Der Mann soll am Samstagabend seine Freundin erstochen haben

Mordverdächtiger 40-Jähriger bereits drei Mal verurteilt

Montag, 10. September 2018 | 16:57 Uhr

Der mordverdächtige Iraker, der am Samstagabend in Wien-Leopoldstadt seine 50 Jahre alte Freundin erstochen haben soll, ist bereits drei Mal vom Landesgericht für Strafsachen verurteilt worden. Gerichtssprecher Thomas Spreitzer bestätigte der APA am Montagnachmittag einen entsprechenden Bericht der “Kronen Zeitung”. 2011 war der 40-Jährige gar nach Italien abgeschoben worden.

2010 hatte der gebürtige Iraker wegen schwerer Erpressung und Raubes zwei Jahre ausgefasst, davon acht Monate unbedingt. Zu diesem Verfahren befand sich der Mann, der zunächst in Italien um Asyl angesucht hatte, auch in Wien in U-Haft. Nach seiner Verurteilung wurde er nach Italien abgeschoben, wo er zunächst um Asyl angesucht hatte. Er kehrte allerdings nach Österreich zurück und kassierte in weiterer Folge wegen Schlepperei ein Jahr Haft, davon vier Monate unbedingt. 2017 suchte er laut “Kronen Zeitung” in Österreich um Asyl an. Am 16. August 2017 erfolgte eine weitere Verurteilung, diesmal wegen schwerer Körperverletzung, Widerstands gegen die Staatsgewalt und schwerer Sachbeschädigung. Das Urteil lautete auf neun Monate unbedingt.

Nachdem das Wiener Oberlandesgericht (OLG) dieses Urteil bestätigt hatte, wurde dem Mann am 26. Jänner 2018 die Aufforderung zum Strafantritt zugestellt. Der 40-Jährige ersuchte um einen Haftaufschub wegen behaupteter Vollzugsuntauglichkeit, wobei sich das Vorbringen auf ein Gutachten eines bekannten Facharztes für Psychiatrie, Neurologie und Psychotherapie stützte, der sich für einen Haftaufschub von zumindest einem halben Jahr wegen einer “floriden psychiatrischen Erkrankung” aussprach.

Die von der Justiz beigezogene psychiatrische Sachverständige Sigrun Rossmanith kam allerdings zum Schluss, dass die von ihrem Kollegen gestellten Diagnosen – eine mittel- bis schwergradige depressive Episode, eine posttraumatische Belastungsstörung sowie eine Angst- und Panikstörung -“aktuell nicht festzustellen” seien, wie es in ihrer Expertise hieß. Aus psychiatrischer Sicht lägen die medizinischen Voraussetzungen der Strafvollzugstauglichkeit vor, wobei sich Rossmanith aber dafür aussprach, den Mann in einer Vollzugsanstalt mit einer angeschlossenen Krankenanstalt unterzubringen, um diesem im Falle einer psychischen Krise rasche ärztliche Hilfe und eine bedarfsgerechte Medikation zukommen lassen zu können.

Das Landesgericht für Strafsachen wies aufgrund von Rossmaniths Ausführungen am 11. Mai den Antrag auf Strafaufschub ab. Dagegen legte der Iraker Beschwerde ein. Diese schmetterte das OLG am 24. Juli ab. Rossmaniths Gutachten sei “schlüssig und nachvollziehbar begründet”, eine Vollzugsuntauglichkeit liege demnach nicht vor, heißt es in dem sechsseitigen OLG-Beschluss, der der APA vorliegt. Am 31. Juli wurden dem Wahlverteidiger des Mannes sowie der Justizanstalt Wien-Simmering, wo der Iraker “einrücken” hätte sollen, der OLG-Beschluss zugestellt. Für Philipp Wolm, den Rechtsvertreter des 40-Jährigen, war sein Mandant aber nicht mehr greifbar. “Er war weder an seiner Adresse noch telefonisch zu erreichen”, schilderte Wolm im Gespräch mit der APA. Der 40-Jährige zog es offenbar vor unterzutauchen.

