Leere Corona-Impfboxen kann es im April nicht gegeben haben

Mehr als drei Millionen Corona-Impfungen in Österreich

Freitag, 30. April 2021 | 12:01 Uhr

Mehr als drei Millionen Mal ist in Österreich mittlerweile im Kampf gegen die Corona-Pandemie geimpft worden. Das gab Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) am Freitag in einer Aussendung bekannt. Die Durchimpfungsrate liegt in der österreichischen Bevölkerung lag damit nach dem Stand 30. April, 0.00 Uhr, über 25 Prozent. Laut E-Impfpass haben 2.225.301 Menschen zumindest eine Teilimpfung erhalten, 828.984 und somit 9,3 Prozent der Österreicher sind voll immunisiert.

Mückstein zufolge wurden allein im April 1,2 Millionen Stiche gegen SARS-CoV-2 verabreicht. “Nachdem am 10. April die zwei Millionen Impfungen überschritten wurden, wurde im Laufe des gestrigen Tages die Drei-Millionen-Marke geknackt. Wir stehen somit heute bei gut 3,05 Millionen Impfungen in Österreich. Seit dem 30. März wurden somit mehr als 1,4 Millionen Impfungen in Österreich verabreicht, mehr als 46.000 Impfungen durchschnittlich pro Tag”, resümierte der Gesundheitsminister.

Demnach waren Ende März etwas mehr als 32 Prozent der über 65-Jährigen geimpft, ein Monat später waren es mehr als 66 Prozent. Auch bei der gesamten impfbaren Bevölkerung habe sich dieser Wert verdoppelt, so das Gesundheitsministerium. In der impfbaren Bevölkerung waren es Ende März 15 Prozent, die zumindest den ersten Stich erhalten hatten, Ende April knapp 30 Prozent, denen zumindest die erste Dosis Corona-Vakzine verabreicht wurde.

“Der April hat uns gezeigt, wie gut wir das Impftempo in Österreich verbessern können, wenn ausreichend Impfstoff vorhanden ist. Im Mai rechnen wir mit rund 500.000 Dosen gelieferten Impfstoffen pro Woche. Somit werden wir das Impftempo noch einmal deutlich erhöhen können. Im Juni werden es dann sogar 700.000 Dosen pro Woche sein”, sagte Mückstein zur weiteren Vorgangsweise.

Damit könne man im Mai die Phase 3 des Impfplans starten, die durch eine breite Verfügbarkeit von Impfstoff gekennzeichnet sein soll. Damit sollen bald große Teile der Bevölkerung immunisiert werden können, aber die primäre Priorisierung erfolge weiterhin nach Alter und gesundheitlichen Risiken. Im Laufe der kommenden Wochen sei mit einer großflächigen Öffnung der Anmeldung in allen Bundesländern zu rechnen. Außerdem werde man Mitte Mai auch in den Betrieben zu impfen beginnen.

“Dadurch werden wir unsere Impfziele gut erreichen können, bis zum Sommer alle Impfwilligen zu impfen. Bis zu 70 Prozent der impfbaren Bevölkerung ist realistisch, wenn wir alle zusammenhelfen”, erläuterte Mückstein. Im Juni werde erstmals mehr Impfstoff verfügbar sein, als es Impfwillige gibt. “Dann heißt es, auch jene Menschen in Österreich von der Sinnhaftigkeit der Corona-Schutzimpfung zu überzeugen, die noch zögern. Sie ist der Schlüssel im Kampf gegen die Pandemie und wird uns vieler unserer gewohnten Freiheiten wieder zurückbringen. Darum bitte ich alle, dieses wichtige Angebot zu nutzen und bei der ersten Gelegenheit einen Impftermin zu buchen”, appellierte Mückstein.

Am höchsten lag die Durchimpfungsrate am Freitag im Burgenland mit 29,4 Prozent. In Tirol waren 28,7 Prozent der Bevölkerung geimpft, in Vorarlberg 27 Prozent. In Kärnten lag die Durchimpfungsrate bei 25,7 Prozent, in Niederösterreich bei 25,5 Prozent, in Oberösterreich bei 24,3 Prozent, in der Steiermark bei 23,5 Prozent und in Wien bei 23,1 Prozent. Am niedrigsten ist die Durchimpfungsrate mit 22,4 Prozent nach wie vor in Salzburg.

