Massengrab in Manaus

Mehr als 300.000 bestätigte Corona-Fälle in Lateinamerika

Donnerstag, 07. Mai 2020 | 20:58 Uhr

Die Zahl der Coronavirus-Infizierten in Lateinamerika steigt rapide an. Nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP haben sich bis Donnerstag mehr als 300.000 Menschen auf dem Subkontinent nach Angaben der Behörden mit den Virus angesteckt, mehr als 16.000 von ihnen starben demnach an den Folgen. Mit 125.000 Infektions- und mehr als 8.500 Todesfällen ist Brasilien am schwersten betroffen.

Dennoch hält Präsident Jair Bolsonaro drastische Schutzmaßnahmen wie etwa Ausgangsbeschränkungen weiterhin für übertrieben und ökonomisch schädlich. Immer wieder fordert der ultrarechte Staatschef seine Anhänger auf, sich den Anordnungen in den Bundesstaaten zu widersetzen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus stiegen zuletzt in Brasilien immer schneller an. Den Daten des Gesundheitsministeriums zufolge wurden erstmals mehr als 600 Tote innerhalb von 24 Stunden registriert. Demnach lag die Zahl der Gestorbenen “am schlimmsten Tag”, wie das Portal “G1” schrieb, zwischen Dienstag und Mittwoch bei 615.

Positiv auf das Virus getestet wurde der Sprecher von Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro, wie das Präsidialamt mitteilte. Sprecher Otavio do Rego Barros befinde sich derzeit zu Hause und habe keine Coronavirus-Symptome, hieß es.

Mit 2.700 Toten bei nur 27.600 nachgewiesenen Infizierten scheint der Virus-Ausbruch in Mexiko besonders tödlich zu sein – allerdings kann das auch an der geringen Test-Kapazität im Land liegen.

Gemessen am Anteil der Bevölkerung ist Ecuador mit 92 Todesfällen pro eine Million Einwohner bei weitem am stärksten betroffen. Damit kommen auf eine Million Menschen doppelt so viele Tote wie in Peru. Dort sind bisher rund 1.500 Menschen gestorben.

Nach Angaben der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation sind die Infektionsraten in Brasilien, Ecuador, Peru, Chile and Mexico weiterhin “sehr hoch”. Experten schätzen aber, dass in einigen Ländern der Höhepunkt in den nächsten Tagen erreicht sein dürfte.

Von: APA/dpa

Kommentare

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10 Kommentare auf "Mehr als 300.000 bestätigte Corona-Fälle in Lateinamerika"


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Gredner
Gredner
Universalgelehrter
21 Tage 16 h

Während bei uns die Zahlen zurückgehen, sieht es im Rest der Welt noch ganz anders aus:
Brasilien, Mexico, Peru, Ecuador, Russland, Indien, Bangladesh, Pakistan, Indonesien, Nigeria, Ägypten, Algerien, Südafrika, Schweden,… überall nimmt die Zahl der Infizierten noch stark zu. Und in den meisten afrikanischen Staaten haben sie gar keine “tamponi” um die Kranken zu identifizieren.

Marisa
Marisa
Superredner
21 Tage 14 h

@Gredner
Da sieht man es obwohl die Schweden immer wieder als positives Beispiel hingestellt werden sind prozentual gesehen die Todesfälle relativ hoch, ich persönlich finde immer noch daß der Lockdown in Italien gerechtfertigt war, es wären sonst bestimmt noch viel mehr Todesopfer zu beklagen.

lottchen
lottchen
Superredner
20 Tage 14 h

@gredner
diese nach 10 wochen sache….
ist von einem Professor namens Jsaac Ben- Israel
mathematiker und forscher in Tel Aviv..
findest du sofort im google🤗

lottchen
lottchen
Superredner
21 Tage 12 h

ein israelischer wissenschaftler hat neulich einen bericht veröffentlicht.
die corona epedemie endet grundsätzlich nach ca.10 wochen. egal welche maßnahmen man ergreift. nach 10 wochen schwächt die welle von alleine wieder ab… wenn das stimmt dann hat das jetzt alles nichts mit dem lockdown zu tun sondern bestätigt eine natürliche abschwächung nach wochen der vermehrung des virus von selbst. wenn das stimmt, hatte schweden recht☝️

Gredner
Gredner
Universalgelehrter
21 Tage 8 h

Woher hast du das?!?

Ich finde nur die Nachricht, dass die Israelis glauben in 10 Wochen einen Impfstoff testen zu können (https://www.nextbigfuture.com/2020/02/israeli-coronavirus-vaccine-10-weeks-from-testing-and-fast-tracking-to-deployment-90-days-after.html)

wellen
wellen
Universalgelehrter
21 Tage 14 h

Die Staaten mit narzisstische Populisten als Regierungschefs schneiden am schlechtesten ab in der Krise: Trump, Johnson, Putin, Bolsonaro. Vorbildlich hingegen wo die Länder von Frauen geführt werden: Island, Finnland, Neuseeland…Also!

Guenni
Guenni
Universalgelehrter
21 Tage 14 h

@Gredner… dass Schweden auch dabei ist, wundert mich jetzt doch. Die hatten doch bisher gute Zahlen. Weißt du da mehr ?

Gredner
Gredner
Universalgelehrter
21 Tage 13 h

Die Schweden übermitteln die Zahlen von den einzelnen Provinzen per Post an die Zentrale… daher sind sie dort etwa 2 Wochen zurück. Die Zahlen der Infizierten und der Toten sind nur bis 16.April vollständig. Die Zahlen der letzten Tage werden daher noch nach oben korrigiert. Personen über 80 Jahre sind in den Spitälern gar nicht mehr zugelassen – daher fehlen auch diese Zahlen.
Laut der Johns-Hopkins-Universität sind gestern 702 neue Fälle hinzugekommen, das ist im Vergleich zu Italien mit 1400 Neuinfektionen (wo 6x mehr Einwohner sind), das DREIFACHE! Und die Toten kommen dann mit 2 bis 3 Wochen Verspätung…

Guenni
Guenni
Universalgelehrter
21 Tage 11 h

Vielen Dank Gredner !

Guenni
Guenni
Universalgelehrter
20 Tage 15 h

Bleibt für uns nur zu hoffen, dass das Coronavirus dort seine Wirkung verliert und nicht den Weg zurück findet.

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