Können schnelle und bewegliche Einsatzgruppen mit Panzerabwehrraketen Wende bringen? – VIDEO

Mit E-Bikes gegen die russischen Invasoren

Dienstag, 24. Mai 2022 | 08:04 Uhr

Kiew – Nach dem Verlust der wochenlang umkämpften Hafenstadt Mariupol fürchtet die Ukraine, dass die russischen Streitkräfte ihre Angriffe weiter intensivieren. Mit kleinen Einsatzgruppen, die auf schnellen und wendigen E-Bikes wie aus dem Nichts auftauchen und mit ihren Panzerabwehrraketen blitzschnell zuschlagen, hoffen die ukrainischen Truppen, dem langsamen, aber stetigen russischen Offensivdruck standhalten zu können.

Facebook/ELEEK

Auf den ukrainischen Kriegsschauplätzen zeigte sich, dass es kleinen Gruppen ukrainischer Soldaten, die mit Panzerabwehrraketen bewaffnet waren, aus der Deckung kommend und das Überraschungsmoment nutzend immer wieder gelang, russische Panzer abzuschießen. Die ukrainische Armee setzt zwar weiterhin auf traditionelle Fortbewegungsmittel wie Jeeps, Pickups und andere mittelschwere bis schwere Fahrzeuge, nimmt aber seit Wochen auch leichte Elektrofahrzeuge, insbesondere Elektro-Enduros, in ihren Fuhrpark auf.

Twitter/Heuvelrug Intelligence @HillridgeOSINT

Mit schnellen und wendigen E-Bikes hoffen die ukrainischen Streitkräfte, die nach dem Fall Mariupols durch die russische Offensive immer stärker in Bedrängnis geraten, dieses Erfolgsrezept weiter zu verbessern. Kernstück dieser verbesserten Strategie sind die E-Bikes der beiden ukrainischen Hersteller Delfast und Eleek. Je nach Version sind die E-Bikes 80 bis 100 Kilometer pro Stunde schnell und besitzen eine Reichweite von 150 bis 320 Kilometern. In der Regel beträgt die Ladezeit etwa fünf Stunden. Wie die Zeitschrift Forbes unterstreicht, sollen E-Bikes ukrainischer Hersteller auch den Geschwindigkeitsrekord für in Serie hergestellte E-Bikes halten.

Das Wichtigste jedoch ist, dass sie die sperrigen und nicht ganz leichten Panzerabwehrraketen vom Typ NLAW, denen schon viele russische Panzer und Lastkraftwagen zum Opfer fielen, tragen können. Die Raketen, die sonst die Beweglichkeit zu Fuß vorrückender Soldaten verlangsamen, können in einem am Rahmen des E-Bikes befestigten Container schnell zum Einsatzort gebracht werden.

Die Nutzung von E-Bikes und E-Enduros bietet aber auch weitere Vorteile. Selbst kleine Verbrennungsmotoren, wie sie in Mopeds oder Rollern verbaut werden, sind laut und können aus der Ferne leicht erkannt werden. In Kampfsituationen, in denen es auf Unauffälligkeit ankommt, sind sie äußerst nachteilig und können dem Feind den eigenen Standort schnell verraten. E-Bikes hingegen bleiben bei richtiger Nutzung fast bis zuletzt unentdeckt und bieten die Möglichkeit, auch wieder schnell im Nichts zu verschwinden.

Im Idealfall könnten wenige Soldaten, die zusammen mit ihren Panzerabwehrwaffen auf ebenso vielen E-Bikes unterwegs sind, den russischen Panzern und Versorgungskolonnen auflauern, blitzschnell zuschlagen und ebenso schnell wieder das Weite suchen.

Die Idee ist nicht neu. Bereits in den ersten Kriegswochen wurden E-Bikes für Testzwecke Soldaten zur Verfügung gestellt. Ziel war es, die Fronttauglichkeit dieser Fortbewegungsmittel, die eigentlich für den Sport und für den Freizeitspaß gedacht waren, zu testen. „Wir haben schon in den ersten Wochen des Krieges E-Bikes an die Front geliefert. Wir haben es nur nicht an die große Glocke gehängt. Manche Dinge macht man eben im Stillen“, schreibt der Gründer von Delfast, Danylo Tonkopi, stolz auf Facebook.

Nach einer erfolgreichen Testphase gab die ukrainische Heeresleitung Grünes Licht. Anfang Mai gab der stellvertretende Vorsitzende des ukrainischen Herstellerverbandes von Elektrofahrzeugen, Vadym Ignatov, die Übergabe von Eleek-Atom-E-Bikes an die ukrainischen Streitkräfte bekannt und wies darauf hin, dass das Militär die Räder zuvor bewertet und zu ihrer Kampftauglichkeit ein Feedback abgegeben hatte.

