580.000 Minderjährige flüchteten seit 2015 nach Europa

Kinder auf der Flucht oft Opfer von Kriminellen

Freitag, 02. September 2016 | 12:17 Uhr

Mehr als eine halbe Million Kinder und Jugendliche haben sich nach UN-Angaben bei der Flucht nach Europa seit Anfang 2015 in die Hände krimineller Menschenschmuggler begeben. Viele von ihnen seien von organisierten Banden sexuell ausgebeutet, zu kriminellen Handlungen angehalten oder in Zwangsarbeit zur Bezahlung der Fluchthilfe gedrängt worden.

Das berichtete das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef) am Freitag in Genf. Das sei möglich geworden, weil europäische Staaten Flüchtlingen kaum legale Wege für die Einreise böten, erklärte die Unicef-Koordinatorin für die Flüchtlingskrise in Europa, Marie-Pierre Poirier. “Gäbe es sichere und legale Optionen, wären Kinder und deren Familien nicht gezwungen, sich in die Hände von Menschenschmugglern zu begeben, die viele von ihnen auf irregulären Routen in Gefahr bringen.”

Unicef machte keine genauen Angaben dazu, wie viele Kinder auf der Flucht Opfer von Kriminellen wurden. Die Organisation verweist auf EU-Zahlen, wonach seit Jänner 2015 in europäischen Ländern von mehr als 580.000 Minderjährigen Asylanträge gestellt worden seien. Nahezu 100.000 von ihnen seien ohne Begleitung von Erwachsenen nach Europa geflohen.

Von: APA/dpa

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