De Vries erlag seinen schweren Verletzungen

Journalist De Vries nach Anschlag in Niederlanden gestorben

Donnerstag, 15. Juli 2021 | 19:26 Uhr

Der prominente niederländische Kriminal-Reporter Peter R. de Vries (64) ist knapp zehn Tage nach dem Mordanschlag auf ihn in Amsterdam seinen schweren Verletzungen erlegen. Das teilte die Familie am Donnerstag in Amsterdam mit. De Vries war am 6. Juli niedergeschossen worden. “Peter hat gekämpft bis zum Ende, aber er konnte den Kampf nicht gewinnen”, heißt es in der Erklärung der Familie. Kollegen und Politiker reagierten bestürzt auf den Tod des bekannten Reporters.

Ein Mann hatte auf den Reporter auf offener Straße mehrere Schüsse abgegeben, als er ein TV-Studio verlassen hatte. Der Mordanschlag hat die Niederlande zutiefst geschockt und war auch international mit Entsetzen aufgenommen worden.

Zwei Männer, ein 35-jähriger Pole mit Wohnsitz im Ort Maurik im Südosten des Landes, sowie ein 21 Jahre alter Rotterdamer waren kurz nach der Tat festgenommen worden. Einer von ihnen soll der Schütze sein. Die Polizei hatte sich bisher nicht zu Hintergründen der Tat geäußert. Vieles deutet jedoch daraufhin, dass der Mord in Verbindung steht mit der Arbeit des Reporters.

De Vries war aktuell Vertrauensperson des Kronzeugen eines großen Strafprozesses gegen eine Drogenbande. Der Bruder des Kronzeugen sowie auch sein Verteidiger waren bereits 2019 ermordet worden. Auch der Reporter war bedroht worden. Doch er hatte Personenschutz abgelehnt.

Politiker aus dem In- und Ausland hatten die Tat als Anschlag auf den Rechtsstaat und den Journalismus scharf verurteilt. Medienverbände verlangten die rückhaltlose Aufklärung.

De Vries war fast 30 Jahre lang der führende Kriminalreporter der Niederlande und war oft auch als Sprecher von Opfern oder Zeugen bei Prozessen aufgetreten. Regelmäßig war er Gast bei TV-Talkshows. International bekannt wurde der Reporter 1987 mit seinem Bestseller über die Entführung des Bierbrauers Freddy Heineken. 2008 gewann er einen Emmy Award für seine Reportagen über den Fall von Natalee Holloway. Die Amerikanerin war 2005 auf Aruba verschwunden und vermutlich von einem Niederländer getötet worden.

Von: APA/dpa

Kommentare

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8 Kommentare auf "Journalist De Vries nach Anschlag in Niederlanden gestorben"


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Storch24
Storch24
Kinig
8 Tage 18 h

Ich hatte gehofft uns gebetet dass er es schafft. Schade. Ruhe in Frieden

Kingu
Kingu
Tratscher
8 Tage 16 h

@Storch24 In der heutigen pluralen Gesellschaft ganz normal, man hat mit der Öffnung der Grenzen in den reichen Staaten, Kriminelle aus allen Ländern angezogen. Die östlichen Clans verräumen Journalisten, die ihnen ein Dorn im Auge werden. Während die italienischen und europäischen Gruppierungen, so wenig wie möglich Aufmerksamkeit auf sich ziehen wollen.

Two
Two
Grünschnabel
8 Tage 11 h

Interessante Story. Ich bleibe am Ball und werde euch berichten.

Peerion
Peerion
Tratscher
8 Tage 14 h
Peter de Vries hat im Bereich der Organisierten Kriminalität recherchiert, insbesondere um Ridouan Taghi. Die Niederlande sind in den letzten Jahren wegen ihrer liberalen Drogenpolitik und der offenen Einwanderungsgesellschaft mehr oder minder ein Nacro-Staat geworden. R. Taghi hat mit seiner Bande eigentliche alle Konkurrenten ausgeschaltet. Gefallen ist R. Taghi nur wegen der DEA und des FBI die eben sowas unter “Narco Terrorismus” einstufen und Druck auf die EU ausgeübt haben. Peter de Vries hatte gute Kontakte zum Kronzeugen gegen R. Taghi. Nach der Verhaftung von R. Taghi sind der Bruder des Kronzeugen, sein Anwalt und ermordet worden. Die Leute jedoch,… Weiterlesen »
Quentin
Quentin
Grünschnabel
8 Tage 7 h

Die verkaufen doch nur im Grunde illegal angebautes, eben nicht kontrolliertes hanf in coffeeshops. Mehr auch nicht. Wenn die Niederlande eine liberale Drogenpolitik hätte, würde der Mann noch leben oder wäre wenigstens nicht durch diesen traurigen Vorfall gestorben. Denn dann wäre es unmöglich für eine kriminelle Organisationen dadurch soviel Geld zu verdienen dass es sich lohnt (sogar um zu töten, wie man leider sieht). Und was wenn es kein Geld mehr zu holen gibt? Richtig, keine kriminellen Organisationen im Zusammenhang mit dem Thema. Außerdem weniger Gewalt/Waffengewalt. Aber kannst mir gerne antworten, vielleicht hab ich ja was übersehen.

Tattamolnia426
Tattamolnia426
Tratscher
8 Tage 16 h

😞.. Schode.. I hons befürchtet.. Ruhe in Frieden.. Die Rache wert sicho kem.. Des isch Karma.. Do Kreis schließt sich olm.. 🌷

Quentin
Quentin
Grünschnabel
8 Tage 7 h

R.I.P.
Für mich ist es unerträglich zu sehen wenn jemandem der einfach nur die Wahrheit sagt sowas passiert (+Bruder und Verteidiger des Kronzeugen).

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
8 Tage 1 h
Die “Zeitung “De Volkskrant” klagt, die Regierung sei nicht hart genug. Sie solle nach Italien schauen, wo im Kampf gegen das organisierte Verbrechen große Fortschritte gemacht wurden.” Die Niederlande zeigen auch eine unverständliche Milde gegen ihre Plofkrakers, die in D wüten. Der Kriminologe Cyrille Fijnaut macht dafür die niederländische Polizei mitverantwortlich. „Hier wird oft gesagt, die Polizei habe erfolgreich gearbeitet, weil die Zahl der Automatensprengungen bei uns abgenommen hat. Ich sage: Das ist kein Erfolg, das ist ein Drama! Das Problem wird auf Deutschland abgewälzt. Ich möchte mal wissen, was im umgekehrten Fall los wäre. Da stünde unsere Regierung schon längst… Weiterlesen »
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