Bei Pestiziden und Tierzucht wird genauer hingeschaut

Lebensmittelkontrolle soll in EU deutlich verschärft werden

Mittwoch, 15. März 2017 | 16:05 Uhr

Als Konsequenz mehrerer Skandale wird die Lebensmittelkontrolle in der EU deutlich verschärft. Das Europaparlament verabschiedete am Mittwoch eine Verordnung, mit der in der gesamten Versorgungskette vom Erzeuger bis zum Verbraucher ein umfassendes und wirksames Kontrollsystem eingeführt werden soll.

Die Kontrollen betreffen neben Lebensmitteln auch Futtermittel, die Tierzucht, die Verwendung von Pestiziden, die ökologische Landwirtschaft sowie die geschützten Herkunftsbezeichnungen. Ziel ist es, die Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln zu verbessern und Betrugsfälle wie den Pferdefleischskandal im Jahr 2013 zu bekämpfen. Die EU-Staaten werden zu regelmäßigen Kontrollen verpflichtet. Zudem soll es auch mehr unangemeldete Kontrollen geben. Außerdem müssen die Mitgliedsländer für Verstöße gegen die Vorschriften abschreckende Strafen vorsehen.

Erstmals werde im EU-Lebensmittelrecht auch ein Schutz für “Whistle-Blower” verankert, erläuterte die Berichterstatterin, die österreichische Sozialdemokratin Karin Kadenbach. Informanten, die Missstände offenlegen, würden künftig vor Sanktionen geschützt. Verbraucher hätten das Recht zu wissen, was sie essen.

Die Verordnung zielt auch darauf ab, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei der Verfolgung von Verstößen gegen das Lebensmittelrecht zu verbessern, etwa durch den Austausch von Informationen. Wie die verstärkten Kontrollen finanziert werden – durch Gebühren oder aus Steuereinnahmen – kann jeder EU-Staat für sich entscheiden.

Auf den Kompromiss, der mehrere Richtlinien und Verordnungen zu einem Paket bündelt, hatten sich Unterhändler des Europaparlaments und der EU-Staaten nach 18-monatigen Verhandlungen geeinigt. Mit der Zustimmung des Europaparlaments ist die Gesetzgebung nun abgeschlossen. Den EU-Staaten wird allerdings eine Übergangsfrist bis Mitte Dezember 2019 eingeräumt. Spätestens ab dann müssen sie die neuen Vorschriften vollständig einhalten.

Nach Angaben des Europaparlaments beschäftigt die Lebensmittelindustrie in der EU rund 48 Millionen Menschen und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von gut 750 Milliarden Euro.

Von: APA/ag.

Kommentare

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4 Kommentare auf "Lebensmittelkontrolle soll in EU deutlich verschärft werden"


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enkedu
Universalgelehrter
8 Tage 17 h

das isch richtig. bürokratie aufbauen und dokumente vorschreiben. die haupttätigkeit der Eurokraten. 👎

die wirklichen Probleme Sorgen und Ängste haben sie nicht mal erkannt. Lösungen = fehlanzeige

Oberlaender
Oberlaender
Grünschnabel
8 Tage 15 h

endlich kommt bewegung in die sache. gut kontrollierte lebensmittel erachte ich als sinnvoll. nur der preis soll auch stimmen, damit wir bauern ohne förderung leben können

wolke5
Tratscher
8 Tage 14 h

Warum erst 2019? Massentierhaltungsbetriebe die sich nicht an Auflagen halten gehören zugesperrt ohne wenn und aber und den Betreibern jede Tätigkeit in Richtung Tierhaltung untersagt und zwar für immer.

Mistermah
Superredner
8 Tage 14 h

Die Normen sind scharf genug. Die Kontrollen müssen verbessert werden. Wenn es in der Pharmaindustrie nur halb so scharfe Normen gäbe, wäre 80% der Medikamente nicht auf dem Markt. Oder habt ihre ähnliche Nebenwirkungen irgendwann auf einer lebensmittelpackung gesehen?

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