Markantes Minus bei Einbruchsdiebstählen

Kriminalität geht weiter zurück – Erneut Anzeigen-Minus

Mittwoch, 08. August 2018 | 14:11 Uhr

Nach einem für 2017 registrierten Zehnjahrestief setzt sich der Rückgang der Kriminalität in Österreich fort. In den ersten sechs Monaten 2018 hat die Polizei nach vorläufigen Zahlen 228.887 Anzeigen bearbeitet, um rund zehn Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das gab das Bundeskriminalamt (BK) bekannt.

Ein markantes Minus gab es bei Anzeigen der Polizei an die Staatsanwaltschaften nach Einbruchsdiebstählen in Wohnungen bzw. Wohnhäuser, ein Trend, der sich bereits im zweiten Halbjahr 2017 erkennen ließ. Die Zahl ist von damals 6.680 auf 5.808 Anzeigen gesunken. Für Täter unattraktiver werden offenbar Ziele, in denen sich an sich begehrenswertes Diebesgut wie Tresore oder wertvoller Schmuck befinden. BK-Direktor Franz Lang führt das auf erfolgreiche Ermittlungsarbeit und auf den Umstand zurück, dass solche Wohnungen bzw. Häuser immer besser gesichert werden.

“Wo wir jetzt aber höllisch aufpassen müssen, das sind sogenannte Versorgungseinbrüche in Zweitwohnsitze”, sagte Lang im Gespräch mit der APA. Reisende Täter bringen sich demnach vorübergehend dort unter, teilweise handle es sich um Beschaffungskriminalität im Drogenmilieu.

Ein Zehnjahrestief registrierten die Statistiker des Bundeskriminalamts im Bereich Kfz-Diebstahl. 1.092 Anzeigen hat die Polizei im ersten Halbjahr 2018 abgearbeitet, im Vergleichszeitraum 2017 waren es noch 1.275 gewesen. Und nicht allein die Besitzer teurer neuer Fabrikate tun gut daran, in Diebstahlsicherungen zu investieren. “Gestohlen werden auch ältere Modelle, da es offenbar um die Beschaffung von Ersatzteilen für Zielländer geht”, erläuterte Lang. Diese Länder befinden sich nach Erkenntnissen der Ermittler im Nahen Osten, in Nordafrika und in Südosteuropa.

Etwas zwiespältig fällt die Bilanz im Bereich der Gewaltdelikte aus. Zwar gab es einen Anzeigenrückgang um mehr als vier Prozent auf 19.730. Die Zahl der Anzeigen der Polizei an Staatsanwaltschaften nach Tötungsdelikten stieg von 33 auf 34. Ein massives Plus gab es allerdings in Wien: Die Ermittler in der Bundeshauptstadt haben von Jänner bis inklusive Juni 17 solche Anzeigen an die Anklagebehörde weitergeleitet, um zehn mehr als im Vergleichszeitraum 2017.

Sorgen bereitet der Polizei laut Lang, dass bei Gewaltdelikten immer häufiger Stichwaffen verwendet werden. Verübt werden solche Taten sehr oft innerhalb einer Community oder vor dem Hintergrund interethnischer Konflikte, wenn es zum Beispiel um Territorien geht.

Hinaufgeschossen ist die Zahl der Anzeigen wegen Vergewaltigung – von 261 auf 374, wobei unter den Opfern besonders die Zahl der Frauen aus Afghanistan steigt. Nicht beantworten lässt sich aus Sicht der Polizei zunächst die Frage, ob mehr solche Taten verübt werden oder Frauen eher bereit sind, Anzeige zu erstatten.

Fortgesetzt hat sich der Boom im Bereich Internet-Kriminalität, auch wenn sich der Anstieg laut Lang etwas abflacht. 8.500 Anzeigen hat die Polizei im ersten Halbjahr bearbeitet, im Vergleichszeitraum 2017 waren es knapp 8.000. Zurückzuführen ist dieses Plus auf Betrugstaten, nach denen fast 6.200 Anzeigen erstattet wurden, um rund 500 mehr als 2017. Das Gros entfällt auf den sogenannten Bestellbetrug, sowohl von Seiten vermeintlicher Anbieter – scheinbarer Webshops – als auch von Leuten, die “gratis” online einzukaufen versuchen und meinen, die Angabe einer falschen Identität reicht dafür aus.

Neben dem offenen Internet bietet das Darknet einen “Riesenmarktplatz für kriminelle Dienstleistungen”, wie Lang es formuliert. “Dort lassen sich Internet-Adressen für Spam-Mails ebenso bestellen wie Hacking-Software inklusive Rezensionen und einer Gratis-Probeversion.” Dass ein Teil des Drogenhandels über das Darknet abgewickelt wird, ist bekannt. Die Cyberermittler tun sich in dessen Tiefen um, bei Sicherstellungen wird die Polizeiarbeit wieder bodenständig: Im Paketshop oder im Postkastl.