Facebook/ELEEK

„Wir sind bereit, zum Sieg der Ukraine unseren Teil beizutragen. Jedes ukrainische Unternehmen steht der Armee des Landes zur Gänze zur Verfügung“, unterstreicht Danylo Tonkopi. Obwohl es sich eigentlich um ein Konkurrenzunternehmen handelt, betont der Delfast-Gründer, dass Eleek Spenden für die Fahrradproduktion sammelt. „Sie produzieren keine E-Bikes, um mit ihnen einen Gewinn zu erzielen, sondern unterstützen die Kriegsanstrengungen der Ukraine aus ihrer eigenen Tasche“, fügt Danylo Tonkopi hinzu.

APA/APA/AFP/GENYA SAVILOV

Diese E-Bikes eignen sich nicht nur dazu, die Panzerabwehrraketen und Soldaten zu transportieren, sondern auch andere leichte Waffen ins Kriegsgebiet zu bringen. Diese Waffen sind zwar klein, erlauben aber auch einem einzigen Soldaten einen russischen Panzer auszuschalten. E-Bikes erhöhen die Einsatzfähigkeit dieser Waffen weiter.

Kurzum, es war vielleicht das eine Mittel, das in den Kriegen der Vergangenheit immer fehlte. Im modernen, aber weiterhin blutigen Krieg, der in der Ukraine leider geführt wird, kann auch ein eigentlich für den Sport und den Spaß entwickeltes und gebautes E-Bike einen Unterschied ausmachen. Ob sie aber zur Kriegswende beitragen können, steht auf einem anderen Blatt.

 

Von: ka

Kommentare

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29 Kommentare auf "Mit E-Bikes gegen die russischen Invasoren"


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monia
monia
Tratscher
1 Monat 12 Tage

Weg mit Putin!!! Stalin, Lenin, Putin…. alles Diktatoren welche das russische Volk ausgebeutet und viele Menschen auf den Gewissen haben!!!

Zum Glück gibt es die USA welche diesen Tyrannen die Stirn bieten! Die EU ist leider viel zu zögerlich und zu schwach!

OrtlerNord
OrtlerNord
Tratscher
1 Monat 12 Tage

monia
geb dir im 1. Absatz recht, Menschenrechte war in der UdSSR und Russland noch nie vorhanden.
Die EU ist ein Wirtschaftsgemeinschaft und sonst nichts.

fritzol
fritzol
Superredner
1 Monat 12 Tage

bitte Geschichte ein bisschen studieren,die Amis sind nicht heilige haben dutzende Länder ausgebeutet im Interesse des Friedens,(Vietnam Irak Iran u.s.w )

Suedtirolfan
Suedtirolfan
Grünschnabel
1 Monat 11 Tage

@fritzol Für Dich zum besseren Verständnis:
Es geht hier um einen Krieg den die Russen am 24. Februar 2022 angefangen haben und NICHT um kriegerische Handlungen der USA in der Vergangenheit !

primetime
primetime
Kinig
1 Monat 11 Tage

Die Amerikaner haben eine gleich blutige Hand….

fritzol
fritzol
Superredner
1 Monat 11 Tage

@Suedtirolfan
also rechtfertigst du die amikriege schon,nur putin ist böse( kein Krieg ist gerechtfertig nur zur deiner information)

Philingus
Philingus
Tratscher
1 Monat 11 Tage

@fritzol : Dann müssen sie aber ihre Geschichtskenntnisse auf den richtigen Stand bringen (von wegen Ausbeutung usw .) Bei den Russen gibt’s nur Unterdrückung, bei den USA wenigsten Freiheit und Geld. Nicht Alles ist gut gelaufen, aber noch immer besser als Folter und Mord im Auftrag des Kremls. Siehe Syrien, Belarus, …

Philingus
Philingus
Tratscher
1 Monat 11 Tage

@primetime Selten unsinnig und ohne Grundlage!

Suedtirolfan
Suedtirolfan
Grünschnabel
1 Monat 11 Tage

@fritzol
lch habe hier nie einen Krieg gerechtfertigt und lasse mir auch von dir nicht sagen wie ich etwas interpretieren habe oder nicht !

primetime
primetime
Kinig
1 Monat 11 Tage

@Philingus Unsinnig?????? Ja gute Nacht. Irak? Iran? Afghanistan? Das sind die welche ich eher mitverfolgt habe.
Von den bewusst zugelassenen “Anschlägen” auf das WTC, Pentagon?
So, du hast wieder den Ball. Schauen ob was triftiges zurückkommt

