Desinfektion der Busse wurde vorgenommen

Masern legten Klagenfurter Öffi-Verkehr lahm

Mittwoch, 10. April 2019 | 19:00 Uhr

Wegen eines an Masern erkrankten Buslenkers ist der öffentliche Verkehr in Klagenfurt am Mittwoch über Stunden stillgestanden. Ein zweiter Busfahrer wird vorerst als Verdachtsfall geführt. Zwei weitere Masernfälle in Kärnten – eine Handelsangestellte und ein vierjähriges Kind – wurden am Abend vonseiten des Landes bestätigt. Damit gab es drei vorerst bestätigte und einen Masern-Verdachtsfall.

Die Landessanitätsdirektion und die Gesundheitsabteilung des Magistrats hatten gegen Mittag den Stopp der Öffis verfügt. Sämtliche Buslenker wurden auf ihren Impfstatus überprüft, die Busse desinfiziert. Der Busverkehr in Klagenfurt wurde ab 16.00 Uhr mit den Nachtlinien wieder aufgenommen. Ab Donnerstag soll der Betrieb wieder normal laufen. Nur geimpfte Buslenker dürfen nun ihren Dienst versehen.

“Wie viele Personen mit den Erkrankten in Kontakt gekommen sind oder angesteckt werden sein könnten, ist derzeit nicht abschätzbar”, hieß es am Abend in einer gemeinsamen Aussendung des Landes und der Stadt. An die Bevölkerung erging der Appell, sich impfen zu lassen. Bei Masernverdacht solle man zuhause bleiben und telefonisch den Hausarzt bzw. den hausärztlichen Bereitschaftsdienst kontaktieren. Gesundheitsreferentin Beate Prettner (SPÖ): “Die wiederholten Ausbrüche in Österreich in den vergangenen Jahren und die aktuellen Fälle in Klagenfurt zeigen, dass noch immer nicht genügend Personen geimpft sind, um die Ausbreitung von Masern zu verhindern.”

Bis 3. April hat es in Österreich heuer bereits 60 Masern-Fälle gegeben. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2018 waren es österreichweit insgesamt 77 Masern-Fallmeldungen gewesen, geht aus Daten der Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) hervor.

Im Vorjahr waren alle Bundesländer betroffen, zwölf Prozent der Fälle standen in Verbindung mit Gesundheitspersonal. Bis zum vergangenen Mittwoch gab es heuer die meisten Erkrankungen mit 36 in der Steiermark. 15 Fälle waren es in Salzburg, vier in Tirol, zwei in Wien. Vorarlberg, Oberösterreich und Niederösterreich registrierten bis 3. April jeweils eine Erkrankung.

Von: apa