Vorfall in der Steiermark

Keine Hilfe für gestürzten Motorradfahrer

Dienstag, 25. August 2020 | 15:30 Uhr

Gleich mehrere Autofahrer haben Montagfrüh einem gestürzten Motorradfahrer im südsteirischen Gralla im Bezirk Leibnitz nicht geholfen. Der 59-Jährige lag schwer verletzt in einem Kreisverkehr, andere Verkehrsteilnehmer sollen dann mit nur geringem Abstand direkt an ihm vorbeigefahren sein. Ähnliche Szenen spielten sich auch danach noch ab, als die Rettung den Mann versorgte.

Wie die Landespolizeidirektion Steiermark am Dienstag informierte, war der Motorradfahrer aus dem Bezirk Südoststeiermark gegen 7.50 Uhr in Gralla mit seinem Roller durch eigenes Verschulden gestürzt. Er blieb zunächst mit seinen schweren Verletzungen auf der Fahrbahn liegen. Ein Rettungssanitäter außer Dienst und eine couragierte Autofahrerin leisteten dann Erste Hilfe und riefen die Rettungskräfte, doch die anderen Verkehrsteilnehmer sollen “mangelhaftes Verhalten” an den Tag gelegt haben, so die Polizei.

Die Ersthelfer berichteten, dass zahlreiche Fahrzeuge ohne anzuhalten und in nur geringem Abstand zum Verletzten an der Unfallstelle vorbeigefahren waren. Selbst als die Rettung schon da war, sollen sich Autofahrer zwischen dem Rettungswagen mit Blaulicht und den Sanitätern, die den Motorradfahrer gerade versorgten, durchgezwängt haben. Dadurch wurden die Helfer nicht nur behindert, sondern auch gefährdet. Ein Erfassen der Kennzeichen sei allerdings nicht möglich gewesen.

Von: apa

Kommentare

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16 Kommentare auf "Keine Hilfe für gestürzten Motorradfahrer"


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primetime
primetime
Superredner
1 Monat 4 Tage

Ich wäre wohl auch nicht in der Lage erste Hilfe zu leisten und bevor ich jemand noch mehr verletze leg ich nicht Hand an. Aber zumindest stehen bleiben, die Rettung rufen und die Unfallstelle etwas vom restlichen Verkehr absichern wäre wohl nicht viel Arbeit…

Tattamolnia426
Tattamolnia426
Grünschnabel
1 Monat 4 Tage

Bravo Primetime.. 👌.. Mein Respekt

Ars Vivendi
Ars Vivendi
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

@primetime..👍.. auch meine “Sofortmaßnahmen am Unfallort” liegen 47 Jahre zurück 🙈. Da ist jedem “Verunfallten” zu wünschen, dass nicht ich “Laie” als erster daherkomme. Unfallstelle absichern ginge schon, aber “Erste Hilfe” wäre intuitiv und nicht sehr fachmännisch

Marc
Marc
Tratscher
1 Monat 4 Tage

@Ars Vivendi
Über erste Hilfe sollte man sich immer auf dem Laufenden halten denn was ist wenn dir sowas in der eigenen Familie passiert? Jede Sekunde kann zählen

Ars Vivendi
Ars Vivendi
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

@Marc..stimmt, aber mal ganz ehrlich, erste Hilfe zu Hause, wo innerhalb weniger Minuten der Notarzt da ist, ist schon noch einmal was Anderes, als wenn ich zu einem schwerverletzten Unfallopfer hinzukomme.

Paula
Paula
Tratscher
1 Monat 4 Tage

In Streßsituationen wächst man über sich hinaus. Und auch längst verlernt geglaubtes kommt wieder. Aber einen Verletzten einfach liegen zu lassen. Ihn zusätzlich noch zu gefährden (womöglich noch Fotos und Videos zu machen) geht gar nicht. Solle sich jeder einmal vorstellen er wäre in dieser Situation. Normal gehört jeder, der nicht geholfen oder/und einen der Menschen drumherum gefährdet hat angezeigt. Das ist fast wie Totschlag durch unterlassene Hilfeleistung. Pfui! Wie unmenschlich kann man nur sein. Ich schäme mich für alle die zu so etwas fähig sind.

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 4 Tage

@ Marc Man sollte, aber wie viele kennst du, die das tun? Hand auf’s Herz: Wer hier macht alle 5 Jahre einen Kurs?
Offensichtliche Maßnahmen, wie einen Verletzten vom brennenden Wagen wegziehen oder dafür zu sorgen, dass er in einer halbwegs natürlichen Haltung liegt, das kriegt noch jeder hin. Aber z.B. einem Motorradfahrer den Helm abnehmen überlass ich dann denjenigen, die sich mit Schädeltrauma und Genickbrüchen auskennen.

Reitiatz
Reitiatz
Superredner
1 Monat 4 Tage

jo geats nou setta egomanen 😤

anonymous
anonymous
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

Als mein Auto abbrannt blieb auch niemand stehen um zu helfen,bloß Gaffer U als die Polizei zufällig vorbei kam war alles zu spät

Marc
Marc
Tratscher
1 Monat 4 Tage

Das spiegelt die Ignoranz der Bevölkerung wieder… der Verfall der Gesellschaft

Genug
Genug
Neuling
1 Monat 4 Tage
1. Auch bei uns nehmen die Gaffer von Tag zu Tag zu… Hier könnte sich die italienische Regierung ein Beispiel an Deutschland nehmen… Strafen strafen strafen. 2. In den vorigen Kommentaren haben einige geschrieben dass sie der Ersten Hilfe nicht mehr mächtig sind. Warum macht man dann keinen Erste Hilfe Kurs? Nie daran gedacht dass man auch zuhause mal davon profitieren könnte? 3. Dies ist halt der Spiegel der Gesellschaft… Wenn es darum geht jemanden zu denunzieren stehen alle (oder zumindest sehr viele) gleich auf und schreien, aber wenn es darum geht jemanden zu helfen, dann sind das nur mehr… Weiterlesen »
Tattamolnia426
Tattamolnia426
Grünschnabel
1 Monat 4 Tage

In setta Lait kerat zi wünschen dasses ihmene amol gleich geat.. Nor redmo weitor.. Pa mir isch vor ung 15 johr a niamond schtiagebliebm.. Mein Beileid der Familie des Mannes.. 😢

Savonarola
1 Monat 4 Tage

westliche Werte…

Brummbaer
Brummbaer
Neuling
1 Monat 4 Tage

Respekt ist grundlegend für unser Verhalten in allen Bereichen des Lebens, besonders auch im Strassenverkehr! Mich erschreckt dieser zunehmende Kannibalismus rücksichtslosen Verhaltens! Nicht jeder hat die Kenntnisse, um erste Hilfe zu leisten, aber anhalten um die Rettungskräfte zu rufen, wäre wohl das Mindeste! Gute Besserung dem verunglückten Motorradfahrer!

Server
Server
Superredner
1 Monat 4 Tage

Das ist leider nichts Neues. Aber Filmen und “blöd daherreden, von wegen selber Schuld und so” das könben dann wieder alle… Erste Hilfe wäre doch zumindest Hingehen, die Straße um den Verubglückten zu sichern, sehen, ob die Person ansprechbar ist und die Rettung rufen. Das sollte doch jeder hinbekommen, oder????

Faktenchecker
Faktenchecker
Universalgelehrter
1 Monat 3 Tage

Die mediale Hetze gegen Motorradfahrer zeigt Wirkung.

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