Die Kapsel schlug in der australischen Wüste auf

Kapsel mit Asteroid-Proben auf Erde zurück

Samstag, 05. Dezember 2020 | 20:30 Uhr

Eine von Wissenschaftern mit Spannung erwartete Kapsel mit den ersten Proben aus dem Untergrund eines Asteroiden ist zur Erde zurückgekehrt. Man habe die von der kleinen Kapsel ausgehenden Funksignale empfangen, gab die japanische Raumfahrtbehörde Jaxa bekannt. Ein Hubschrauber sucht die Kapsel in der Wüste des Woomera-Testgeländes im Süden Australiens. Forscher erwarten 4,6 Milliarden Jahre altes Material vom Asteroiden Ryugu, das aus der Frühzeit des Sonnensystems stammt.

Forscher hoffen, durch Analyse der Proben den Ursprüngen des Sonnensystems und des Lebens auf der Erde auf die Spur zu kommen. Die Proben könnten organisches Material enthalten, berichtete der Manager der Mission, Makoto Yoshikawa. Dies könne “die Quelle von Leben auf der Erde sein”. Es besteht zudem die Möglichkeit, dass solche Asteroiden einst mit Einschlägen auf der Erde auch Wasser zu unserem Planeten brachten.

Im Juni nächsten Jahres beginnen die detaillierten Analysen des auf Ryugu gesammelten Materials. Ein Teil der Proben stellt Japans Raumfahrtagentur Jaxa der NASA sowie 2022 auch Forschern in anderen Ländern zur Verfügung. Auch das DLR plant eigene Untersuchungen. Ein Vorgänger-Modell der Raumsonde “Hayabusa2” hatte im Jahr 2010 weltweit erstmals Bodenproben eines Asteroiden zur Erde gebracht.

Die mit Spannung erwartete Landung der Kapsel ist der Abschluss der Ryugu-Mission, die im Dezember 2014 mit dem Start der “Hayabusa 2” von Japan aus begonnen hatte. Die Kapsel war von “Hayabusa2” im Vorbeiflug abgetrennt und Richtung Erde geschickt worden. Ryugu steht für den Unterwasserpalast eines Drachenkönigs aus einer japanischen Erzählung.

Nach fast vier Jahren im Weltall hatte sie ihr rund 300 Millionen Kilometer entferntes Ziel erreicht. Vor einem Jahr verließ “Hayabusa2 Ryugu wieder. Nach der Abtrennung der Kapsel bewegt sich die Sonde nun von der Erde wieder weg, um Aufnahmen von der Kapsel zu machen. Danach bricht die Sonde zu einem anderen erdnahen Asteroiden namens “1998KY26” auf. Dort soll sie in zehn Jahren ankommen. Bisher ist ihre Mission ein voller Erfolg.

Von: APA/dpa

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