Man beruft sich auf Erfahrungswerte aus Südtirol

Massentests: Graz plant 220 Teststraßen

Freitag, 27. November 2020 | 16:20 Uhr

Die Stadt Graz hat am Freitag erste Pläne für die Massentests bekannt gegeben: So sollen die Tests für die Bevölkerung am 12. und 13. Dezember an zehn bis zwölf Standorten mit insgesamt 220 Teststraßen erfolgen. Rund 180.000 Menschen werden erwartet. Das entspricht mehr als 350 Personen pro Teststraße und Tag. Um die Aufgaben zu stemmen, sind am Freitag Mitarbeiter des Magistrats und der gesamten Graz Holding per Dienstanweisung zur Mithilfe einberufen worden.

Aus dem Büro von Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) hieß es, dass rund 1.200 Mitarbeiter der Stadt Graz und ihrer Tochterfirmen – beispielsweise Flughafen und Messe – für die Massentests als Helfer benötigt werden. Sie bekamen “angeordnete Überstunden”, die natürlich auch bezahlt werden, so ein Sprecher. Die Bereitschaft zu helfen sei groß, meinte er. Ausgenommen seien vorläufig nur das Gesundheitsamt und die Mitarbeiter der Geriatrischen Gesundheitszentren (GGZ), die ohnehin schon durch die Pandemie auch am Wochenende über alle Maßen belastet seien.

Eine Art Probelauf sollen die Tests bei Lehrern und Elementarpädagogen sein, die bereits eine Woche davor in der Listhalle und im Congress über die Bühne gehen werden. Von den etwa 7.500 Pädagogen werden 5.000 bis 5.500 bei den Teststraßen erwartet.

Mit den Erfahrungen der Tests an den Lehrern will man dann in der Woche darauf die Massentests für die restliche Bevölkerung schaffen. Von den knapp 300.000 Grazerinnen und Grazern – Nebenwohnsitze eingerechnet – dürften rund 180.000 zu den Tests kommen. Das sind etwa 60 Prozent und entspreche den Erfahrungswerten aus Südtirol. Ausweisen müsse man sich mit Lichtbildausweis, so ein Sprecher. Wo genau die zehn bis zwölf Standorte sein werden, werde noch abgeklärt. Jedenfalls in die Planung einbezogen sind die Grazer Messe, der Congress, der Flughafen und die Listhalle.

Einen wichtigen Appell gab es noch aus dem Büro des Bürgermeisters: Damit die Tausenden Menschen ohne Verkehrschaos zu den Standorten kommen können, sollen möglichst viele zu Fuß oder mit dem Rad kommen. Die Öffis werden verstärkt fahren. Lediglich Menschen mit Gehbehinderung oder ähnlichen Beschwerden sollten mit dem Auto zur Teststraße kommen. Eine Anmeldung für die Tests werde ebenfalls möglich sein, die Details zum Ablauf sollen im Laufe der kommenden Wochen noch präsentiert werden.

Von: apa

Bezirk: Bozen