Verdächtiger soll Wohnung absichtlich in Brand gesteckt haben

Mordermittlungen nach Hochhausbrand in Tschechien

Montag, 10. August 2020 | 14:23 Uhr

Nach dem Hochhausbrand in Bohumin in Tschechien mit elf Toten hat die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungen wegen Mordes eingeleitet. Beschuldigter sei ein 54 Jahre alter Mann, sagte ein Sprecher der Behörde mit Sitz in Ostrava (Ostrau) am Montag nach Angaben der Agentur CTK. Ihm werde vorgeworfen, die Wohnung im elften Stock des 13-stöckigen Plattenbaus absichtlich in Brand gesetzt zu haben.

Die Polizei hatte Spuren eines Brandbeschleunigers – vermutlich Benzin – entdeckt. Nach tschechischen Medienberichten wollte sich der Mann an seiner Ex-Frau rächen, die in der Wohnung an einer Familienfeier teilgenommen habe. Unter den Opfern des Brandes vom Samstag waren auch drei Kinder. 13 Menschen wurden verletzt. Zwei von ihnen befanden sich am Montag noch in kritischem Zustand auf der Intensivstation. Es war die schwerste Brandkatastrophe in Tschechien seit 30 Jahren.

Unterdessen erhoben Anrainer schwere Vorwürfe gegen die Feuerwehr, die zu langsam reagiert habe. Die ersten Einsatzkräfte seien innerhalb von sechs Minuten nach dem ersten Notruf eingetroffen, entgegnete ein Sprecher der Feuerwehr. Zu diesem Zeitpunkt hätten bereits Flammen aus dem Fenster der Wohnung geschlagen.

Von: APA/dpa

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