Staatsanwaltschaft erhob Anklage

Mordversuch: Kann Ivo Rabanser auf mildernde Umstände hoffen?

Mittwoch, 29. Juni 2022 | 09:36 Uhr

St. Christina – Ivo Rabanser hofft, dass das Gericht mildernde Umstände anerkennt. Der 43-Jährige hat bekanntlich im vergangenen Sommer versucht, seinen Bruder in St. Christina in Gröden mit einem Messer zu töten, nachdem er in dessen Haus eingedrungen war. Am Donnerstag muss Rabanser vor Gericht erscheinen.

Eine Strategie der Verteidigung könnte es sein, darauf hinzuweisen, dass Rabanser davon abgelassen habe, tatsächlich einen Mord zu begehen. Vor rund 20 Tagen hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben.

Bevor die 43-Jährige ins Tal gestiegen ist, um seinen Bruder Martin zu attackieren, hatte er fünf Monate in der Einsamkeit der Grödner Bergen gelebt. Dies hatte Rabanser selbst erklärt.

Dem psychiatrischen Gutachten zufolge, das im Verlauf der Untersuchung erstellt wurde, ist der Mann zurechnungsfähig. Rabanser wollte mit seinem Bruder auf dramatische Weise offenbar eine alte Rechnung begleichen – vermutlich aufgrund alter familiärer Konflikte, die nie wirklich aufgearbeitet worden waren. Ein klares Motiv konnte die Staatsanwaltschaft allerdings nicht ermitteln.

Auch der Gutachter hat auf das ungewöhnliche Verhalten von Rabanser hingewiesen, der es vorgezogen hatte, ohne offensichtlichen Grund allein und abseits von seinen Angehörigen zu leben. 25 Jahre lang hatte der 43-Jährige keinen Kontakt zu seinem Bruder.

In dieser Zeit könnte in ihm die Vorstellung herangereift sein, selbst zu kurz gekommen zu sein – möglicherweise bei der Aufteilung des Erbes nach dem Tod des Vaters. Auch während seines Jahres im Gefängnis hat sich Rabanser nie zu einem möglichen Motiv geäußert. Sein Bruder hat sich zwar als Nebenkläger in das Verfahren eingelassen, eine Schadenersatzforderung ist allerdings nicht bekannt.

Ivo Rabanser, der in der Gegend von Verona gelegentlich als Wärter von Tennisplätzen arbeitete, hätte vermutlich auch nicht die finanziellen Mittel, um seinen Bruder zu entschädigen, damit ihm dies als mildernden Umstand angerechnet wird.

Dem Mann wird erschwerter Tötungsversuch vorgeworfen. Als Erschwernisgrund gilt die Tatsache, dass er sich gegen einen direkten Verwandten gewandt hat. Zudem war dieser mitten in der Nacht in einem Zustand mangelnder Schutzfähigkeit.

Die Verteidiger haben nun die Möglichkeit zu beweisen, dass ihr Mandant von seinem Vorhaben abgelassen habe, seinen Bruder zu töten. Obwohl dieser wehrlos im Bett lag, verzichtete Ivo Rabanser darauf, ein weiteres Mal zuzustechen, und wartete stattdessen auf die Ankunft der Carabinieri. Im Fall eines verkürzten Verfahrens könnte der 43-Jähriger möglicherweise mit einer Haftstrafe unter fünf Jahren davonkommen.

Von: mk

Bezirk: Salten/Schlern

Kommentare

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2 Kommentare auf "Mordversuch: Kann Ivo Rabanser auf mildernde Umstände hoffen?"


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inni
inni
Universalgelehrter
1 Monat 13 Tage

Wer weiß, was ihn zu dieser Tat veranlasst hat … was mögen wohl die Hintergründe dafür gewesen sein … ?

Trina1
Trina1
Kinig
1 Monat 12 Tage

Mit de mildernde Umstände können sie aufhören!

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