Auf der Insel Java wurden tausende Gebäude beschädigt oder zerstört

Mehr als 160 Tote bei Erdbeben in Indonesien

Montag, 21. November 2022 | 22:55 Uhr

Nach dem Erdbeben in Indonesien am Montag ist die Zahl der Toten auf mehr als 160 gestiegen. “Ich muss leider mitteilen, dass 162 Menschen tot sind”, sagte der Gouverneur der Provinz West Java, Ridwan Kamil, am Montag in einem Video. Ein Sprecher des Stadtverwaltung der besonders stark betroffenen Stadt Cianjur bestätigte die Angaben.

Etwa 700 Menschen wurden laut dem Gemeindechef von Cianjur, Herman Suherman, verletzt. Das Beben, dessen Stärke die US-Erdbebenwarte (USGS) mit 5,6 angab, hatte sich zu Mittag etwa 70 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Jakarta in einer Tiefe von zehn Kilometern ereignet.

Einige Gebiete sind aufgrund von Erdrutschen noch nicht erreichbar. Viele Verletzte könnten zudem nicht behandelt werden, da nicht ausreichend Personal zur Verfügung stehe, sagte er weiter. Auf Live-Bildern des Senders Metro TV waren Dutzende Menschen zu sehen, die auf einem Parkplatz vor einem Krankenhaus in Cianjur ausharrten und nur notdürftig versorgt werden konnten.

In Cianjur seien mehr als 1.700 Gebäude beschädigt oder zerstört worden, sagte ein Sprecher des Nationalen Katastrophenschutzes. Wie der Leiter des Nationalen Katastrophenschutzes sagte, wurden die meisten Opfer durch Trümmerteile ihrer einstürzenden Häuser erschlagen. Zum Zeitpunkt des Bebens seien aber viele Menschen nicht zuhause gewesen.

Das Beben war auch in der Millionenmetropole Jakarta deutlich zu spüren. Hochhäuser schwankten, aber es wurden in der Stadt zunächst keine schwereren Schäden gemeldet. Eine Tsunami-Warnung gab es nicht.

Indonesiens Meteorologiebehörde warnte die Menschen in der am stärksten betroffenen Region vor Nachbeben. Sie sollten vorerst im Freien bleiben, sagte Behördenchefin Dwikorita Karnawati.

Indonesien hat rund 270 Millionen Einwohner, von denen mehr als die Hälfte auf der Hauptinsel Java leben. Der Inselstaat liegt auf dem Pazifischen Feuerring, der geologisch aktivsten Zone der Erde. Dort kommt es häufig zu Erdbeben und Vulkanausbrüchen.

Beim österreichischen Außenministerium sind derzeit 79 Reisende in Indonesien registriert, sowie 257 dauerhaft in Indonesien lebende Auslandsösterreicherinnen und -österreicher sowie ihre Angehörigen. “Bis dato liegen uns keine Hinweise vor, dass Österreicherinnen oder Österreicher bei dem Erdbeben in Indonesien zu Schaden gekommen sein könnten”, hieß es auf APA-Anfrage aus dem Ministerium.

Im Februar waren bei einem Beben der Stärke 6,2 auf der Insel Sumatra fast 20 Menschen gestorben. Mehr als 400 wurden verletzt. 2018 starben auf den Inseln Lombok und Sumbawa mehr als 550 Menschen bei einem Erdbeben. Im selben Jahr ereignete sich auf Sulawesi ein Beben der Stärke 7,5: Rund 4.300 Menschen starben oder gelten seither als vermisst. In Erinnerung ist immer noch das Beben der Stärke 9,1, das sich am 26. Dezember 2004 vor der Küste von Sumatra ereignete. Der dadurch verursachte Tsunami tötete in der gesamten Region 220.000 Menschen, davon allein 170.000 in Indonesien.

Von: APA/dpa/AFP

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