Kinder in Spanien dürfen das Haus wieder verlassen

Lockerung der Corona-Beschränkungen in etlichen Staaten

Montag, 27. April 2020 | 11:07 Uhr

Nach wochenlangem Stillstand wegen der Corona-Pandemie lockern einige Staaten vorsichtig und schrittweise ihre teils einschneidenden Beschränkungen im Alltags- und Wirtschaftsleben. So können etwa bald mehr Kinder wieder in die Schule oder den Kindergarten gehen, Menschen öfter Sport im Freien machen und Geschäfte unter strengen Auflagen wieder öffnen.

Italien hebt ab dem 4. Mai eine Reihe von Beschränkungen auf und erlaubt etwa wieder mehr Sport im Freien und mehr Bewegungsmöglichkeiten in der eigenen Region. Das kündigte Ministerpräsident Giuseppe Conte am Sonntagabend zusammen mit seinem Plan zur Öffnung des Landes an. Auch die Wirtschaft soll in mehreren Etappen starten. Italiens Schulen bleiben aber bis zu den Sommerferien geschlossen, sie öffnen erst im September wieder.

In der Schweiz dürfen ab Montag Friseurgeschäfte, Kosmetik- oder Nagelstudios sowie Baumärkte und Gartencenter wieder öffnen. Ärzte und Physiotherapeuten können ihre Praxen wieder auch für nicht dringende Termine öffnen, Krankenhäuser dürfen wieder seit Beginn der Krise aufgeschobene Eingriffe vornehmen. Maskenpflicht besteht in der Schweiz nicht, aber die Geschäfte müssen verschärfte Hygieneauflagen einhalten und für Abstand zwischen den Kunden sorgen. Schulen und weitere Geschäfte sollen in zwei Wochen wieder öffnen. Wenn die Zahl der Infektionen nicht deutlich steigt, sollen ab 8. Juni auch Berufs- und Hochschulen sowie Museen, Bibliotheken und Zoos wieder öffnen.

Nach einer viertägigen weitgehenden Ausgangssperre in der Millionenmetropole Istanbul und 30 weiteren Städten und Provinzen dürfen die Menschen in der Türkei ihre Häuser wieder verlassen. Das Ausgehverbot lief in der Nacht auf Montag ab. Während des muslimischen Fastenmonats Ramadan, der am Freitag begonnen hatte, ist in der Türkei das Fastenbrechen in Gruppen untersagt.

In Großbritannien nahm Premierminister Boris Johnson am Montag nach überstandener Covid-19-Erkrankung die Amtsgeschäfte wieder auf. Der 55-jährige Tory-Politiker hatte sich in den vergangenen zwei Wochen auf dem Landsitz Chequers erholt. Zuvor musste er nach der Infektion eine Woche im Krankenhaus verbringen, drei Tage sogar auf der Intensivstation. Erst am Sonntagabend war er wieder in den Regierungssitz Downing Street zurückgekehrt.

Im vom Virus stark getroffenen Spanien war am Sonntag wieder Kinderlachen und fröhliches Gekreische auf den Straßen zu hören. Nach sechs Wochen kompletter Ausgangssperre durften Kinder bis 14 Jahre erstmals wieder das Haus verlassen – und das sind landesweit etwa 5,8 Millionen. Es gelten aber strenge Auflagen: Nur ein Elternteil darf maximal drei Kinder begleiten, zudem ist die Zeit der täglichen Ausflüge auf eine Stunde zwischen 9 und 21 Uhr in einem Radius von einem Kilometer begrenzt.

In den USA ziehen nach ersten umstrittenen Lockerungen der Eindämmungsmaßnahmen im US-Bundesstaat Georgia diese Woche weitere Staaten nach. In Tennessee sollen am Montag Restaurants unter bestimmten Bedingungen für Gäste öffnen, am Mittwoch soll es Bewegung im Einzelhandel geben. Zudem soll am Donnerstag in Texas die Anordnung, dass Bürger weitgehend zu Hause bleiben müssen, auslaufen, wie US-Medien berichteten. In einigen Teilen des besonders heftig von der Pandemie betroffenen US-Bundesstaates New York könnten erste Unternehmen ab Mitte Mai wieder öffnen, sagte Gouverneur Andrew Cuomo. Bis dahin müsse sich die Lage aber weiter bessern.

In den chinesischen Metropolen China und Shanghai kehrten nach monatelanger Isolation Zehntausende Kinder und Jugendliche an ihre Schulen zurück. In Shanghai öffnete am Montag der Unterricht für die Abschlussklassen der Mittel- und Oberschule, während in Peking das Lernen zunächst nur für die 49.000 Schüler in den Abschlussklassen der Oberschulen losging.

