Fünf Mio. Babys südlich der Sahara mit geringem Geburtsgewicht

Jedes siebente Baby weltweit zu leicht bei der Geburt

Donnerstag, 16. Mai 2019 | 05:48 Uhr

Jedes siebente Baby weltweit ist bei der Geburt zu leicht. Mehr als 20 Millionen Neugeborene wurden 2015 mit einem Geburtsgewicht von weniger als 2.500 Gramm geboren, heißt es in einer Studie des Londoner Instituts für Hygiene und Tropenmedizin, des UNO-Kinderhilfswerks UNICEF und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für 148 Länder im Fachmagazin “The Lancet Global Health” von Donnerstag.

Drei Viertel dieser Kinder kamen der Studie zufolge in Südasien und in afrikanischen Ländern südlich der Sahara zur Welt. Aber auch in wohlhabenden Ländern Europas, in Nordamerika, Australien und Neuseeland hat es demnach seit dem Jahr 2000 kaum Fortschritte bei der Verringerung des Anteils von Geburten mit niedrigem Geburtsgewicht gegeben.

Über 80 Prozent der rund 2,5 Millionen Neugeborenen, die jedes Jahr sterben, haben der Studie zufolge ein niedriges Geburtsgewicht – entweder weil sie zu früh auf die Welt kamen oder weil sie zu klein waren. Kinder mit niedrigem Geburtsgewicht leiden demnach unter einem höheren Risiko für Entwicklungsbeeinträchtigungen sowie Krankheiten im späteren Leben – darunter chronische Erkrankungen wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Im Jahr 2012 hatten die 195 WHO-Mitgliedstaaten beschlossen, bis 2025 den Anteil der Geburten mit niedrigem Geburtsgewicht um 30 Prozent zu verringern. Die neuen Schätzungen dokumentieren laut UNICEF einen leichten Rückgang der weltweiten Häufigkeit von niedrigem Geburtsgewicht von 17,5 Prozent im Jahr 2000 (22,9 Millionen Lebendgeburten) auf 14,6 Prozent in 2015 (20,5 Millionen).

In ärmeren Ländern sei ein unzureichendes Wachstum im Mutterleib die häufigste Ursache für niedriges Geburtsgewicht, heißt es in der Studie. In stärker entwickelten Regionen hänge dieses oft mit einer Frühgeburt vor der 37. Schwangerschaftswoche zusammen.

Die Studienautoren riefen dazu auf, weltweit jedes Baby sofort nach der Geburt zu wiegen und besser zu versorgen. Mit Gesundheitsmaßnahmen wie Aufklärungskampagnen sollten die Ursachen für niedriges Geburtsgewicht bekämpft werden.

Ausgewertet wurden die Daten zu 281 Millionen Geburten. Einen der niedrigsten Anteile an Babys mit niedrigen Geburtsgewicht wurde für Schweden geschätzt (2,4 Prozent). In den Industrieländern lag der Anteil insgesamt bei sieben Prozent, darunter Deutschland (6,6 Prozent), England (sieben Prozent) und USA (acht Prozent).

Südasien und die afrikanischen Länder südlich der Sahara verzeichnen den größten Fortschritt. Der Anteil der betroffenen Neugeborenen sank zwischen 2000 und 2015 um 1,4 beziehungsweise um 1,1 Prozent.

Trotzdem sei – vor allem durch das Bevölkerungswachstum – die Zahl der Kinder mit geringem Geburtsgewicht in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara von 4,4 auf fünf Millionen Babys gestiegen. In Südasien kamen 2015 die meisten Kinder mit niedrigem Geburtsgewicht zur Welt (8,8 Millionen).

Von: APA/ag.

Kommentare

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8 Kommentare auf "Jedes siebente Baby weltweit zu leicht bei der Geburt"


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Spitzpassauf
Spitzpassauf
Superredner
9 Tage 10 h

UNICEF sollte sich dringenst um eine Geburtenkontrolle in Afrika kümmern.
Wenn jede Frau dort nur 1 Kind hat,dann reicht auch die Nahrung für alle.
Ständig jammern und Spendensammeln um die Bevölkerungsexplosion noch anzuheizen bringt nichts…..man muß das Problem an der Wurzel packen,dann geht es den Leuten dort alle besser.

iuhui
iuhui
Universalgelehrter
9 Tage 9 h

“Deine” Idee ist genial, bravo, niemand anderem wäre so was eingefallen… Leider ist das gar nicht so einfach zu erreichen, denn dafür braucht es eine neue KULTUR!!! Das erreicht man nur durch ERZIEHUNG, AUSBILDUNG, SCHULE, ARBEIT, … Und UNICEF finanziert sehr wohl jede Menge Ausbildungs- und Unterrichtsprogramme!!!
Bevölkerungsexplosion aufheizen? Mag schon sein, sicher, aber Neugeborene verhungern lassen… ICH NICHT!!!

Missx
Missx
Universalgelehrter
9 Tage 9 h

Jährlich werden Futtermittel für Nutztiere (Fleisch-, Milch-, Eier-Lieferanten) angebaut, die den Kalorienbedarf von zusätzlichen 12 Milliarden Menschen decken würden. Mal abgesehen vom Wasser, das es zusätzlich für diese Tiere braucht.
Niemand müsste Hunger haben.

Lederhosenjonny
Lederhosenjonny
Grünschnabel
9 Tage 7 h

@Missx
glaubst du etwa dass durch die Nutztiere niemand ernährt wird oder was? Weshalb glaubst du heißen sie NUTZtiere….
Der Großteil aller Menschen ernährt sich von tierischen Produkten, und das wird sich auch nicht ändern.Nicht jeder Mensch will nur “Gras“ essen

iuhui
iuhui
Universalgelehrter
9 Tage 6 h

@Missx
genau, und nur gut, dass unsere Hunde alle wohlgenährt sind!

Sag mal
Sag mal
Kinig
9 Tage 6 h

Wo ist das Problem der Geburtenkontrolle?In China gabs ja auch die 1 Kind Politik.Sterilisationen und Pille,Kondome kostenlos zur Verfügung stellen.Eine Frau Wird doch nicht ein Kind wollen wenn Es gefährdet ist zu verhungern!

nickistda
nickistda
Neuling
9 Tage 8 h

“siebente”, könnt Ihr bitte siebte schreiben?!?!?

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