Überflutete Straßen in der Karibik

Mindestens zwei Tote durch Hurrikan “Irma” auf Karibikinseln

Mittwoch, 06. September 2017 | 21:49 Uhr

Durch den Hurrikan “Irma” sind auf den Karibikinseln Saint-Barthelemy und Saint-Martin mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Mindestens zwei weitere seien schwer verletzt worden, teilte die französische Regierung am Mittwochabend mit. Überseeministerin Annick Girardin machte deutlich, dass sich diese Bilanz noch ändern könne.

Der Hurrikan der höchsten Kategorie 5 war zuvor über das französische Überseegebiet Saint-Barthelemy gefegt, dann erreichte er die zwischen Frankreich und den Niederlanden geteilte Insel Saint-Martin. Zuvor hatte bereits Staatspräsident Emmanuel Macron gesagt, es seien Opfer zu erwarten. Die Bilanz des Wirbelsturms werde “hart und grausam” sein, “wir werden Opfer zu beklagen haben”, sagte Macron am Mittwochabend nach einem Besuch beim Krisenstab des Innenministeriums in Paris.

Die materiellen Schäden auf Saint-Barthelemy und Saint-Martin seien “erheblich”, fügte er hinzu. Der Präsident kündigte “so schnell wie möglich” einen “nationalen Plan zum Wiederaufbau” an, für den ein Nothilfefonds eingerichtet werde.

Der Wirbelsturm der höchsten Kategorie 5 hatte am Mittwoch die Insel Barbuda erreicht und war dann nach Saint-Barthelemy und Saint-Martin weitergezogen, wo ganze Küstenabschnitte verwüstet wurden. Rund eineinhalb Stunden verweilte das Auge des als “potenziell katastrophal” eingestuften Hurrikans über dem beim internationalen Jet-Set beliebten französischen Überseegebiet Saint-Barthelemy. Dann erreichte es Saint-Martin (Sint Maarten). Der französische Wetterdienst berichtete von heftigen Springfluten.

Während sich “Irma” weiter gen Nordwesten bewegte, erwarteten bange Menschen auf den britischen Jungferninseln und in Puerto Rico den Sturm. Rund eineinhalb Stunden verweilte das Auge des als “potenziell katastrophal” eingestuften Hurrikans auf dem französischen Überseegebiet Saint-Barthelemy, das besonders beim internationalen Jet-Set beliebt ist, dann erreichte es die zwischen Frankreich und den Niederlanden geteilte Insel Saint-Martin. Der französische Wetterdienst berichtete von heftigen Springfluten. Ganze Küstengebiete seien bereits überschwemmt.

Girardin berichtete von “größeren Schäden” auf den betroffenen Inseln. So habe der Sturm die Dächer von zahlreichen Häusern fortgerissen. Trotz der höchsten Alarmstufe weigerten sich laut Girardin aber rund 7.000 Menschen bis zuletzt, ihre Häuser zu verlassen. Am Abend wollte die Ministerin auf die Insel Guadeloupe reisen, die bisher verschont blieb. Im Kurzbotschaftendienst Twitter kündigte sie an, sie werde weitere Helfer zur Verstärkung und Hilfsgüter mitbringen.

Das Meer “brandete mit extremer Gewalt” an die Küsten, teilte der französische Wetterdienst mit. Bevor seine Instrumente im Sturm zerstört wurden, wurden Böen mit Spitzenwindgeschwindigkeiten von 360 Stundenkilometern gemessen. Örtliche Medien berichteten von “kolossalen Schäden” auf Saint-Martin. Auf Videoaufnahmen waren in den Fluten treibende Autos und herrenlose Boote zu sehen.

Noch bevor der Sturm mit einer Ausdehnung von der Größe Frankreichs auf Land traf, hatte ihn das Nationale Hurrikanzentrum (NHC) der USA auf die höchste Kategorie 5 hochgestuft. Damit ist “Irma” noch stärker als “Harvey”, der Ende August die US-Bundesstaaten Texas und Louisiana heimsuchte.

Das NHC warnte, der Sturm könne katastrophale Schäden anrichten. Schon jetzt sei er als “historisch” einzustufen: Seit Beginn der Aufzeichnungen habe noch kein Sturm auf dem offenen Atlantik eine solche Stärke erreicht.

Inzwischen nahm “Irma” Kurs in Richtung Jungferninseln und Puerto Rico auf, wo er mit Anbruch der Nacht (Ortszeit) erwartet wurde. Die weitere Route des Hurrikans ist noch unklar, aber laut verschiedenen Vorhersagen bedroht er auch Haiti und Florida.

Örtliche Wetterdienste sagten vorher, dass die ersten Winde und Regenfälle Süd-Florida am späten Freitag erreichen könnten. US-Präsident Donald Trump rief für Florida sowie für die US-Außengebiete Puerto Rico und Virgin Islands den Notstand aus, dadurch werden Bundesmittel freigegeben. Der Gouverneur von Puerto Rico, Ricardo Rossello, setzte die Nationalgarde ein und ließ Notunterkünfte für bis zu 62.000 Menschen öffnen.

Der Gouverneur von Florida, Rick Scott, sagte, “Irma” sei eine “ernste Bedrohung für den ganzen Bundesstaat”. Zahlreiche Touristen wurden aufgefordert, die Urlauberinsel Key West zu verlassen. In Miami Beach bereiteten sich die Menschen mit Hamsterkäufen auf den herannahenden Sturm vor. In einem Supermarkt standen ganze Regalreihen leer.

In Haiti dagegen wusste die Bevölkerung zunächst nichts von der drohenden Katastrophe. Wie AFP-Korrespondenten berichteten, waren vor allem die Bewohner in den besonders gefährdeten Armenvierteln des Not leidenden Inselstaats gänzlich ahnungslos.

Die Behörden müssen zudem ohne die Hilfe der UN-Stabilisierungsmission (Minustah) auskommen, die in Erwartung ihres baldigen Mandatsendes bereits einen Großteil ihrer schweren Ausrüstung abgezogen hat. So stehen für die rund eine Million Menschen, die rund um die Hafenstadt Cap-Haitien leben, ganze drei Krankenwagen zur Verfügung.

Am Himmel über dem westlichen Atlantik brauen sich in der Zwischenzeit schon die nächsten Wirbelstürme zusammen. Wie das Nationale Hurrikanzentrum (NHC) der USA am Mittwoch mitteilte, befand sich Tropensturm “Katia” etwa rund 200 Kilometer östlich der Küste Mexikos, er erreichte Windgeschwindigkeiten von bis zu 75 Stundenkilometern. Am Dienstagabend hatte das NHC bereits den Tropensturm “Jose” gemeldet.

Von: APA/ag.

Kommentare

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2 Kommentare auf "Mindestens zwei Tote durch Hurrikan “Irma” auf Karibikinseln"


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enkedu
enkedu
Universalgelehrter
15 Tage 5 h

sowas kann man sich hier kaum vorstellen.

Baduila
Baduila
Tratscher
15 Tage 4 h

Da werden die Holzhütten wieder weggefegt werden.
Aber es gibt ja keinen Klimawandel. Daher werden die Amis nach dem Sturm weiterhin V8 Trucks kaufen und ihre Hundehütten wieder aufstellen.

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