Die Stierhatz ist aus

Insgesamt 42 Verletzte bei Stierhatz in Pamplona

Sonntag, 15. Juli 2018 | 13:05 Uhr

Bei den diesjährigen Stierrennen im nordspanischen Pamplona sind insgesamt 42 Läufer ins Krankenhaus gekommen. Zwei von ihnen seien von Kampfbullen auf die Hörner genommen worden, die 40 anderen hätten größtenteils wegen Prellungen behandelt werden müssen, berichtete die Nachrichtenagentur Europa Press am Sonntag.

Bei der achten und letzten Stierhatz des traditionsreichen Sanfermines-Festes seien am Samstag sieben Verletzte ins Krankenhaus gebracht worden, teilte das Rote Kreuz mit. Besonders bange Momente gab es zum Abschluss des Spektakels, als ein Franzose von einem Bullen am Halstuch erwischt und mehrere Meter mitgezerrt wurde. Der 27-Jährige und die sechs weiteren Verletzten wurden alle in Krankenhäuser gebracht.

Die Stierläufe von Pamplona verliefen in diesem Jahr relativ glimpflich. Auch die zwei aufgespießten Teilnehmer trugen keine schweren Blessuren davon. Ein 38 Jahre alter Spanier, der vor einer Woche beim ersten Rennen am Bein und am Gesäß von einem Horn erwischt worden war und eine sechs Zentimeter lange Wunde erlitten hatte, wurde am Freitag aus dem Krankenhaus entlassen. Am Freitag war zudem ein 19 Jahre alter Spanier an der linken Achselhöhle aufgespießt worden.

Jedes Jahr werden in Pamplona acht Tage lang in der Früh jeweils sechs zum Teil über 600 Kilogramm schwere Kampfbullen und auch mehrere Leitochsen von Hunderten Männern und einigen wenigen Frauen für die Stierkämpfe am Abend durch die engen Gassen in die Arena gejagt. Die Teilnehmer tragen traditionell weiße Hemden und rote Halstücher. Bei den Mutproben der Läufer über die 875 Meter lange Strecke werden jedes Jahr Dutzende verletzt. Das letzte Todesopfer gab es im Jahr 2009.

Die Stierhatz wird täglich live im spanischen Fernsehen übertragen und anschließend von Experten diskutiert. Dabei geht es unter anderem um die Geschwindigkeit der Tiere. Das schnellste Rennen habe 2018 nur zwei Minuten und zwölf Sekunden gedauert, das langsamste zwei Minuten und 56 Sekunden, hieß es.

Tierschützer sorgen sich nicht um die Läufer, sondern um die Stiere, die am Abend in der Arena getötet werden. Auch dieses Jahr protestierten Aktivisten gegen die Veranstaltung, die inzwischen auch in Spanien umstritten ist. Man wolle, dass mit den öffentlichen Geldern, die für Stiertreiben und -kämpfe ausgegeben werden, “positive Werte gefördert werden, und nicht der Spaß an der Beobachtung der bis zum Tod gefolterten Tiere”, sagte die Spanien-Präsidentin von AnimaNaturalis, Aida Gascon. Knapp 190.000 Menschen hatten bis zum Wochenende eine Petition der Gruppe für das Ende der Stierkämpfe in Spanien unterstützt.

Dennoch lockt das Fest weiter Tausende Touristen aus aller Welt an, vor allem aus Europa, Australien und den USA. Über Pamplona schrieb der US-Schriftsteller Ernest Hemingway in seinem ersten größeren Roman “Fiesta” (1926).

Von: APA/dpa