Trotz Urteil noch auf freiem Fuß

Methanolmord: Surkalova legt Beschwerde in Straßburg ein

Mittwoch, 08. Juni 2022 | 09:43 Uhr

Bozen – Jana Surkalova hat Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gegen das Bozner Urteil eingelegt. Sie beteuert weiterhin, unschuldig am Tod ihres Mannes zu sein und beanstandet, dass gegen sie nur Indizien vorgebracht worden seien.

Die Tschechin ist bekanntlich rechtskräftig zu lebenslanger Haft verurteilt worden, weil sie ihren Ehemann Josef Surkala mit einer Überdosis Methanol getötet hat. Der Mann war als Saisonarbeiter in Leifers tätig. Das Kassationsgericht hatte die lebenslange Haftstrafe bestätigt.

Doch im Gefängnis ist die Frau noch nicht. Sie befindet sich in ihrem Heimatland auf freiem Fuß. Die tschechische Justiz muss die Haftstrafe aus Italien erst anerkennen, wie die italienische Tageszeitung Alto Adige berichtet. Ein Auslieferungsantrag soll nicht vorliegen. Demnach müsste Surkalova die Haftstrafe in ihrem Heimatland antreten, sollte es soweit kommen.

In ihrer Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte hat sie zudem erklärt, dass sie sich in ihrem Recht auf angemessene Verteidigung verletzt sieht. Laut dem Bericht, habe sie aber ihren Anwalt, der auch Tschechisch spricht, selbst ausgesucht.

Josef Surkala, der als landwirtschaftlicher Saisonarbeiter in Leifers tätig war, ist am 13. Dezember 2013 aufgrund einer akuten Methanolvergiftung gestorben, zwei Tage nachdem seine Frau ihn in Südtirol besucht hatte. Obwohl die Frau stets ihre Unschuld beteuerte, wog die Indizienlast schwer.

Jana Surkalova, die auch damals in Tschechien lebte und ihren Mann zuvor nie bei der Arbeit besucht hatte, war zweimal nach Leifers gekommen. In beiden Fällen hatte Josef Surkala kurz nach dem Besuch seiner Frau unter Übelkeit gelitten und Symptome einer Vergiftung aufgewiesen. Zweimal kam der Mann wieder auf die Beine – bis zum dritten Besuch seiner Frau am 11. Dezember 2013. Auch in diesem Fall fühlte sich der Mann schlecht und klagte sogar über den Verlust seines Augenlichts, bis er an den Folgen des Gifts verstarb.

 

Von: luk

Bezirk: Bozen

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