannes in der Nähe von Bukarest auszuforschen. Beamte von FAST Rumänien und eines Sonderkommandos überraschten den Verdächtigen schließlich auf offener Straße. Er hatte keine Gelegenheit Widerstand zu leisten. Er dürfte keine Waffe bei sich getragen haben, hieß es auf APA-Anfrage.

Ein Auslieferungsabtrag sei bereits gestellt, nun hingen die weiteren Schritte von der rumänischen Justiz ab. “Sobald der Mann nach Österreich überstellt wird, werden die Kollegen von der Soko Schmuckraub ihn einvernehmen”, sagte ein Polizist zur APA. Der Mann war bereits in Rumänien wegen Raubes zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden, wie die “Soko Schmuckraub” am 21. Juli bekannt gegeben hatte. In Österreich wird gegen ihn auch wegen des Verdachts des Einbruchsdiebstahls ermittelt.

Soko-Leiter Michael Lohnegger sagte damals, das Tatmuster des Überfalls in Rumänien sei ähnlich jenen auf sieben ältere Frauen zwischen 69 und 84 Jahren zwischen 30. Juni und 13. Juli in Graz gewesen. Es war von den Ermittlern auch für möglich gehalten worden, dass der Mann sich in Österreich aufhalten könnte, wo er Verwandte hat. Ein möglicher achter Überfall auf eine ältere Frau in Graz konnte noch nicht einwandfrei zugeordnet werden. Die 79-Jährige war am 8. Juli verletzt vor ihrem Wohnhaus aufgefunden worden, konnte sich aber an wenig erinnern. Sie erstattete erst Ende Juli Anzeige, als die Fahndung nach dem Rumänen bereits lief.

Innenminister Wolfgang Sobotka zeigte sich am Donnerstag sehr zufrieden: “Die rasche Festnahme des Täters ist ein klares Zeichen wie gut die grenzüberschreitende Zusammenarbeit funktioniert. Verbindungsbeamte und Zielfahndung sind elementare Säulen der internationalen Polizeiarbeit”, sagte Sobotka.

Von: apa

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