Mehrere Verletzte

Mann erschoss fünf Frauen in Unruheregion Dagestan

Sonntag, 18. Februar 2018 | 23:41 Uhr

Nach einem Gottesdienst hat ein junger Mann in der Unruheregion Dagestan in Südrussland fünf Menschen erschossen. Alle Todesopfer seien Frauen, teilte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums in der Hauptstadt Machatschkala am Sonntag mit. Zudem seien mindestens drei Menschen verletzt worden. Russische Medien spekulieren aber über ein extremistisches Motiv.

Der Mann soll mit einem Jagdgewehr auch auf einen Polizisten und ein Mitglied der Nationalgarde geschossen haben. Vier Frauen waren sofort tot, eine weitere sei im Krankenhaus gestorben, hieß es. Tatort war eine Kirche in der Kleinstadt Kisljar mit rund 50.000 Einwohnern, die in der Nähe der Grenze zu Tschetschenien liegt.

In Sozialen Netzwerken bekannte sich die Terrormiliz “Islamischer Staat” (IS) zu der Tat, ohne Belege dafür zu veröffentlichen. Der mutmaßliche Täter wurde am Tatort von der Polizei erschossen. Er hatte auch ein Messer bei sich, wie die Agentur Tass meldete. Sein Motiv war zunächst unbekannt. Das zentrale Ermittlungskomitee leite Untersuchungen wegen Mordes an mehreren Personen ein.

Ersten Erkenntnissen zufolge soll der 22 Jahre alte Täter das Feuer eröffnet haben, als die Menschen gerade die Kirche verließen. Es soll sich um einen Bewohner der Stadt handeln. Seine Ehefrau soll von den Ermittlern befragt worden sein, meldeten russische Agenturen.

Russische Medien spekulierten darüber, ob die Tat einen islamistischen Hintergrund hatte. Die Zeitung “RBK” zitierte den Priester, der gehört haben will, wie der Angreifer “Allahu Akbar” rief. Nicht näher genannten Quellen zufolge soll der Mann Mitglied einer IS-Schläferzelle gewesen sein. Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht.

Das an der Grenze zu Tschetschenien gelegene Dagestan im Nordkaukasus gehört zu den ärmsten und unruhigsten Regionen Russlands. Der Großteil der Bevölkerung ist muslimisch. Immer wieder gibt es in Dagestan islamistische Angriffe. Die islamistischen Aufständischen in der Region haben dem IS die Treue geschworen. Der Angriff ereignete sich genau einen Monat vor der russischen Präsidentschaftswahl.

Von: APA/dpa