Die Regierung in Paris will dem Parlament am Dienstag einen Plan für die Lockerung der Ausgangsbeschränkungen vorlegen. Premierminister Édouard Philippe kündigte auf Twitter an, der Plan, den er vorlegen werde, beinhalte sechs Punkte: “Gesundheit (Masken, Tests, Isolation …), Schule, Arbeit, Geschäfte, Transport und Versammlungen.” Die Abgeordneten sollen anschließend beraten und abstimmen.

Die von einem Oppositionsbündnis geführte ungarische Hauptstadt Budapest verhängt ab diesem Montag eine Maskenpflicht in bestimmten öffentlich zugänglichen Bereichen. Bürger, die Geschäfte, Einkaufszentren oder Märkte aufsuchen oder öffentliche Verkehrsmittel oder Taxis benutzen, müssen Mund und Nase mit einer Maske oder einem Textilstück abdecken.

In ganz Ungarn gelten seit einem Monat Ausgangsbeschränkungen. Die Bürger sollen ihre Wohnungen nur aus triftigen Gründen verlassen. Im öffentlichen Raum müssen sie einen Mindestabstand von eineinhalb Metern zueinander einhalten. Der rechts-konservative Ministerpräsident Viktor Orban hatte sich Ende des Vormonats vom Parlament umfassende und zeitlich unbefristete Vollmachten zur Bewältigung der Corona-Pandemie geben lassen.

Trotz Kritik führte Australien eine Corona-Warn-App ein, die auf freiwilliger Basis genutzt werden kann. Sie erkennt mithilfe der Bluetooth-Technologie von Handys, ob sich ein Mensch im Abstand von bis zu 1,5 Metern zu einem Infizierten aufgehalten hat. Die verschlüsselten Daten werden dann an die staatlichen Gesundheitsbehörden weitergeleitet. Auf diese Weise sollen Infektionsketten schneller nachverfolgt werden können. Gleich am ersten Tag haben fast zwei Millionen Menschen die App ihre Handys geladen. Gesundheitsminister Greg Hunt sagte, das Angebot werde “außergewöhnlich” gut angenommen.

Von: APA/dpa

Kommentare

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26 Kommentare auf "Lockerung der Corona-Beschränkungen in etlichen Staaten"


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primetime
primetime
Superredner
1 Monat 4 Tage

Darf man ab 4. Mai dann frei in der eigenen Region umherfahren wie man will oder immer noch wegen der gleichen Gründe wie bisher? Immer dieser kryptischen und Zweideutigen Texte gehen auf den Keks. 

Nico
Nico
Superredner
1 Monat 4 Tage

Anscheinend nur zu Arbeitszwecken und Verwandten – Besuchen, aber I denk nächste Woche werd des nimmer so genau genommen!

Reitiatz
Reitiatz
Superredner
1 Monat 4 Tage

a dia 2-deutigen texte lossn sie den ordnungskräfte an spielraum zum teiflisch strofn. 😤

primetime
primetime
Superredner
1 Monat 4 Tage

Nachtrag: Wenn man zudem bedenkt dass diese “Notsituation” bis mindestens Ende Juli dauert bei dem die “Experten” tun und lassen können was sie wollen. 6 Monate komplette Entmündigung und einschränkung geht zu weit, das gehört bestraft

lottchen
lottchen
Superredner
1 Monat 4 Tage

du darfs wieder freunde und familie treffen, nicht in großen gruppen, klar…
du darfs innerhalb der region dich frei bewegen ohne eigenerklärung und ohne grund. lies dir die verordnung vom LH von gestern durch, steht da alles drinn….

hefe
hefe
Superredner
1 Monat 4 Tage

Nein glaube nicht, man darf sich in der Region bewegen aber nur in Dringlichkeiten plus das die Familie dazugekommen ist (Freunde nicht), das mit der Eigenklarung mit sich führen ja nein würde mich auch interessieren

primetime
primetime
Superredner
1 Monat 4 Tage

FREI bewegen heißt für mich dass ich auch motorisiert hinfahre wo ich will ohne einen triftigen Grund zu haben. Das darf man aber nicht

genau
genau
Kinig
1 Monat 4 Tage

@primetime

Das muss bestraft werden.
Wollt ihr euch wirklich einfach so entmündigen lassen???🤢

Lana77
Lana77
Superredner
1 Monat 4 Tage

@lottchen
Wou hoschen du des glesn? Fe “ohne Grund frei bewegen in der Region” hon i nix gfunden in Kompatschers Verordnung.

falschauer
1 Monat 4 Tage

@lottchen… gestern !…..heute ist wiederum alles anders!

primetime
primetime
Superredner
1 Monat 4 Tage

@genau nein, sicherlich nicht, Motorrad wartet ja schon in der Garage. Aber slange nicht eine “Welle des Aufstandes” durch ganz Italien geht ist man nur Einzelkämpfer mit 0 Aussicht auf Chancen etwas zu erreichen. Es ist Zeit – MANDER ES ISCH ZEIT

Moidl70
Moidl70
Neuling
1 Monat 4 Tage

Südtirol ist kaputt…Italien hat alles zerstört! Kosmetikstudio und Friseursalon dürfen im Juni öffnen… Tourismus gar keine Rede!!
Das Ausmaß wird sich nächstes Jahr zeigen und alle werden sich noch wundern wie hart es uns wirklich getroffen hat!!!

bubbles
bubbles
Superredner
1 Monat 4 Tage

Der Virus hat alles zerstört.

