Das Erdbeben richtete großen Schaden an

Mindestens 14 Tote bei Erdbeben auf Ferieninsel Lombok

Sonntag, 29. Juli 2018 | 15:42 Uhr

Bei einem schweren Erdbeben auf der indonesischen Ferieninsel Lombok hat es zahlreiche Tote und Verletzte gegeben. “14 Menschen starben, 162 wurden verletzt und tausende Häuser zerstört”, erklärte am Sonntag der Sprecher der indonesischen Katastrophenschutzbehörde, Sutopo Purwo Nugroho. Unter den Toten seien fünf Kinder.

Das Beben der Stärke 6,4 verursachte nach Behördenangaben zahlreiche Nachbeben, eine Tsunami-Warnung blieb aus. Das Beben habe sich am Sonntag um 06.47 (Ortszeit, 00.47 Uhr MESZ) 50 Kilometer nordöstlich von Lomboks Hauptort Mataram in sieben Kilometern Tiefe ereignet, teilte die US-Erdbebenwarte USGS mit. Damit erschütterte es eine Region abseits der Touristengegenden im Süden und Westen der Insel.

In der Folge wurden mehr als 120 Nachbeben registriert. Das schwerste darunter hatte nach Angaben der indonesischen Behörde für Geophysik und Meteorologie eine Stärke von 5,7. Ein Tsunami-Alarm sei aber nicht ausgelöst worden, sagte der Sprecher der Behörde, Hary Tirto Djatmiko.

Die Nachbeben verbreiteten Angst unter hunderten Menschen in der Region Sembalun, die aus ihren einstürzenden Häusern geflohen waren. Sie trauten sich nicht zurückzukehren. Viele von ihnen hatten Zelte aufgestellt. Nun seien dringen Decken und Nahrung nötig, weil bei der Flucht nicht genug Zeit blieb, um sich auszurüsten, sagte Betroffene.

Viele Straßen, darunter die Hauptzugangsstraße der Region Sembalun, seien gesperrt, sagte ein malaysischer Besucher der Zeitung “New Straits Times”. Seine Gruppe könne deshalb die Gegend um den Vulkan Rinjani nicht verlassen. Die Hänge des Berges sind bei Wanderern und Kletterern beliebt.

Bei Erdrutschen in Folge des Bebens starb eine Kletterin aus Malaysia, sechs Kletterer wurden verletzt, teilte das malaysische Außenministerium mit. Die Behörden schlossen vorübergehend die Wanderwege.

“Jeder in meinem Haus geriet in Panik, wir rannten alle hinaus”, sagte Zulkifli, ein Bewohner der Region Nord-Lombok. Wegen des Bebens sei der Strom ausgefallen. In den Touristenzentren im Süden und Westen der Insel sorgte das Beben für Panik. Die Lage beruhigte sich, als eine Tsunami-Warnung ausblieb.

Lombok ist ein beliebtes Feriendomizil und liegt rund hundert Kilometer östlich der noch populäreren indonesischen Urlaubsinsel Bali. Auch dort sei das Beben zu spüren gewesen, Berichte über Schäden gab es zunächst nicht.

Das aus zahlreichen Inseln bestehende Indonesien liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, an dem tektonische Platten aufeinander stoßen. Erdbeben und Vulkanausbrüche sind dort besonders häufig. Erst im Jänner waren bei einem Beben der Stärke 6,0 auf der indonesischen Insel Java mehrere Menschen schwer verletzt und dutzende Häuser beschädigt worden.

Zu Weihnachten 2004 hatte ein Beben unter dem Meeresboden der Stärke 9,3 vor der westindonesischen Insel Sumatra einen Tsunami ausgelöst, der in den umliegenden Ländern insgesamt 220.000 Menschen tötete, davon 168.000 in Indonesien.

Von: APA/Ag.