Die Updates sollen vor "Meltdown" und "Spectre" schützen

Intel meldete erste Erfolge bei Chip-Sicherheitslücke

Freitag, 05. Januar 2018 | 11:53 Uhr

Intel und seine Softwarepartner machen nach eigenen Angaben deutliche Fortschritte bei ihren Bemühungen, die massive Sicherheitslücke in Computerchips zu stopfen. Das Unternehmen habe inzwischen Updates für alle Intel-basierten Systeme entwickelt, die vor den beiden Angriffsszenarien “Meltdown” und “Spectre” schützen, teilte Intel mit.

In der Nacht auf Freitag erklärte Amazon zudem, dass alle Bereiche seiner virtuellen Server (EC2), die auf Linux oder Windows laufen, inzwischen geschützt seien. In den meisten Fällen seien auch keine Performance-Einbußen zu verzeichnen gewesen.

Auch Microsoft, Apple und Google hätten bestätigt, dass die eingespielten Updates für die überwiegende Mehrzahl der Nutzer und Kunden kaum oder gar nicht bemerkbar seien dürften. Ursprünglich war vermutet worden, dass Systeme bis zu 30 Prozent langsamer werden könnten. Intel war zuletzt davon ausgegangen, dass die Performance-Einbußen höchstens zwei Prozent betragen würden.

Für einen Großteil seiner Prozessoren, die in den vergangenen fünf Jahren ausgeliefert wurden, seien Updates bereits veröffentlicht worden, teilte Intel mit. Bis Ende kommender Woche sollen dann mehr als 90 Prozent dieser Chips sicher sein.

Die massive Sicherheitslücke in Computerchips sollte laut österreichischen IT-Sicherheitsexperten nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Es bestehe “aber aktuell kein Grund in Panik auszubrechen”, teilte das Computer Emergency Response Team Austria (CERT.at) am Donnerstagabend mit. Privatanwender, die auf ihren Geräten automatische Updates für Betriebssystem und sonstige Software erhalten, sollten “weitgehend geschützt” sein, so die Einschätzung.

Erhöhte Aufmerksamkeit sollte jedoch den Veröffentlichungen der Browser-Hersteller gewidmet werden. Windows-Anwendern rät CERT.at, die Hinweise von Microsoft zu Kompatibilitätsproblemen mit manchen Antivirenlösungen zu beachten, um sicherzustellen, dass sie die Sicherheitsupdates auch tatsächlich erhalten.

Es sei vor allem interessant, wie sehr sich die Patches auf die Leistung auswirken – mit Einbußen sei zu rechnen. Nutzer von Cloud Services (wie z.B. von Amazon, Google oder Microsoft) sollten laut den heimischen Experten prüfen, ob und wann von den Anbietern Maßnahmen gesetzt werden oder wurden.

Die von Sicherheitsforschern bereits im vergangenen Sommer entdeckte Lücke steckt direkt im Design der Hardware. Sie besteht darin, dass Betriebssysteme für eine beschleunigte Arbeit der Programme vorab Informationen aus dem Kern des Chips beziehen. Über den gleichen Weg könnten aber auch Angreifer auf die im Chip gespeicherten sensible Daten wie etwa alle genutzten Passwörter zugreifen, ohne Spuren zu hinterlassen. Nach Ansicht von IT-Sicherheitsexperten lässt sich zumindest die “Spectre”-Lücke nur durch einen Austausch der Prozessoren komplett schließen.

Von: APA/dpa