Prozess gegen Benno Neumair wird fortgesetzt

Laura Persellis Ängste: Messer und Scheren versteckt

Dienstag, 17. Mai 2022 | 15:48 Uhr

Bozen – Der Schwurgerichtsprozess gegen Benno Neumair ist am heutigen Dienstag fortgesetzt worden. Der 31-Jährige muss sich bekanntlich wegen des Mordes an seinen Eltern Laura Perselli und Peter Neumair verantworten. Neben Psychiater Lorenzo Annechini wurde auch eine Freundin des getöteten Ehepaares in den Zeugenstand gerufen.

Dem Angeklagten wird bekanntlich vorgeworfen, am 4. Jänner 2021 seine Eltern getötet und deren Leichen in die Etsch geworfen zu haben. In den Wochen danach hatte er ein Geständnis abgelegt.

Die Bekannte, die am Dienstag ausgesagt hat, lebt in der Nähe von Rom, stand laut eigener Aussage mit Laura Perselli und Peter Neumair – vor allem telefonisch – in regelmäßigem Kontakt. Laura Perselli habe sich Sorgen gemacht, weil ihr Sohn zuerst Anabolika eingenommen und später spezielle Essgewohnheiten entwickelt habe.

Auch als Benno Neumair im Sommer 2020 einen Zusammenbruch in Ulm erlitten hatte, hat Laura Perselli mit der Freundin darüber gesprochen. Die Mutter habe ihren Sohn – den Angeklagten – immer schon als etwas schwierig und arrogant beschrieben, sagte die Zeugin aus. Laura Perselli habe für die Rückkehr ihres Sohnes aus Ulm zudem vorsorglich die Messer und Scheren in der Wohnung vor ihm versteckt.

Im Gericht wurden drei Audiobotschaften von Laura Perselli abgespielt, die sie ihrer Freundin vor der Rückkehr von Benno Neumair aus Ulm nach Südtirol geschickt hatte. Daraus ging unter anderem hervor, dass Eltern des Angeklagten aus Angst vor ihrem eigenen Sohn mit zugesperrten Türen geschlafen hätten.

“Ich habe Angst um meinen Jungen. Er ist ein guter Junge, in dem sich eine Bestie befindet. Peter kümmert sich nun um Benno und er macht es sehr gut. Wir müssen ihn in einer Einrichtung unterbringen, hier in der Wohnung kann er nicht bleiben”, hatte Laura Perselli betont.

Die Freundin der Eltern erklärte außerdem vor Gericht, dass sie Laura Perselli am 2. Jänner 2021 – zwei Tage vor ihrer Ermordung – gehört habe. Die Mutter des Angeklagten sei erleichtert gewesen, da sich ihr Sohn offenbar bereit erklärt habe, sich endlich einer Therapie unterziehen zu wollen. Zudem habe er vorgehabt, aus dem Elternhaus in eine kleine Wohnung auszuziehen. Seine Eltern hätten ihm dabei geholfen.

Während der Verhandlung kam außerdem ein Vorfall am 30. Juli 2020 zur Sprache. Damals war die Polizei samt den Rettungskräften in die Familienwohnung gerufen worden. Die Eltern wollten ihren Sohn in die Psychiatrie einliefern lassen, nachdem es zu einem Streit zwischen dem Angeklagten und seiner Freundin in Ulm gekommen war. Offenbar wollte Benno Neumair sofort zu ihr nach Deutschland fahren. Seine Mutter wollte das allerdings verhindern, da sie befürchtete, er könnte seiner Freundin etwas antun könnte. Nach einer längeren Diskussion mit den Eltern zogen die Einsatzkräfte wieder ab.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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2 Kommentare auf "Laura Persellis Ängste: Messer und Scheren versteckt"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Evi
Evi
Universalgelehrter
1 Monat 9 Tage

Der Pycha sog zurechnungsfähig. Also…

Realistisch
Realistisch
Grünschnabel
1 Monat 9 Tage

Ingaling amol verurteiln und guat. Wer zohlt de gonzn Gerichtspesen.

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