Mehr als 100.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen

Mehr als 230 Tote bei Überschwemmungen in Westindien

Montag, 31. Juli 2017 | 22:24 Uhr

Bei Überschwemmungen im Westen Indiens ist die Zahl der Todesopfer auf mehr als 230 gestiegen. Im besonders stark betroffenen Bundesstaat Gujarat kamen bisher 213 Menschen in der diesjährigen Monsunzeit ums Leben, wie ein Sprecher der örtlichen Katastrophenschutzbehörde am Montag mitteilte. Bis zum Wochenende waren es 142 Todesopfer gewesen.

Die Zahl stieg dem Sprecher zufolge so deutlich, weil bei gesunkenem Wasserstand mehr Leichen entdeckt wurden und Helfer abgelegene Gegenden erreicht hatten. Einige Dörfer standen weiter unter Wasser. Etwa 113.000 Menschen mussten in Gujarat ihre Häuser verlassen.

Im benachbarten Bundesstaat Rajasthan waren es der dortigen Katastrophenschutzbehörde zufolge 18 Tote. Insgesamt starben seit Beginn der Monsunzeit nach offiziellen Zahlen mehr als 650 Menschen landesweit an den Folgen der Unwetter. Betroffen waren elf Bundesstaaten.

Die Monsunzeit dauert in Indien von Juni bis September. Die Regenfälle sind für die Landwirtschaft sehr wichtig, verursachen aber häufig auch Überschwemmungen und Erdrutsche. Jedes Jahr sterben dabei Hunderte Menschen.

Unterdessen sind im Osten Indiens durch Blitzschläge mindestens 21 Menschen ums Leben gekommen. Die meisten der Opfer waren Feldarbeiter im Bundesstaat Odisha, wie die Behörden am Montag mitteilten. Der Wetterdienst warnte vor weiteren Blitzen am Dienstag. Schwere Unwetter halten Indien seit Wochen in Atem.

In Indien sterben jedes Jahr tausende Menschen durch Blitzschläge, vor allem während der Monsunzeit von Juni bis Oktober. Die Opfer sind meistens Landarbeiter, die auf Feldern schutzlos den Gewittern ausgesetzt sind.

Von: APA/dpa