Peter Madsens selbst entwickeltes U-Boot

Lebenslang für dänischen Erfinder Peter Madsen

Mittwoch, 25. April 2018 | 13:59 Uhr

Der dänische Erfinder Peter Madsen ist in Kopenhagen wegen der Ermordung der Journalistin Kim Wall zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Gericht – eine Berufsrichterin und zwei Geschworene – folgte mit seinem Urteil der Forderung der Anklage. Der 47-Jährige wurde für schuldig befunden, die 30-Jährige im August 2017 auf seinem U-Boot missbraucht, ermordet und zerstückelt zu haben.

Das Urteil sei einstimmig gefallen, sagte die Richterin. Eine lebenslange Freiheitsstrafe bedeutet in Dänemark im Durchschnitt rund 15 Jahre Gefängnis. Nach zwölf Jahren kann bei der Königin eine Begnadigung beantragt werden. Nur wenige Gefangene bleiben tatsächlich bis zum Ende ihres Lebens hinter Gittern. Madsens Verteidigerin kündigte eine Berufung gegen das Urteil an.

Kim Wall war am 10. August 2017 für ein Interview mit dem in Dänemark bekannten Erfinder Madsen in seinem U-Boot auf den Öresund, die Meerenge zwischen Dänemark und Schweden gefahren. In der Nacht meldete ihr Freund sie als vermisst. Am nächsten Vormittag tauchte die “Nautilus” auf, sank dann aber. Die Retter fischten nur Madsen aus dem Wasser. Teile von Walls Leiche – Kopf, Torso, schließlich Beine und Arme – fand man in den folgenden Tagen und Wochen im Meer.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Madsen Wall im U-Boot fesselte und mit spitzem Werkzeug auf sie einstach. Dann schnitt er ihr womöglich den Kopf ab. Die genaue Todesursache konnte allerdings nicht festgestellt werden. Weil man Stichwunden unter anderem in den Geschlechtsteilen fand, geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass Madsen Sex-Fantasien auslebte.

Madsen behauptete zunächst, er habe sie nach einer Havarie unversehrt an Land gebracht. Als ihre Leichenteile gefunden wurden, sagte er, Wall sei bei einem Unfall an Bord ums Leben gekommen und er habe ihre Leiche im Meer entsorgt. Später änderte er seine Angaben neuerlich und sagte, Wall sei nach einem plötzlichen Druckabfall an Bord gestorben. Bis zum Schluss betonte Madsen im Prozess, er habe die Frau nicht vorsätzlich getötet.

Vor Gericht kamen immer wieder grausame Details zutage. So wurden Videos von Hinrichtungen und Enthauptungen gezeigt, die auf einer von Madsens Festplatten gespeichert waren. Er sei vom Tod fasziniert gewesen und habe vom perfekten Verbrechen geträumt, sagten Zeugen aus.

Von: APA/dpa/ag.