Auch auf Bali sorgte das Erdbeben für Zerstörungen

Mindestens 39 Tote nach neuem Erdbeben auf Lombok

Sonntag, 05. August 2018 | 20:44 Uhr

Die Zahl der Todesopfer nach dem erneuten Erdbeben vor der indonesischen Insel Lombok ist auf 39 gestiegen. Das sagte ein Mitarbeiter der Katastrophenschutzbehörde dem Sender Metro TV in der Nacht auf Montag (Ortszeit). Allein im Distrikt Nord-Lombok seien 29 Menschen ums Leben gekommen.

Das Beben hatte eine Stärke von 7,0. Medien berichteten auch von Gebäudeschäden auf Lombok und der westlichen Nachbarinsel Bali. Das Zentrum des Bebens lag rund 18 Kilometer nordöstlich von Lombok in 15 Kilometern Tiefe. Es folgten zahlreiche Nachbeben. Erst Ende Juli war Lombok von einem Erdbeben erschüttert worden. Dabei wurden 16 Menschen getötet.

Meerwasser überflutete nach dem neuerlichen Beben am Sonntag zwei Dörfer mit einer Höhe von zehn und 13 Zentimeter, wie Karnawati bekannt gab. Ein Sprecher der Katastrophenschutzbehörde ging davon aus, dass zahlreiche Gebäude in Lomboks Hauptort Mataram beschädigt worden seien. Die meisten Häuser seien mit nicht besonders widerstandsfähigem Material gebaut worden.

In Mataram sorgte das Erdbeben für Schrecken. “Alle rannten sofort aus ihren Häusern, jeder war in Panik”, sagte ein Einwohner. Eine 47-jährige Frau berichtete, dass infolge des Bebens der Strom ausgefallen sei. Patienten seien aus dem größten Krankenhaus der Stadt in Sicherheit gebracht worden.

Der Erdstoß war auch in rund 100 Kilometer Entfernung auf Bali zu spüren gewesen. Einwohner und Touristen rannten schreiend auf die Straße. Es hat ordentlich gewackelt”, schilderte der 22-jährige Wiener Clemens Salomon das Beben. Er und seine gleichaltrige Reisebegleiterin Teresa Hermann, ebenfalls aus Wien, hatten es auf der zu Indonesien gehörenden Insel erlebt. “Wir waren zu diesem Zeitpunkt bei der Massage.”

Als die Erschütterungen begannen, seien nicht nur die Masseurinnen aus dem Lokal im ersten Stock sofort ins Freie geflüchtet, erzählte Salomon am Telefon. “Tesi sprang vom Massagetisch und lief sogar nackt auf die Straße.” Sie war geschockt. Der Schreck über das Erlebte stand der jungen Wienerin laut der Schilderung im Gesicht. “Gefühlt hat es eine halbe Minute lang gewackelt”, sagte Salomon weiter. Noch während des Telefonats berichtete er zudem von einem spürbaren Nachbeben.

Erst vor einer Woche hatte sich 50 Kilometer nordöstlich von Mataram ein Beben ereignet. Nach dem ersten Erdstoß gab es zwei weitere starke Beben sowie mehr als hundert Nachbeben. Hunderte Gebäude und ein Krankenhaus wurden damals im Erdbebengebiet zerstört. Mehr als 500 Wanderer mussten von einem aktiven Vulkan gerettet werden, wo sie nach dem Erdbeben zunächst festgesessen hatten. Unter den betroffenen Touristen waren auch Österreicher.

Von: APA/ag.