Die Aufklärungsquote beträgt für das erste Halbjahr nach ebenfalls vorläufigen Zahlen 48,8 Prozent nach 49,7 Prozent im ersten Halbjahr 2017. Von 135.520 festgenommenen Tatverdächtigen waren 40 Prozent Ausländer, in erster Linie Rumänen, Deutsche und Serben.

Von: apa

Kommentare

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18 Kommentare auf "Kriminalität geht weiter zurück – Erneut Anzeigen-Minus"


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Dagobert
Dagobert
Superredner
7 Tage 23 h

In Bozen ist genau das Gegenteil der Fall.

ivo815
ivo815
Kinig
6 Tage 16 h

Woher weißt du das?

Krabbe
Krabbe
Grünschnabel
5 Tage 23 h

@ivo815
Hahaha, auch der war wieder mal saugut!:))
Langsam glaub ich mich getäuscht zu haben. Du bist gar keine verblendeter linksgrüner Soziologe, du bist ein begnadeter Komiker mit einem Hang zur Satire! Wo und wann kann man dich auftreten sehen?
LG von der Krabbe

gapra
gapra
Superredner
5 Tage 22 h

@Krabbe Sie haben leider keinen Hang zur Satire, dagegen ganz viele Hänge, die Ihnen den Blick verstellen.

ivo815
ivo815
Kinig
5 Tage 22 h

@Krabbe beinahe täglich auf SN.
Mir fehlt immer noch die „Gegenstatistik“ die beweisen soll, dass wir in den schlimmsten Zeiten ever leben

PatrickStar
PatrickStar
Grünschnabel
7 Tage 22 h

lmao jaja das sieht man ja. Bozen ist sicher wie noch nie! xD
Täglich nur mehr eine hand voll Einbrüche.. super!

hannes
hannes
Grünschnabel
7 Tage 19 h

Anzeigenminus weil eine Amzeige nichts bringt…

Rechner
Rechner
Tratscher
7 Tage 10 h

Fakt ist in Südtirol wurden in den Achtzigern mehr Diebstähle angezeigt als heute. Und das bei 80.000 Einwohnern weniger. Und 1 Prozent Ausländern. Gute alte Zeit also.
Aber ihr hier seid ja Zahlenresistent!

real1st
real1st
Tratscher
7 Tage 2 h
m69
m69
Universalgelehrter
7 Tage 1 h

Rechner@

Fakt ist auch, dass Diebe meiner Mutter in einem Zeitraum von 2 Jahren 3 Fahrräder am Hauseingang gestohlen haben. 
(um das jahr 2013-2014) 

Meine Mutter hat keine Anzeige gemacht, und hat mir gesagt, was bringt es mir???? nur unnütz in die Stadt zu fahren Stundenweise herumzusitzen um dann eine Anzeige zu machen??? 
Für ein Fahrrrad, das ich nicht lache!!!

ps. musste meiner Mutter leider Recht geben, wegen einem Fahrrad??? Die Behörden haben andere Prioritäten.

Staenkerer
7 Tage 27 Min

in de ochziger worn de leit a no so blauäugig zu moan das de anzeigen eppas nutzn und de diebe gsuacht wern, heit woas mans besser!
i honn a zwoa onzeigenwisch , oan von de spot 80er oan von unfong 2000 wegen einbruch, gleich wie 5 weitere in der siedlung,….. gebrocht hots nix!
in nächsten einbruch zoag i lei un weil mittlerweil de schädn an tür und fenster de versicherung zohlt!
insre leit hobn scheibchenweiße es vertrauen an justz verlorn, desholb a wieniger anzeign! des hot also nix mit rückgang zu tien, do konnsch du ummanond rechnen wie du willsch!

giftzwerg
giftzwerg
Universalgelehrter
7 Tage 18 h

jeder hots verstonden ,dass wenn de jemand unzoagsch ,wersch a 2x zin opfer

nightrider
nightrider
Tratscher
7 Tage 17 h

Wenn jetzt stott 10 Einbrüche lei mehr 9 sein reißt sell a net olles außer.

Staenkerer
7 Tage 36 Min

wenn stott 10 einbrüche 15 sein ober lei mehr 9 ungezoag wern weils eh lei zeitverschwendung isch, isch des, laut statistik, a gravierender rückgong ….

Martha
Martha
Grünschnabel
7 Tage 18 h

bald gibt’s gar keine Kriminalität!!!

nobody
nobody
Superredner
6 Tage 20 h

Das ist eine Falschmeldung , eine Augenauswischerei, ein Bluff…die Medien sind voll von Meldungen über Kriminalität in unserem kleinen Land!

ivo815
ivo815
Kinig
6 Tage 16 h

Die Medien sind voll mit Falschmeldungen

m69
m69
Universalgelehrter
6 Tage 15 h

Ivo815@

Stimmt! 😎

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