Erschreckende Corona-Langzeitfolgen für das Gehirn – VIDEO

Long Covid: Höheres Schlaganfallrisiko und Gedächtnisprobleme

Freitag, 30. September 2022 | 08:04 Uhr

USA – Schon seit rund zwei Jahren ist bekannt, dass Covid-19 massive Auswirkungen auf das Gehirn haben kann.

Im Herbst des ersten Pandemiejahres verdichteten sich weltweit Hinweise, dass Covid-19 bei einer kleinen Anzahl von Genesenen Folgeschäden hinterlässt, die die Leistungsfähigkeit des Gehirns herabsetzen. Dies äußert sich in Konzentrations- und Erinnerungsschwächen, wobei die Betroffenen zumeist eine Art „Nebel im Gehirn“ und mentale Müdigkeit beklagen. Wenige Monate später kam der Verdacht auf, dass bei einigen Patienten die Folgen von Corona noch weit schlimmer sein könnten.

pixabay.com

Eine US-Studie bestätigt nun den bestehenden Verdacht langfristiger Gehirnschäden als mögliche Folge von Covid-19. Mit SARS-CoV-2 infizierte Patienten besitzen ein signifikant höheres Risiko, langfristig an neurologischen Störungen zu leiden, zu denen eine ganze Reihe verschiedener Enzephalopathien gehören. Zudem werden diese Personen häufiger Opfer eines Schlaganfalls.

Seit Anbeginn der Covid-19-Pandemie vor fast drei Jahren stellten die Ärzte bei den Coronapatienten neurologische Schäden fest, die vom berüchtigten „mentalen Nebel“ bis hin zu einem erhöhten Risiko für Schlaganfälle, Enzephalitis und andere Hirnerkrankungen reichten. Seitdem wird über die möglichen Ursachen dieser Schäden diskutiert, wobei als häufigste Gründe die Infektion des Nervengewebes durch das Coronavirus oder die auf die Ansteckung folgende Immunantwort auf SARS-CoV-2 genannt werden. Gesichert hingegen ist, dass ein erheblicher Prozentsatz der Covid-Patienten diese negativen Folgeerscheinungen entwickelt und unter Umständen lange Zeit darunter leidet.

123rf

In einer neuen, eingehenden Studie wurde nun eine umfassende Bewertung des Risikos neurologischer Störungen bei infizierten Personen vorgenommen. Die in den USA getätigte Studie brachte zutage, dass die Krankheit sowohl hinsichtlich der Anzahl der betroffenen Patienten als auch bezüglich des Ausmaßes und der Art der Folgen für das Gehirn beträchtliche negative Auswirkungen hat.

Durchgeführt wurde die neue Untersuchung von einem amerikanischen Forschungsteam unter der Leitung von Wissenschaftlern des Zentrums für klinische Epidemiologie, einer Forschungs- und Entwicklungsabteilung des St. Louis Health Care Systems, in enger Zusammenarbeit mit der Veterans Research and Education Foundation of St. Louis und dem Washington University Department of Medicine. Die Wissenschaftler, die von Ziyad Al-Aly, Professor an der School of Medicine der US-Universität, koordiniert wurden, kamen zu ihren Schlussfolgerungen, nachdem sie in drei großen Gruppen von Studienteilnehmern mehr als 40 Arten von neurologischen Störungen ausgewertet hatten.

Twitter/Ziyad Al-Aly

Die erste Gruppe bestand aus 154. 000 US-Veteranen, die zwischen dem 1. März 2020 und dem 15. Januar 2021 mittels Abstrichs positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. Die zweite Gruppe, die als aktuelle Kontrollgruppe fungierte, setzte sich aus 5,6 Millionen Menschen zusammen, die im gleichen Zeitraum negativ getestet worden waren. Die dritte, sogenannte historische Kontrollgruppe hingegen wurde aus weiteren 5,8 Millionen Menschen gebildet, deren ausgewertete Krankenakten aus der Zeit vor dem Ausbruch der Pandemie stammten.

Die Auswertung der Daten ergab, dass die Covid-19-Patienten zwölf Monate nach ihrer Genesung eine um sieben Prozent höhere Wahrscheinlichkeit aufwiesen, neurologische Störungen und Krankheiten zu entwickeln, als die aktuelle und historische Vergleichsgruppe. Dazu gehörten „ischämische und hämorrhagische Schlaganfälle, kognitive Störungen und Gedächtnisstörungen, Störungen des peripheren Nervensystems, vorübergehende Störungen wie etwa Migräne und Krampfanfälle, Störungen des Bewegungsablaufs, psychische Störungen, sensorische Störungen, das Guillain-Barré-Syndrom und die Enzephalitis“, fassen die Forscher die Ergebnisse ihrer medizinwissenschaftlichen Studie zusammen.

Sie fanden insbesondere heraus, dass die mit dem SARS-CoV-2 infizierten Personen im Vergleich zu den beiden Kontrollgruppen um fast 80 Prozent häufiger an Gedächtnisproblemen litten. Dabei handelt es sich um den seit Bestehen der Pandemie beobachteten „kognitiven Nebel“, der einen Teil der Genesenen plagt. Bei den Covid-19-Patienten war auch die Wahrscheinlichkeit eines durch Blutgerinnsel verursachten Schlaganfalls – eine der bekannten Komplikationen von Covid-19 – um 50 Prozent höher.

