Irans Außenminister Mohammed Jawad Zarif

Iran bittet wegen Coronavirus IWF dringend um Finanzhilfe

Donnerstag, 12. März 2020 | 13:36 Uhr

Angesichts der dramatischen Auswirkungen der Coronavirus-Krise hat der Iran am Donnerstag den Internationalen Währungsfonds (IWF) um dringende Finanzhilfe gebeten. Die iranische Zentralbank habe um “sofortigen Zugang” zu den vom IWF wegen der Pandemie versprochenen RFI-Kredithilfen gebeten, teilte Außenminister Mohammed Jawad Zarif mit.

Der Iran hatte zuletzt zwischen 1960 und 1962 Finanzhilfen vom Internationalen Währungsfonds erhalten. Die verschiedenen Kredite, die der IWF für wirtschaftlich angeschlagene oder in Zahlungsschwierigkeiten steckende Länder bereitstellt, müssen stets vom Gouverneursrat der Institution abgesegnet werden. De facto ist eine Entscheidung gegen den Willen der USA undenkbar. Die Beziehungen zwischen Washington und Teheran sind schon seit Monaten aber extrem angespannt.

Der Iran, der auch wegen der US-Sanktionen im Zusammenhang mit dem Atomprogramm des Landes unter einer massiven Wirtschaftskrise leidet, ist nun zudem eines der am stärksten von der Coronavirus-Pandemie betroffenen Länder. Nach jüngsten Angaben vom Donnerstag wurde nun die Schwelle von 10.000 Infektionen in dem Land überschritten. Binnen 24 Stunden kamen rund 1.000 Infektionsfälle hinzu, die Zahl der Toten durch das Virus stieg um 75 auf 429.

Betroffen sind im Iran auch hochrangige Politiker und Regierungsmitarbeiter. Ein wichtiger Berater von Außenminister Zarif war kürzlich an den Folgen der Virusinfektion gestorben.

Von: APA/ag.