Einsatzkräfte hatten viel zu tun

Lawinenabgang in Lech/Zürs – alle Vermissten aufgetaucht

Montag, 26. Dezember 2022 | 09:11 Uhr

Der Lawinenabgang in Lech/Zürs am Sonntagnachmittag ist mit einem “Weihnachtswunder” zu Ende gegangen. Nach Befürchtungen, wonach bis zu zehn Personen von den Schneemassen begraben worden sein könnten, wurde am späten Sonntagabend Entwarnung gegeben. Gegen 23.00 Uhr meldeten sich auch die letzten beiden Vermissten, der Such- und Rettungseinsatz wurde eingestellt. Aus Sicherheitsgründen wurde am frühen Montagvormittag noch eine letzte Sicherheitssuche durchgeführt.

Die Lawine ging kurz vor 15.00 Uhr bei der Trittkopfbergstation ab. Sie nahm ihren Anfang im freien Gelände, die Schneemassen ergossen sich aber auch über die Skipiste Nr. 134 (Balmen) und verlegte sie auf einer Länge von 500 bis 600 Meter. Auf einem Video eines Skigasts war zu sehen, dass sich beim Abgang des Schneebretts zehn Wintersportler im Bereich der Lawinenbahn aufgehalten hatten – weshalb sogleich die Rettungskette in Gang gesetzt wurde.

Während ein teilverschütteter Wintersportler rasch aus den Schneemassen geborgen wurde – er wurde mit schweren Verletzungen in die Klinik nach Innsbruck geflogen – blieben die anderen auf dem Video erkennbaren Personen trotz des Großeinsatzes an Rettern zunächst verschollen. Parallel zu den Sucharbeiten auf dem Lawinenkegel mit über 200 Beteiligten, mehreren Lawinensuchhunden und sieben Helikoptern betrieb die Polizei akribische Ermittlungsarbeit, um die Identität der Gesuchten herauszufinden.

Diese meldeten sich laut Polizei erst im Verlauf des Abends. Sie waren selbstständig ins Tal abgefahren hatten ihre Beteiligung am Lawinenunfall nicht gemeldet. Gegen 20.30 Uhr wurden noch zwei Personen vermisst. Als auch diese nach ihrer Ankunft zu Hause gegen 23.00 Uhr Kontakt mit der Polizei in Lech aufnahmen, konnte Entwarnung gegeben werden. Von den zehn Personen auf dem Video wurden vier verletzt, die teilverschüttete Person schwer. Weil noch andere, nicht auf dem Video sichtbare Wintersportler von der Lawine erfasst worden sein könnten, wurde am Montag gegen 8.00 Uhr mit einer letzten Sicherheitssuche begonnen. Mit weiteren Verschütteten rechnete aber niemand. “Nach derzeitiger Erkenntnislage kann davon ausgegangen werden, dass keine Personen mehr vermisst werden”, hieß es seitens der Polizei.

Sowohl bei den Einsatzkräften als auch bei den Verantwortlichen der Arlberg-Gemeinde war die Erleichterung nach dem stundenlangen Sucheinsatz riesengroß. Vorarlbergs Sicherheitslandesrat Christian Gantner (ÖVP) und Hermann Fercher von Lech/Zürs-Tourismus nahmen den Begriff “Weihnachtswunder” in den Mund. Die Ermittlungen der Polizei liefen indessen weiter. So galt es insbesondere zu klären, wie es möglich war, dass die Lawine auf die Piste abging. Am Arlberg herrschte am Sonntag wie am Montag erhebliche Lawinengefahr der Stufe drei auf der fünfstufigen Gefahrenskala.

Von: apa

Kommentare

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12 Kommentare auf "Lawinenabgang in Lech/Zürs – alle Vermissten aufgetaucht"


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Zussra
Zussra
Tratscher
1 Monat 6 Tage

Itz wearn sich di Rechtsonwälte vo die Lawinenopfo in Stellung breng, um jo a hoacha Schodnsersotz- und Schmerznsgeldforderung ausazidostreitn!

OrtlerNord
OrtlerNord
Superredner
1 Monat 5 Tage

zus…..
Was würdest du tun wenn deine Tochter mit zwei Kindern ihr Leben verliert und ihr Mann alleine mit den Kindern dasteht und auf ihn große Kosten auf ihn zukommen.
Da sagst du dann das war Gottes Wille!!!🤷‍♂️

Zussra
Zussra
Tratscher
1 Monat 5 Tage

@OrtlerNord Wenne in Bericht bessa lesasch, noa wurasche vielleicht draukem, daß do niemand gstorbm isch, ba den Lawinenunglück in Lech- Zürs!
Leseschwäche!?

Fritzi
Fritzi
Neuling
1 Monat 6 Tage

Unverantwortlich und ohne viel Verstand.

OrtlerNord
OrtlerNord
Superredner
1 Monat 5 Tage

Fritzle…..
Wer?
Du?

DontBeALooserBeASchmuser
1 Monat 5 Tage

@Fritzi bisher keine Information darüber, ob die sich die Lawine selbst ausgelöst hat, sie ging auf eine Skipiste ab.

Also beschreibt dein Kommentar nur eines: Deinen Kommentar!

brunner
brunner
Universalgelehrter
1 Monat 6 Tage

Zum Glück…..und die Retter mussten wieder mal die ganze Nacht herhalten…

DontBeALooserBeASchmuser
1 Monat 5 Tage

Schnee verbieten! Lawinen verbieten!

Wilhelmina
Wilhelmina
Grünschnabel
1 Monat 6 Tage

Großen Dank an die vielen Einsatzkräfte, die unermüdlich tätig waren! 🫶🏼

Staenkerer
1 Monat 5 Tage

gott sei donk hot sich de erste schreckensmeldung nit bestätigt und es isch no guat ausgongen!
an großen donk den suchmonschftn, den sicher a a stoan vom herzen gfolln isch!

geatsno
geatsno
Neuling
1 Monat 5 Tage

Do konn jemand mehr als lei a Kerzl zünden.
Ein Weihnachtswunder.

Faktenchecker
1 Monat 4 Tage

Jetzt kommt der Staatsanwalt ins Spiel…


Jetzt ermittelt die Polizei wegen fahrlässiger Körperverletzung
Skigebiet wusste von der akuten Lawinengefahr in Lech

https://www.blick.ch/ausland/jetzt-ermittelt-die-polizei-wegen-fahrlaessiger-koerperverletzung-skigebiet-wusste-von-der-akuten-lawinengefahr-in-lech-id18178140.html

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