Die Frau machte einen verwirrten Eindruck

Lebensgefährtin gestand Mord in Wiener Hotelzimmer

Sonntag, 16. September 2018 | 20:54 Uhr

Die Tötung einer jungen Deutschen in einem Hotelzimmer in Wien-Favoriten scheint geklärt. Wie Polizeisprecher Paul Eidenberger am Sonntagabend der APA mitteilte, hat ihre 31-jährige Lebensgefährtin gestanden, die 25-Jährige erdrosselt zu haben. Ein Motiv ist schwierig auszumachen: Die Frau machte in den stundenlangen Einvernahmen einen sehr verwirrten Eindruck.

Das Paar – beide Frauen hatten jeweils einen eigenen Wohnsitz in Wien – hatte am Freitag für nur eine Nacht in dem Hotel eingecheckt. Am darauffolgenden Vormittag kam die 31-Jährige zur Rezeption und bat um Hilfe, weil es ihrer Freundin nicht gut gehe. Die Rezeptionistin setzte die Rettungskette in Gang, während die Frau zurück auf ihr Zimmer ging.

Polizisten fanden die Leiche der 25-Jährigen im Schlafzimmer der beiden Tagesgäste. Die Tote lag am Boden, über sie war eine Decke gezogen, sagte der Polizeisprecher. Die Obduktion ergab, dass die aus dem Raum Düsseldorf stammende Frau erdrosselt wurde. Als Tatwerkzeug wurde vermutlich der Gürtel eines in dem Hotelzimmer befindlichen Bademantels verwendet. Nähere Aufschlüsse dazu sollen weitere pathologische Untersuchungen bringen.

Die Einvernahmen der 31-Jährigen gestalteten sich ob des psychischen Zustandes der Verdächtigen sehr schwierig. Sie redete offenbar erst, als ihre Verteidigerin an ihrer Seite war. Ein wirkliches Motiv für die Tat konnte sie nicht nennen. Nur soviel: Dem Vernehmen nach soll sie davon gesprochen haben, dass sich Pharmafirmen gegen sie verschworen hätten. Die Rechtsvertreterin der 31-Jährigen war trotz mehrfacher Versuche am Sonntagnachmittag und -abend für die APA nicht erreichbar.

Von: apa