Daneben waren gegen den 40-Jährigen seit 2007 auf bezirksgerichtlicher Ebene vier weitere Strafverfahren anhängig. Eines wegen Sachbeschädigung und Körperverletzung endete mit einem Freispruch, ein Suchtmittelverfahren wegen Eigenkonsums und ein Betrugsverfahren wurden eingestellt. Am Bezirksgericht Favoriten anhängig und noch nicht erledigt ist ein Verfahren wegen Körperverletzung.

Unterdessen wurde der Mordverdächtige am späten Montagnachmittag in die Justizanstalt (JA) Josefstadt überstellt. “Die U-Haft-Anträge wurden gestellt”, teilte Gerichtssprecher Spreitzer mit. Entschieden soll darüber voraussichtlich am Dienstag werden. Der gebürtige Iraker hatte in den Polizeiverhören geschwiegen bzw. keine Angaben zur Tat gemacht. Diese soll sich am Samstag gegen 18.45 Uhr in der Leopoldstadt zugetragen haben. Der Mann soll der 50-Jährigen mit einem Messer zumindest einen Stich in den Hals versetzt haben. Nicht geklärt ist allerdings, ob die Tatwaffe von der Polizei überhaupt sichergestellt werden konnte. Auf eine diesbezügliche Frage der APA machte Polizeisprecher Paul Eidenberger keine eindeutigen Angaben. Demgegenüber bestätigte Eidenberger, dass der Verdächtige am Samstagabend um 20.30 Uhr in einem Lokal in der Quellenstraße in Favoriten von WEGA-Beamten festgenommen wurde, als er sich gerade etwas zu essen bestellt hatte.

Von: apa

Kommentare

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10 Kommentare auf "Mordverdächtiger 40-Jähriger bereits drei Mal verurteilt"


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andr
andr
Superredner
10 Tage 22 h

Und die dritte und weitergehts! Er war polizeibekannt erhätte eine Strafe antreten sollen blablablabla das Volk wird das schaffen…… Blablablabla

Rechner
Rechner
Superredner
10 Tage 15 h

@ander ich dachte in Österreich sind die Retter an der Macht?

denkbar
denkbar
Kinig
10 Tage 7 h

@andr . Schon vergessen, Strache ist in Österreich Innenminister und für die Sicherheit zuständig!

gapra
gapra
Universalgelehrter
10 Tage 6 h

@denkbar Die Antwort wird uns sicherlich m69 noch im Laufe des Tages liefern. Er kann doch nicht einen seiner Schutzheiligen unverteidigt lassen.

andr
andr
Superredner
10 Tage 3 h

@denkbar man sieht das es dich auf die gleiche Weise berührt du hast verstanden

gapra
gapra
Universalgelehrter
10 Tage 3 h

@andr Dass Sie zutiefst berührt sind, kann man aus jeder Silbe Ihrer Post’s lesen. Sie sind ja immer so empathisch und eine mitfühlende Person.

Lana77
Lana77
Tratscher
11 Tage 1 h

Gewoltig; do werd ummergetiattert ob uaner Knasttauglich isch oder nit. Ohne den gonzn lächerlichn Paragrafngereite tat de Frau nou lebn. Inser obertolerantes Rechtssystem isch lai mear a Witz und gmocht zugunsten fe Verbrecher.

Staenkerer
10 Tage 22 h

ob man um de typn baihnen dahoam a so a griss micht bis se obschiebn kennen?
de orme frau kannt no lebn wenn man nit jedn verbre… mit gewollt für paychisch kronk erklärn will!
ruhe sanft, orme frau!

traktor
traktor
Universalgelehrter
10 Tage 20 h

wahnsinn.
mir stehen die hauler auf wenn ich daran denke wieviele solche frei umherlaufen und es wird dem volk verschwiegen.
jagt die verantwortlichen dahin wo…..

TF1
TF1
Tratscher
10 Tage 4 h

LÄCHERLICH!!! Dem werdn se woll no a Chance gebn😡😡😡😡

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