Auch Fahnder aus Südtirol haben mitgewirkt

Klärung von Juwelierraub – Ermittler plädieren für “Waffengleichheit”

Montag, 23. April 2018 | 14:00 Uhr

Die Polizei betrachtet den 2017 verübten Überfall auf einen Eisenstädter Juwelier als geklärt. Vier Verdächtige wurden nach einem weiteren Raub in Deutschland gefasst und in erster Instanz verurteilt. Vertreter von Polizei und Justiz nahmen am Montag den Fall zum Anlass, um in Eisenstadt die Notwendigkeit von “Waffengleichheit” für Ermittler bei der Bekämpfung von Schwerkriminalität zu betonen.

Ein Quartett aus Serbien soll den Raub am 7. März des Vorjahres verübt haben. Während ein Täter mit einer Pistole die Verkäuferinnen bedrohte, schlugen zwei Komplizen mit Äxten die Vitrinen ein und stahlen teure Uhren. Das Fluchtfahrzeug wurde später in Eisenstadt gefunden.

Die Ermittler hatten rasch konkrete Ansätze, auch DNA-Material wurde gesichert. Keiner der Täter fand sich jedoch in einer europäischen Datenbank, berichtete der Leiter der Ermittlungsgruppe Raub beim Landeskriminalamt Burgenland, Alois Lehrner. Die Festnahmen der Verdächtigen nach einem Überfall im deutschen Recklinghausen seien Ergebnis einer langen Zusammenarbeit der Behörden in Österreich, Serbien, Südtirol und Deutschland gewesen. Man könne nun, was den Raub in Eisenstadt betrifft, “beweiskräftig davon ausgehen, dass wir drei ausführende Täter identifiziert haben und dass wir auch den Organisator der Straftat in Eisenstadt und in Recklinghausen festnehmen beziehungsweise identifizieren konnten”, erläuterte Lehrner.

“Alles in allem mussten wir zur Kenntnis nehmen, dass wir teilweise mit den vorhandenen technischen Überwachungsmöglichkeiten an unsere Grenzen gestoßen sind”, schilderte der Kriminalist: “Das ist sehr unzufriedenstellend – insbesondere, wenn man feststellt, dass die Tätergruppe sich in Österreich zu formieren versucht, teilweise auf Residentenwohnungen zurückgreifen kann und wir nicht in der Lage sind, polizeilich hier die notwendige Überwachung sicherzustellen.” Trotzdem sei es “durch hohen Personaleinsatz, durch sehr viel Akribie” der einzelnen handelnden Beamten aus den genannten Ländern gelungen, die Tätergruppierung festzunehmen.

Die Täter würden immer häufiger Internettelefonie benützen. Diese polizeilich zu überwachen, sei derzeit nicht möglich. Wenn man die Staatsanwaltschaften und die Polizeibehörden so ausstatten wolle, dass man “Waffengleichheit” herstelle, dann müsse es rechtliche Möglichkeiten geben, diese Kommunikationskanäle zu überwachen, stellte Roland Koch, Sprecher der Staatsanwaltschaft Eisenstadt, fest.

“Das ist mitnichten eine Massenüberwachung von jemandem, sondern so etwas wird pro Nummer, pro Gerät mit richterlicher Bewilligung und Antragstellung durch die Staatsanwaltschaft durchgeführt”, präzisierte Koch. Im Hinblick auf die Waffengleichheit meinte der Ankläger: “Die Polizeibeamten haben auch keine Steinschleuder, sondern die Glock 17.”

Mehr Befugnisse im Bereich der Überwachung von Kommunikation sollen Ermittler durch das vergangene Woche im Parlament beschlossenen Sicherheitspaket erhalten. Da die Umsetzung dieser Maßnahmen noch technischer Vorarbeiten bedürfe, werde es vermutliche noch dauern, bis die neuen Möglichkeiten zur Verfügung stünden, meinte Koch.

Für die beteiligten Ermittler stand am Nachmittag noch ein Termin in Wien auf dem Programm: Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) wollte die nationalen und internationalen Kriminalisten ehren.

Von: apa

Kommentare

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1 Kommentar auf "Klärung von Juwelierraub – Ermittler plädieren für “Waffengleichheit”"


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krakatau
krakatau
Universalgelehrter
29 Tage 10 Min

Waffengleichheit nicht nur für die Ermittler. Wenn jemand überfallen wird soll sich der Überfallene wehren dürfen und den Räuber erschiessen wenn er eine Waffe hat und dies ohne sein Leben zu gefährden tun kann. Wenn erst einmal einige tote Banditen auf der Strasse liegen werden sich die anderen gut überlegen Ein Geschäft, Bank, usw. auszurauben

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