Nur noch 43 Patienten im Spital

LKH Hartberg geht nach weiterer Infektion “vom Netz”

Freitag, 13. März 2020 | 18:17 Uhr

Das LKH Hartberg muss wegen einer zweiten Coronavirus-Infektion bei einem Mitarbeiter nun komplett “vom Netz” genommen werden, sagte ein Sprecher der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft (KAGes) Freitagfrüh. Nun sollen nur noch 43 Patienten stationär behandelt und nach und nach entlassen werden. Einen ersten positiv getesteten Patienten gibt es seit Freitag auch im Wiener KH Nord.

Der zweite Fall in Hartberg war Donnerstagabend bekannt geworden. Unter den 43 sind auch zwölf Männer und Frauen, die zu den Kontaktpersonen der ersten infizierten Mitarbeiterin des Krankenhauses gehören. Der nun neu infizierte Mitarbeiter zähle nicht zum Kreis der Kontaktpersonen der ersten Infizierten, daher habe man sich nun entschieden, das Spital komplett zu sperren. Die noch zu behandelnden Patienten und Kontaktpersonen werden von Mitarbeitern mit Kontaktbezug behandelt. Für das LKH Hartberg gilt wie auch für andere Spitäler, dass nicht notwendige Operationen und Behandlungen verschoben werden. Damit wird Kapazität für die unbedingten Betreuungsfälle frei.

Unter den verbliebenen 43 Patienten des Spitals sind keine mit dem Coronavirus infizierten Menschen, wurde betont. Alle entsprechenden Tests seien bisher negativ ausgefallen. Die Patienten sollen nach und nach – nach Möglichkeit – in häusliche Isolation geschickt werden.

Bestätigt wurde von der KAGes auch ein Fall einer infizierten Mitarbeiterin der Onkologie am LKH Graz. Die Abteilung sollte ersten Informationen zufolge in Betrieb bleiben, sagte der Sprecher. Über die genauen Maßnahmen wurde Freitagfrüh erst beraten.

Erstmals ist nun auch im Wiener Krankenhaus (KH) Nord ein Patient positiv auf SARS-CoV-2 getestet worden. Wie der Sprecher des medizinischen Krisenstabs der Stadt Wien, Andreas Huber, am Freitagnachmittag der APA berichtete, war der Mann ohne Anzeichen auf eine Covid-19-Erkrankung zu einer Röntgenuntersuchung ins Spital gekommen.

Während der Untersuchung sei der Mann plötzlich kollabiert und notfallmedizinisch versorgt worden, berichtete Huber. Im Zuge dessen wurde auch ein Mundhöhlenabstrich entnommen und eine Infektion mit dem Coronavirus festgestellt. Der Patient wurde ins Kaiser-Franz-Josef-Spital überstellt, wo er auf der Isolierstation weiter behandelt wird.

Das Personal, das mit dem Mann Kontakt hatte, wurde heimgeschickt und befindet sich für 14 Tage in häuslicher Absonderung. Diese Maßnahme betrifft 30 Spitalsmitarbeiter, die bis auf weiteres im Krankenhausbetrieb abgehen. Das Institut für Radiologie wurde großflächig gereinigt und desinfiziert und musste nicht gesperrt werden.

Insgesamt 24 Personen, die mit einer 42 Jahre alten, mit dem Coronavirus angesteckten Klagenfurterin Kontakt gehabt haben, sind am Freitag von der Leitung des Landeskrankenhauses Villach nach Hause geschickt worden. Das erklärte eine Sprecherin der Krankenanstalten-Betriebsgesellschaft Kabeg auf Anfrage der APA. Die Betroffenen müssen vorerst das Wochenende daheim verbringen. Sollten bis nach dem Wochenende keine Symptome auftreten und die Virustests negativ verlaufen, wird die Maßnahme aufgehoben. Laut Kabeg handelt es sich bei den 24 Personen durchwegs um Spitalsmitarbeiter.

Entwarnung gibt es bezüglich der beiden Ärzten des Krankenhauses Spittal an der Drau. Die Mediziner waren als Verdachtsfälle für das Coronavirus eingestuft worden. Am Freitagnachmittag lag das Testergebnis vor, es ist in beiden Fällen negativ, wie das Krankenhaus in einer Aussendung mitteilte. Die Absonderung von 50 Mitarbeitern des Spitals wurde daraufhin aufgehoben.

Auch für einen Corona-Verdachtsfall im Krankenhaus Oberwart gab es Entwarnung: “Der Test des Mitarbeiters auf der Neurologischen Station ist glücklicherweise negativ. Somit geht die Station wieder in den Betrieb wie vorher”, teilte ein Sprecher der KRAGES (Burgenländische Krankenanstalten-Gesellschaft m.b.H.) am Freitag der APA mit.

Das Bundesheer berichtete am Freitag von einem Verdachtfall in Horn. Ein Unteroffizier der Garde sei isoliert worden. “Alle 223 Soldaten der Kompanie bleiben vorerst in der Kaserne”, twitterte Michael Bauer, der Sprecher des Verteidigungsministeriums. Alle Maßnahmen der Gesundheitsbehörden seien durchgeführt worden. Das Ergebnis eines Tests ist noch ausständig.

Unterdessen wurden bisher in Österreich 423 Personen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet. Das gab das Gesundheitsministerium am Freitag mit Stand 8.00 Uhr bekannt. Insgesamt wurden 6.582 Personen auf eine Infektion untersucht. Ein Patient ist bisher verstorben. In Niederösterreich gibt es in Sachen Coronavirus erstmals zwei genesene Patienten. Damit dürfte die Zahl der genesenen Personen österreichweit auf sieben gestiegen sein.

Die meisten Fälle gibt es mit 132 in Tirol. In Niederösterreich wurden 63 Personen, in Wien 74, in der Steiermark 38, in Oberösterreich 68, in Salzburg 21, im Burgenland sechs, in Vorarlberg 17 und Kärnten vier positiv getestet.

Um den Gang zum Arzt zu ersparen gilt ab Montag die Telefonverschreibung von Medikamenten für alle Versicherten, stellte der Dachverband der Sozialversicherungsträger am Freitag klar. Das Service könne bei Kassenärzten genutzt werden, die mit e-Medikation arbeiten. Der Arzt übermittelt elektronisch direkt an die Apotheke, welches Medikament abgegeben werden darf. Der Patient muss nur seinen Namen und seine Sozialversicherungsnummer nennen. Danach kann er das Medikament in der Apotheke mitnehmen.

Von: apa