Hustinettenbaer
1 Monat 11 Tage

Äh, wenn wir schon mit dem Geschichts-Fernglas auf mörderische Allianzen schauen: Bush und Putin, 2001 Afghanistan ?
“Putins Kooperationsangebot an die Amerikaner, mit dem er sich über gravierende Bedenken seines Außenministers hinwegsetzte, ist eine mittlere Sensation: Keine Vereinbarung mit den Vereinigten Staaten seit dem Ende des Kalten Kriegs ging jemals weiter. Doch das Eigeninteresse des russischen Präsidenten liegt auf der Hand: dem militanten Islam in Zentralasien an Russlands Südgrenze eine Niederlage zu bereiten – und dem Westen Verständnis für den schmutzigen Krieg in Tschetschenien abzuverlangen.” etc. etc.
Eine Vorspeise für den Schlächter.
https://www.spiegel.de/politik/krieg-im-schatten-a-fbd12018-0002-0001-0000-000020240672

Philingus
Philingus
Tratscher
1 Monat 11 Tage

@primetime : Zitierung von unsinnigen Verschwörungstheorien, die jeder tatsächlichen Beweisführung niemals standhalten können

primetime
primetime
Kinig
1 Monat 11 Tage

@Philingus Und damit hast du dich aber mal komplett ins Abseits geschossen. Die tatsächliche Beweisführung wurde aber sowas von gelogen ausgeführt und unter den Tisch gekehrt was nur geht.
Das sind keine Verschwörungstheorien sondern von Fachpersonal bestätigte Fakten.
Aber gut, auf den anderen Punkten (Irak, Iran, Afghanistan) bist du nicht eingegangen also merkt man schon wie du denkst

Sigo70
Sigo70
Superredner
1 Monat 12 Tage

Mit E-Bikes gegen Hyperschallraketen😂 wieso keine Motorräder? Sicherlich gibt es bei der zerstörten Infrastruktur hinter jeder Ecke eine Ladestation.

Suedtirolfan
Suedtirolfan
Grünschnabel
1 Monat 11 Tage

@sigo70
lch finde diese E – Bikes recht gut für diesen Einsatzzweck.
lm übrigen:
Im Mittelalter sagte man: “Nur die Toren lachen”. Und genau damit meine ich dich !

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 11 Tage

Weil man die von weitem hört. E-Bikes sind leise.

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 11 Tage

ps: Kennst du Tankstellen, die ohne Strom funktionieren? Und wann hast du zum letzten Mal einen Panzer an einer Zapfsäule gesehen? Noch nie? Mag vielleicht damit zu tun haben, dass das Militär sich bei der Treibstoffversorgung nicht auf zivile Einrichtungen verlässt.

selwol
selwol
Superredner
1 Monat 11 Tage

@Suedtirolfan
Merkst du denn nicht, dass du den Arm genommen wirst?

xXx
xXx
Kinig
1 Monat 11 Tage

brumm, brumm…puff.
Deswegen.

Suedtirolfan
Suedtirolfan
Grünschnabel
1 Monat 11 Tage

@selwol
Beim Thema Krieg hört bei mir jede Art von Spaß auf.

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 12 Tage

Super Idee! Sicherlich für die russische Armee nicht wirklich bekämpfbar.

sophie
sophie
Kinig
1 Monat 11 Tage

Super Idee, Hauptsache ihr verjagt diese Mörder von eurem Land, wie ist egal,
Hauptsache raus
Und das for ever…..

Leopard
Leopard
Neuling
1 Monat 12 Tage

Erinnert an etwas Vergangenes..

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 11 Tage

Heut muss man halt noch etwas mobiler sein 🙂 Aber die Jungs und Mädels von damals waren genauso einfallsreich wie wir heute.

Dionysos
Dionysos
Grünschnabel
1 Monat 11 Tage

Und ich dachte die haben Pedelecs bekommen, wo bei 25 km/h schluss ist 😅

ahiga
ahiga
Universalgelehrter
1 Monat 11 Tage

..

Die Römer hätten sollen den Russen das coloseum vermieten.
Samstags abend 100 Russen gegen 100 Ukrainer
Heute um Kiel morgen um maripol usw.
Der Sieger bekommt die Ukraine.
…ich weiss, klingt lächerlich..
..Aber genau betrachtet…die bessere Lösung
Erst recht für die zahlenden Zuschauer.
Weil sooo falsch können die alten Römer auch nicht gelegen sein..im Endeffekt is es genau das gleiche

Stadtler
Stadtler
Tratscher
1 Monat 11 Tage

Putin könnte sich ja den Kampf um Kiew mit Klitschko mit den Fäusten ausmachen.

2x nachgedacht
2x nachgedacht
Grünschnabel
1 Monat 11 Tage

oh mein gott…oder göttin…oder was oder wer auch immer… und wenns das alles nicht gibt oder gäbe…. egal….die meisten hier im forum bleiben ohne kaffee = *keine tasse mehr qim schrank*

Savonarola
1 Monat 11 Tage

warum erscheint im Artikel gleich eine Ebike-Werbung vom best in the alps?

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