Kein indochinesischer Leopard mehr in Singapur, Laos und Vietnam

Indochinesischer Leopard akut vom Aussterben bedroht

Donnerstag, 30. April 2020 | 10:44 Uhr

Wilderei und skrupelloser Wildtierhandel haben den Indochinesischen Leoparden an den Rand des Aussterbens getrieben. Darauf machte WWF Österreich am Donnerstag aufmerksam. In den vergangenen 20 Jahren hat sich den Angaben der Naturschutzorganisation zufolge die Zahl der südostasiatischen Großkatzen um 80 Prozent reduziert.

Illegale Jagd nach seinem Fell und seinen Knochen habe zu einem massiven Einbruch der Population geführt. “In Singapur, Laos und Vietnam wurde der Indochinesische Leopard bereits ausgerottet”, berichtete WWF-Artenschutzexperte Georg Scattolin. “Die letzten Hoffnungen ruhen jetzt auf dem Erfolg der Schutzbemühungen für die verbliebenen 1.051 fortpflanzungsfähigen Tiere in Thailand und Myanmar. Die gesamte Populationen wird auf nur noch maximal 2.500 Tiere geschätzt.”

Leopardenfelle sind auf dem Schwarzmarkt heiß begehrt. Auch der verbotene Handel mit ihren Knochen ist hoch lukrativ. Der WWF drängt in der Region auf eine konsequente Bekämpfung des illegalen Wildtierhandels, der sich im Zuge der Corona-Krise “nicht nur als eine Bedrohung für Tier und Natur, sondern auch für die menschliche Gesundheit” erweise.

Außerdem kooperiert die Naturschutzorganisation im Aufbau von Schutzgebieten, um Lebensraum für Leoparden und gleichzeitig die Lebensgrundlage der indigenen Bevölkerung zu erhalten: “Die zu 83 Prozent aus Wald bestehende Fläche der Dawna-Tenasserim-Region ist mehr als doppelt so groß wie Österreich und eine wahre Schatzkammer der Artenvielfalt. Den indigenen Völkern ist der Schutz ihrer Heimat und der darin lebenden Tiere ein großes, auch spirituelles Anliegen. Es ist von entscheidender Bedeutung, sie im Kampf für die Leoparden und ihren gemeinsamen Lebensraum an unserer Seite zu wissen”, sagte Scattolin.

Der Indochinesische Leopard ist eine Unterart der Leoparden. Die Tiere können bis zu 90 Kilo schwer werden und sechs Meter weit springen. Ohne Schwanz messen ihre Körper an die 210 Zentimeter. In den Tropenwäldern Südostasiens verbringt die Art einen Großteil der Zeit in Bäumen hoch über dem Waldboden. Das markant gefleckte Fell hilft ihnen bei der Tarnung während der Jagd. Die starke Schwimmfähigkeit der Leoparden erlaubt es ihnen auch, Fische und Krebse zu erbeuten

Von: apa