Sie ist ein Vergewaltigungsopfer

Indisches Gericht erlaubte Vergewaltigungsopfer Abtreibung

Mittwoch, 06. September 2017 | 15:09 Uhr

Ein 13-jähriges Vergewaltigungsopfer in Indien darf abtreiben. Dies entschied der Oberste Gerichtshof in Neu Delhi am Mittwoch, wie die Anwältin des Mädchens, Sneha Mukherjee, berichtete. Die 13-Jährige ist bereits in der 31. Woche schwanger – das indische Gesetz erlaubt Abtreibungen eigentlich nur bis zur 20. Woche.

Am Mittwoch gestattete das Gericht eine Ausnahme, nachdem es ein ärztliches Attest geprüft hatte. Die Eltern hatten Medienberichten zufolge von der Schwangerschaft erfahren, als das Mädchen wegen Fettleibigkeit untersucht wurde. Die Abtreibung soll am Freitag in einem Krankenhaus in Mumbai stattfinden.

Erst vor kurzem hatte ein ähnlicher Fall für internationale Aufmerksamkeit gesorgt. Ein zehnjähriges Mädchen in der nordindischen Stadt Chandigarh war nach einer Vergewaltigung durch ihren Onkel schwanger geworden. Die Schwangerschaft wurde erst in der 30. Woche entdeckt, das Gericht untersagte einen Abbruch zu diesem späten Zeitpunkt. Die Zehnjährige entband Mitte August per Kaiserschnitt, ihre Familie gab das Baby zur Adoption frei.

Sexueller Missbrauch von Kindern ist in Indien weit verbreitet. 2015 wurden offiziellen Zahlen zufolge etwa 10.850 Vergewaltigungsfälle registriert, bei denen die Opfer jünger als 18 Jahre waren. Aktivisten vermuten zudem eine hohe Dunkelziffer. In den meisten Fällen sei der Täter dem Opfer bekannt, heißt es.

Von: APA/ag.