Das Risiko von Krampfanfällen lag hingegen um 80 Prozent, das von psychischen Problemen wie Angstzuständen und Depressionen um 43 Prozent, jenes von Zittern und anderen Bewegungsstörungen um 42 Prozent und die Wahrscheinlichkeit von Kopfschmerzen um 35 Prozent höher. Stationär aufgenommene Patienten wiesen ein noch höheres Risiko auf.

APA/APA (AFP)/JOHN THYS

„Die Ergebnisse zeigen die verheerenden Langzeitwirkungen von COVID-19“, so Professor Ziyad Al-Aly in einer Stellungnahme. Aufgrund der enormen Anzahl von Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert wurden – eine sehr vorsichtige Schätzung geht von 614 Millionen Menschen aus – sind weltweit Millionen von Menschen von neurologischen Störungen betroffen, was erhebliche gesundheitliche, soziale und wirtschaftliche Auswirkungen hat.

Aus diesem Grund betonen die Autoren der Studie, wie wichtig es ist, dieses weltweite Problem mit „umfassenden, koordinierten und dringenden“ Maßnahmen anzugehen. Die Einzelheiten der Untersuchung „Long-term neurological outcomes of COVID-19“ wurden in der renommierten Fachzeitschrift Nature Medicine veröffentlicht.

 

Von: ka

Kommentare
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Neumi
Neumi
Kinig
2 Monate 3 Tage

Also beschleunigt Corona die Verblödung der Menschheit.

Ueberetscher
Ueberetscher
Tratscher
2 Monate 2 Tage

Genau, brauch men sich lei umschauen 🤣😂

Neumi
Neumi
Kinig
2 Monate 2 Tage

Siehe die “Ich hatte es schon und brauch keine Impfung” Kompanie 😀

Orch-idee
Orch-idee
Universalgelehrter
2 Monate 2 Tage

@ueberetscher… 🤣🤣👏

Universalgelehrter
2 Monate 3 Tage

Für Interessierte: Da bis dato 62 (!) Long Covid-Symptome klinisch erfasst wurden, passen folgende vertiefende Infos mit übersichtlicher Infografik (Stand 07-2022) ganz gut zum heutigen brisanten Thema: https://www.stern.de/amp/gesundheit/long-covid–die-haeufigsten-corona-spaetfolgen-im-koerper-31969138.html?fr=operanews

SilviaG
SilviaG
Universalgelehrter
2 Monate 2 Tage

@general
Diese Webseite ist zu schwammig. Ich bin sehr vergesslich was das Namen merken betrifft. Leider war das bei mir immer schon so, jetzt gebe ich aber meiner Corona Erkrankund die Schuld. Ansonsten bin ich fit wie ein Turnschuh

sophie
sophie
Kinig
2 Monate 3 Tage

Gedächtnis und Erinnerungs lücken sind sicher Folgen des Corona und Long Covids, es ist erschrecken einandhalb Jahre nach der Erkrankung noch keine wesentliche Besserung zu merken sind🤔🤔

Neumi
Neumi
Kinig
2 Monate 2 Tage

Dazu kommt noch Ermüdung, Überreaktion des Immunsystems (was eben zu jener Ermüdung führen kann) usw.
Es wurden einige Parallelen zum Mastzellaktivierungssyndrom entdeckt, weswegen die Forschung auf dem Gebiet jetzt vorangetrieben wird. Einige Medikamente gibt es dafür nämlich schon, sie könnten auch helfen, Long-Covid-Symptome in den Griff zu kriegen.

el_tirolos
el_tirolos
Superredner
2 Monate 3 Tage

Wie sieht ws bei Long Covid mit der Wahrscheinlichkeit für Herzinfarkte aus? Nach erfolgter Genesung steigt die Gefahr einer Myokarditis, jedoch auch eines Infarkts? Vor allem da in der Vergangenheit die Zahlung eines Infarkts gestiegen sind

Gianna
Gianna
Grünschnabel
2 Monate 2 Tage

Wer weiss schon ob Covid oder die Impfung oder sonstwas daran schuld ist? Es gibt viele Möglichkeiten…und man kann es interpretieren wie es einem gefällt😏

SilviaG
SilviaG
Universalgelehrter
2 Monate 3 Tage

Jetzt könnte ich meine Vergesslichkeit auf die Infektion schieben. Leider war ich das aber vorher schon…

Skivax
Skivax
Neuling
2 Monate 2 Tage

Vieleicht haben die obrigkeiten long covid und verlangen deshalb sich halbjährig impfen zu lassen. ääähm 10

Privatmeinung
Privatmeinung
Superredner
2 Monate 2 Tage

Wird auch unterschieden, zwischen Geimpft und Ungeimpft bei Long Covid?

Universalgelehrter
2 Monate 2 Tage

Die Ungeimpften haben ein 10-40%iges Risiko an Long Covid zu erkranken, was sich mit jeder Reinfektion erheblich steigert, während es bei vollständig Geimpften 5% sein sollen. Zufrieden?

Universalgelehrter
2 Monate 2 Tage

P.S.: Ab 1 – 4 Monaten nach einer Infektion spricht man von Long Covid, ab 4 Monaten von Post Covid

WeHaveAProblem
WeHaveAProblem
Superredner
2 Monate 2 Tage

Es gibt nur noch ganz wenige, sie Covid19 in den letzten 3 Jahren noch nie hatten. Irgendwann wird so gut wie jeder mit dieser Krankheit in Berührung kommen. Wir sitzen also alle im gleichen Boot.

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