Teilweise chaotische Szenen

Mindestens 25 Tote bei Waldbränden in Kalifornien

Sonntag, 11. November 2018 | 18:25 Uhr

Bei den verheerenden Waldbränden in Kalifornien sind mindestens 25 Menschen ums Leben gekommen. Die Behörden hatten die Zahl der Todesopfer am Samstagabend mit 23 angegeben. Am Sonntag wurden dann im Gebiet zwischen Los Angeles und dem Prominentenort Malibu zwei Tote in einem Fahrzeug auf einer privaten Auffahrt gefunden.

In Paradise war die Lage besonders dramatisch. Dort gab es allein 19 Tote. Die 27.000 Einwohner zählende Kleinstadt war am Donnerstagmorgen von den sich rasend ausbreitenden Flammen des “Camp Fire” überrascht worden. In Paradise und seiner Umgebung gingen tausende Gebäude in Flammen auf, darunter ein Krankenhaus, eine Tankstelle sowie mehrere Restaurants. Mehr als 52.000 Bewohner der malerischen Gegend erhielten Evakuierungsaufforderungen.

“Der ganze untere Teil von Paradise steht in Flammen”, berichtete Kevin Winstead, ein Bewohner des Nachbarorts Magalia, dem Sender KIEM TV. “Kein Haus wird stehen bleiben. Ich bin am Boden zerstört.” Winstead bangte nach eigenen Angaben auch um sein eigenes neues Haus, in das er eigentlich am folgenden Tag einziehen wollte.

Bis zum Samstag hatte der Brand nach Angaben der Feuerwehr mehr als 40.000 Hektar vernichtet und war erst zu 20 Prozent eingedämmt. 3.200 Feuerwehrleute waren im Einsatz, drei wurden verletzt.

Weitere, für die späte Jahreszeit ungewöhnlich heftige Brände wüteten in Südkalifornien. Die Behörden forderten rund 250.000 Menschen nördlich von Los Angeles sowie im Bezirk Ventura zum Verlassen ihrer Häuser auf.

Von den Zwangsevakuierungen betroffen war auch der westlich von Los Angeles gelegene Badeort Malibu, in dem viele Villen von Hollywood-Stars wie Leonardo DiCaprio, Jack Nicholson, Jennifer Aniston, Halle Berry, Charlize Theron oder Brad Pitt stehen. Luftaufnahmen der kalifornischen Feuerwehr zeigten, wie die Flammen über Hügelkämme hinweg auf millionenschwere Anwesen zurasten.

Der mexikanische Regisseur und Oscar-Preisträger Guillermo del Toro teilte auf Twitter mit, dass sein Museum mit Exponaten aus Horrorfilmen genau auf dem Weg der Flammen liege. “Ich sorge mich um mein Haus, aber ich kann nichts tun”, twitterte Popsängerin Cher, die seit mehr als 45 Jahren in Malibu eine Immobilie besitzt. Auch Lady Gaga fragte sich bei Twitter, ob ihr Haus in Flammen aufgehe. Bereits niedergebrannt war die Paramount Ranch, eine Kulisse für Cowboy-Filme und -Shows.

“Das Ausmaß der Zerstörung ist unglaublich und herzzerreißend, und wir fühlen mit allen, die davon betroffen sind”, sagte der Leiter des kalifornischen Rettungsdienstes, Mark Ghilarducci. Der designierte Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom, rief für die Brandgebiete den Notstand aus, um rasche Hilfen zu ermöglichen.

US-Präsident Donald Trump kritisierte den von Demokraten regierten US-Staat, der sich immer wieder von seiner Politik distanziert. “Es gibt keinen Grund für diese gewaltigen, tödlichen und teuren Waldbrände außer dem schlechten Forstmanagement”, schrieb Trump am Samstag auf Twitter. “Milliarden von Dollar” würden jedes Jahr ausgegeben, und trotzdem gebe es viele Todesopfer, “und das alles wegen des Missmanagements der Wälder”. Der Präsident drohte gleichzeitig mit dem Entzug von Bundeshilfen: “Bringt das jetzt in Ordnung, oder es gibt keine Zahlungen des Bundes mehr”, twitterte er.

Der Chef der kalifornischen Berufsfeuerwehr, Brian Rice, wies die Vorwürfe als “gefährlich falsch” zurück. Trumps Äußerungen seien “erniedrigend” für die Opfer sowie “für die Männer und Frauen, die an den Fronten kämpfen”. Trump mäßigte sich später auf Twitter im Ton und schrieb: “Unsere Herzen sind bei denen, die die Flammen bekämpfen” sowie bei den Opfern. Aber am Sonntag mahnte er erneut ein besseres Forstmanagement an.

Unterdessen wuchs die Furcht vor Plünderungen. In Ventura County bei Los Angeles wurden zwei mutmaßliche Plünderer festgenommen. Chiefsheriff John Benedict drohte Plünderern mit Festnahmen und Gefängnis.

Von: APA/dpa

Kommentare

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2 Kommentare auf "Mindestens 25 Tote bei Waldbränden in Kalifornien"


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Giorgia
Giorgia
Grünschnabel
29 Tage 11 h

Klar, dass bei so einer Katastrophe chaotische Zustände herrschen! Interessant ist aber, dass Häuser und Autos total ausbrennen und die Bäume dem verheerenden Feuer standhalten. Was da abgeht, ist m. E. eine genaue Parallele zu den vergangenen Bränden in Kalifornien 2017 und 2018, Griechenland, Savona und vorher zu 9/11. Der Vesuv und Yellowstone warten wohl auch nur noch, bis der Auslöserfunke eintrifft…

Mistermah
Mistermah
Kinig
20 Tage 4 h

Ja giorgia sieht ganz danach aus. Skalarwaffen?

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