Allat no
Allat no
Neuling
1 Monat 4 Tage

Vollkommen unsachlich und falsch obendrein… Italien hat nichts zerstört… vielmehr musste Italien für Europa durchs Feuer und zwangsläufig Corona überrollt und unerfahren die Fehler machen, die der Rest in Europa dank Italien vermeiden konnte. Danke Rom !

Fahrenheit
Fahrenheit
Superredner
1 Monat 4 Tage

@bubbles
Nicht so negativ! Was kaputt ist, wird wieder aufgebaut! Südtiroler schaffen das!

hefe
hefe
Superredner
1 Monat 4 Tage

Wie wenn Kosmetik und Friseure und nuie Hudern so wichtig sind…. As wichtigste ist die Grundversorgung der Rest ist Luxus…… Wirtschaft und Menschheit werden sich erholen…… Vielleicht lernen die Leute auch mal zu sparen denn es sind genug die mit ihren Gehalt nicht bis zum Ende des Monats auskommen ( red nicht von Miete sondern anderer Luxus)

Italien hat nix zerstört es war der Virus und die Profitgier der Politiker und Hoteliere und die Arroganz der Bevölkerung

Susi
Susi
Grünschnabel
1 Monat 4 Tage

In vielen Ländern darf wieder fast normal gearbeitet und Schule gegangen werden, nur bei uns wird immer noch alles verboten. Als ob es Italien nicht nötig hätte, endlich die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Warum kann die Gastronomie, Tourismus, Schönheitspflege nicht wie der Einzelhandel auch schon im Mai starten? WO IST DA DER UNTERSCHIED? In Kontakt mit anderen werde ich ja auch schon ab 04.05 sein, warum müssen wir so lange geschlossen haben? 😡

primetime
primetime
Superredner
1 Monat 4 Tage

Keiner kennt den Masterplan con dieser Regierung. Da steckt schon mehr da hinter als nur ein Virus

info
info
Tratscher
1 Monat 4 Tage

Der Unterschied liegt in der Möglichkeit körperlichen Abstand zu halten.

Guri
Guri
Superredner
1 Monat 4 Tage

Susi ” weil wir im Land des Rom trot ” leben , es wird alles über einen Kamm geschohren in Italien , hauptsache es gibt genug stellen für statdliche Überwachung . .Aber man ist nicht im Stande zu differenzieren nach Regionen ! . lieber lässt man viele bankrott gehen , Armut

xyz
xyz
Superredner
1 Monat 4 Tage

Wos isch iatz mit die sozialen Kontakte? Partner, Familien usw. wenn i mitn Radl fohr, derf i schun haint zu ihmene – ober mitn no Auto net…oder wia?

Guenni
Guenni
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

Jetzt wird es surreal. Wenn man dem LH zuhört und die angekündigten Maßnahmen verfolgt, frage ich mich, wie das alles gewichtet oder gar simuliert wird. Da sitzen sogenannte Spezialisten beisammen und reden an der Realität vorbei !! z.B. Frisör, ja nicht gerade lebenswichtig, aber für das Wohlbefinden. Meine Frisörin steht i. d.R. hinter mir, ich trage Mund- und Nasenschutz, der sie schützt, wenn sie nicht ein Ohr abschneidet und sollte ich niesen, trifft es den Spiegel

Jefe
Jefe
Superredner
1 Monat 4 Tage

…..gut…dann kann man wieder den heißen Ofen aus der Garage holen….im moment ist der Benzin eh recht günstig……🏍

Orwell
Orwell
Neuling
1 Monat 4 Tage

Das ist ja ein Witz!!

ghostbiker1
ghostbiker1
Tratscher
1 Monat 3 Tage

wo sein iatz dei gonz italofreunde…sein olle gonz still weil Südtirol isch net Italien u.basta.

Guenni
Guenni
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

@bubbles….der Virus kam nicht in der Absicht, zu zerstören, es sei denn, er ist im Labor geboren und freigelassen worden. Daran glaube ich aber noch nicht. Was vieles ins Wanken gebracht und auch zerstört hat, war am Anfang Unwissenheit und Fehleinschätzungen. Dann aber haben in der EU mangelnde Zusammenarbeit, keine Solidarität, Egoismus und nationale und regionale Interessen ein abgestimmtes und gemeinsames erfolgversprechendes Vorgehen verhindert. Es gibt bestimmt noch viele weitere Gründe, aber mich kotzen schon die genannten an. Denn eines muss uns allen klar sein, die Rechnungen zahlen wir !!!!!

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