Rettungskräfte bergen die Toten

Mindestens 28 Tote bei Brand in Kinderheim in Guatemala

Donnerstag, 09. März 2017 | 16:20 Uhr

Nach einem Feuer in einem Heim für Kinder und Jugendliche in Guatemala ist die Zahl der Todesopfer auf 28 gestiegen. Mehrere Jugendliche seien in der Nacht ihren schweren Verbrennungen erlegen, teilten Krankenhaussprecher am Donnerstag mit. Jugendliche hatten am Vortag in der Einrichtung in der Ortschaft San Jose Pinula Matratzen in Brand gesteckt. Das Feuer griff auf den Rest des Anwesens über.

Die Regierung ordnete dreitägige Staatstrauer an. “Die Regierung bedauert den Tod der Mädchen und Jugendlichen zutiefst”, hieß es in einer Stellungnahme. Die Nationalflaggen im ganzen Land wurden auf halbmast gesetzt und öffentliche Veranstaltungen abgesagt.

38 Jugendliche wurden in Krankenhäusern behandelt. Viele Verletzten waren in kritischem Zustand. “Sie haben Verbrennungen zweiten und dritten Grades erlitten”, sagte der Direktor des Roosevelt-Spitals in Guatemala-Stadt, Carlos Soto, der Zeitung “Prensa Libre”. “Die Verbrennungen, die ich gesehen habe, betreffen 50 Prozent der Körperoberfläche.”

Im Hospital San Juan de Dios wurden 16 Jugendliche mit schweren Verbrennungen behandelt. “Einige wurden operiert. Andere werden künstlich beatmet”, sagte Klinikdirektor Juan Antonio Villeda.

Die Jugendeinrichtung wird von der staatlichen Wohlfahrt betrieben. In dem Haus leben Kinder und Jugendliche, die wegen häuslicher Gewalt aus ihren Familien genommen wurden. Allerdings wurden zuletzt auch kriminelle Jugendliche in der Einrichtung untergebracht. Das führte zu erheblichen Spannungen.

Die gemeinsame Unterbringung sei ein Fehler, sagte Sozialminister Carlos Rodas. Die Chefjuristin der Regierung, Anabella Morfin, verwies darauf, ihre Behörde habe zuletzt bei zwei Richtern um die Verlegung besonders auffälliger Jugendlicher gebeten. Die Genehmigung sei aber nicht erteilt worden. “Diese Tragödie hätte verhindert werden können”, sagte Morfin.

Zuletzt hatten sich die Minderjährigen über schlechte Behandlung durch die Betreuer und schlechtes Essen beschwert. Nach Angaben einiger Parlamentarier gab es seit 2015 Hinweise darauf, dass Jugendliche aus der Einrichtung als Prostituierte rekrutiert wurden.

Das UNO-Kinderhilfswerk Unicef bedauerte das Unglück. “Diese Mädchen, Buben und Jugendliche müssen beschützt werden”, schrieb die Organisation auf Twitter. Der Generalsekretär der Organisation Amerikanischer Staaten, Luis Almagro, forderte eine rasche Aufklärung des Vorfalls.

Die Generalstaatsanwaltschaft leitete eine Ermittlung ein. Der Kongress forderte die verantwortlichen Beamten zum Rücktritt auf. Zudem beantragten die Abgeordneten die Schließung des Heims.

Von: APA/dpa

Kommentare

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1 Kommentar auf "Mindestens 28 Tote bei Brand in Kinderheim in Guatemala"


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denkbar
Superredner
15 Tage 9 h

Das ist eine so unglaubliche Tragödie. Medienberichten zufolge wurde das Heim 2006 für 400 Jugendliche eröffnet, gelebt haben dort fast doppelt so viele. Die Jugendlichen hatten sich über schlechte Behandlung und schlechtes Essen beklagt, angeblich wurden einige auch als Prostituierte rekrutiert. Die Lage sei in den letzten Tagen ausgeufert: 60 Jugendliche flohen aus dem Heim und ersten Ermittlungen zufolge steckten randalierende Jugendliche Matratzen in Brand. Eine Tragödie die man verhindern hätte können. Junge Menschen die nur Gewalt in ihrem Leben kannten und dann so sterben müssen; das ist so traurig!

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