Der Mann war gegenüber der Polizei geständig

Mordverdacht nach Sturz von Terrasse in Wien

Freitag, 28. April 2017 | 14:47 Uhr

Ein 48-Jähriger hat gestanden, vergangene Woche seine 45-jährige Lebensgefährtin im Zuge eines Streits in Wien-Wieden von der Terrasse einer Dachgeschoßwohnung mehr als 15 Meter in die Tiefe gestoßen zu haben. Die Frau starb noch an Ort und Stelle. Die Einsatzkräfte waren zunächst wegen eines vermeintlichen Selbstmords gerufen worden. Die Obduktion der Leiche ergab schließlich Fremdverschulden.

Ein Bekannter der Frau fand diese vergangenen Samstag gegen 22.30 Uhr im Innenhof der Wohnhausanlage in der Schwindgasse. Zuerst war unklar, ob es sich um einen Unfall oder Selbstmord handelte, die Ermittler schlossen auch ein Gewaltverbrechen nicht aus, schilderte Polizeisprecher Thomas Keiblinger. Bei der gerichtsmedizinischen Obduktion stellte der Arzt auf Fremdverschulden hinweisende Verletzungen fest, die Frau dürfte sich gewehrt haben.

Während der Österreicher in einer ersten Einvernahme noch angab, zum Tatzeitpunkt nicht mehr in der gemeinsamen Wohnung gewesen zu sein, erhärtete sich durch die Obduktion und weitere Ermittlungen der Mordverdacht gegen ihn. Als der 48-Jährige am Donnerstag erneut von Beamten des Landeskriminalamtes befragt wurde, gestand er schließlich die Tat, sagte Keiblinger.

Worum es in dem Streit gegangen war, sagte der Mann nicht. Die Auseinandersetzung sei jedenfalls eskaliert, er habe schließlich die Frau über das Geländer in die Tiefe gestürzt. Das Kind des Paares, eine noch minderjährige Tochter, befand sich zum Tatzeitpunkt nicht in der Wohnung. Der 48-Jährige befindet sich in Haft.

Von: apa