Morgen letzte Möglichkeit

Mordfall Riffeser: Verteidiger wollen 30-jährige Haftstrafe kippen

Montag, 26. September 2022 | 10:42 Uhr

Meran – Vor vier Jahren hat Johannes Beutel seine Ehefrau Alexandra Riffeser mit 43 Messerstichen bei Meran getötet. Morgen befasst sich das Kassationsgericht mit dem Fall. Bekanntlich hat das Berufungsgericht, den gebürtigen Österreicher zu 30 Jahren Haft verurteilt. Für die Verteidigung des Angeklagten ist dies die letzte Möglichkeit, die Gefängnisstrafe noch etwas abzumildern.

Einer der Erschwernispunkte war die besondere Grausamkeit, die dem 40-Jährigen vorgeworfen wurde. Der Angeklagte hatte insgesamt drei Messer für die Bluttat verwendet. Offenbar war die Ehe bereits seit Längerem in Krise. Beutel wollte es nicht hinnehmen, von seiner Frau verlassen zu werden. Nachdem er sie im Haus ihrer Eltern bei Meran aufgesucht hatte, kam es zu einem weiteren Streit und Beutel stach in einem Anfall von kalter Wut und Eifersucht zu.

Alexandra Riffeser versuchte, ihm zu entwischen und im Haus Unterschlupf zu finden, doch sie hatte keine Chance. Die Anwälte Marco Ferretti und Alessandro Tonon, die Beutel vertreten, versuchten bereits in den Prozessen der ersten und zweiten Instanz die Grausamkeit als Erschwernisgrund anzufechten. Nun wollen sie dies vor der Kassation erneut und verlangen eine Revision des Verfahrens.

Sollten die Anwälte mit ihrem Anliegen Erfolg haben, könnte die Haftstrafe für Beutel auf 16 Jahre verkürzt werden. Die mildernden Umstände, die von den Richtern in den vorhergehenden anerkannt wurden, könnten den zweiten Erschwernisgrund aufwiegen – nämlich die Tatsache, dass sich die Bluttat zwischen Eheleuten ereignet hat. Bei guter Führung wäre der Angeklagte nach zwölf Jahren vermutlich wieder auf freiem Fuß.

Anwalt Federico Fava, der die Nebenkläger vertritt, hinterlegte ein Schreiben, in dem er Beutels Verteidigern vorwarf, sich nur auf einige Aspekte der Tat zu konzentrieren und das Gesamtbild der Ereignisse außer Acht zu lassen. Fava wies auf das schwerwiegende Verhalten des Angeklagten hin, der auf seine Frau nicht mit dem erstbesten Gegenstand losgegangen war, der ihm zwischen die Finger gekommen war. Stattdessen habe er die Tatwaffe ausgewählt. Auch die Hypothese des plötzlichen Zornausbruchs stimme mit den Tatsachen nicht überein. Die Fotos, die seine Eifersucht auslösten, hatte Beutel fünf Stunden vor der Bluttat gesehen.

Der Angeklagte, der seinen Töchtern bislang noch keine Entschädigung zukommen ließ, hatte seine Ehefrau nach der Tat auf dem Boden liegen lassen, um mit der Mutter seiner Frau zu telefonieren und ihr mitzuteilen, was er getan hatte.

Von: mk

Bezirk: Burggrafenamt

Kommentare
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pusteblume
pusteblume
Tratscher
2 Monate 6 Tage

des isch woll die Höhe…30 Johr und mea keart der hinter Gitter und nit wianiger… Wahnsinn, dass sie sich nit schämen, dei Verteidiger.

Sag mal
Sag mal
Kinig
2 Monate 6 Tage

pusteblume dann müssten Sich Einige Andere Verteidiger auch schämen.Selbst ein Massenmörder bekommt Einen solchen zugestellt.

N. G.
N. G.
Kinig
2 Monate 5 Tage

Jeder, ABSOLUT JEDER hat ein Recht auf Verteidigung! Wir leben in einem Rechtsstaat und deine Äusserungen sind eine Beleidigung und ein Angriff auf jeden rechtschaffenen Verteidiger und die Rechtsstaatlichkeit!
Verabschiede dich BITTE in ne Diktatur, egal wohin, dann bekommst du was du dir wünscht, DANKE!

Faktenchecker
2 Monate 5 Tage

Wir, nicht Du, leben in einem faschistischen Staat.

sophie
sophie
Kinig
2 Monate 6 Tage

Für so einen Mord noch die Haftstrafe reduzieren, ist schon allerhand,
Dass har einige nicht mehr ganz richtig ticken, weiss man ja,
Aber so langsam reichts…..

Sag mal
Sag mal
Kinig
2 Monate 6 Tage

so schwerwiegend die Tat auch ist so wird Sie jetzt etwas anders dargelegt als wie die Aussage des Angeklagten am Anfang war.

Sag mal
Sag mal
Kinig
2 Monate 6 Tage

ist Er eine Gefahr für die Allgemeinheit?
War Er zurechnungsfähig ?
Warum wird Er nicht nach Österreich überführt?

User
User
Grünschnabel
2 Monate 6 Tage

40 Johr tatn a passn , frisch für olm. Wia konn man den verteidigen welln, gewaltig. Wos de Kinder, de Familie, jeder Beteiligte mitgmocht hot. Derf do wegen Netiquette net mear schreiben.

berthu
berthu
Universalgelehrter
2 Monate 5 Tage

Verstehe einer, wie die Strafen für “Mord” hier 30 Jahre, andere Fälle 15 Jahre, und nach 7 Jahren in Freiheit, zustandekommen?
‘Lebenslang’ ist auch so ein Gummibegriff. In USA gibt’s das sogar mehrfach. Abschreckend ist hier kein Strafmaß, und leider werden nicht alle “erwischt”, auch gar viele “falsche” bestraft. Wievielmal lebenslänglich bekommen eigentlich die gegenwärtigen Kriegstreiber? Auftragsgeber? Wegschauen ist auch Mittäterschaft.

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