Der Kinderarzt Karl Zwiauer, Mitglied des Nationalen Impfgremiums, wies am Donnerstagabend in der ORF-“ZiB2” daraufhin, dass in den kommenden Wochen vor allem große Lieferungen des Impfstoffs von Biontech/Pfizer erwartet werden. Der Impfstoff von AstraZeneca werde wohl “vorzüglich” bei jenen Patienten angewendet, die schon die Erstimpfung mit der Vakzine des britisch-schwedischen Konzerns erhalten haben. “Wir haben keine Evidenz dafür, dass es sinnvoller wäre, Personen, die mit einem AstraZeneca-Impfstoff angeimpft sind, mit einem anderen Impfstoff zu impfen. Hierfür gibt es absolut keine wissenschaftliche Grundlage, und daher werden die Mengen, die in den nächsten Wochen mit AstraZeneca kommen, wahrscheinlich vorwiegend für die Personengruppe vorbehalten sein, die die erste Impfung auch mit diesem Impfstoff erzhalten haben”, sagte der Pädiater.

Unterdessen befinden sich die Infektionszahlen weiter auf hohem Niveau. In den vergangenen 24 Stunden (Stand Freitag, 9.30 Uhr) wurden nach den Zahlen von Gesundheits- und Innenministerium 2.131 Menschen mit dem Coroonavirus neu infiziert, was über dem Schnitt der vergangenen sieben Tage von 2.007 Neuinfektionen pro Tag lag.

Die Sieben-Tages-Inzidenz – Fälle pro 100.000 Einwohner und Tag im Schnitt der vergangenen sieben Tage – lag österreichweit 157,8, mit großen regionalen Unterschieden und dem Sorgenkind Vorarlberg. Das westlichste Bundesland war mit 240,7 (Vortag 243,7) weiterhin das mit der höchsten Sieben-Tages-Inzidenz, gefolgt von Salzburg (176,9), Steiermark (175,9) und Tirol (172). Dann kamen Wien (154,9), Kärnten (154,6), Niederösterreich (119,5) und das Burgenland (91).

Die Zahl der aktiv Infizierten ging am Freitag um 97 gegenüber Donnerstag zurück und liegt nun bei 23.888. Seit Beginn der Pandemie sind 584.777 Menschen von einer Corona-Infektion genesen, innerhalb der vergangenen 24 Stunden galten 2.202 Patienten als wieder gesund.

Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung erhöhte sich in den vergangenen 24 Stunden um 26, deutlich über dem Sieben-Tagesschnitt von 21,4 Coronatoten pro Tag. Im Verlauf der vergangenen Woche wurden 150 Todesfälle in Österreich registriert. Seit Beginn der Pandemie starben 10.205 an oder mit Covid-19.

Die Zahl der Krankenhauspatienten sinkt nur langsam. 1.673 Menschen befanden sich im Spital wegen einer Covid-19-Erkrankung, um 59 weniger als am Donnerstag. 501 von ihnen befanden sich auf einer Intensivstation, ein Rückgang um acht gegenüber Donnerstag. In den vergangenen sieben Tagen sank die Zahl der Intensivpatienten um 16.

In den vergangenen 24 Stunden wurden 303.180 PCR- und Antigen-Tests eingemeldet. Mehr als ein Drittel davon – 108.849 – waren die aussagekräftigen PCR-Tests. Allerdings gibt es hier eine deutliche regionale Schieflage. Nur rund jeder fünfte PCR-Test wird nicht in der Bundeshauptstadt registriert, im Burgenland und in Kärnten wurden in den vergangenen 24 Stunden jeweils deutlich weniger als 1.000 PCR-Tests abgegeben. Die Positivrate lag österreichweit bei etwa zwei Prozent. Insgesamt wurden bisher 8.470.218 PCR-Tests durchgeführt.

Von: apa