Der Prozess ist für zwei Tage anberaumt

Mordversuchsprozess nach Attacke mit Auto in OÖ

Dienstag, 15. Februar 2022 | 05:05 Uhr

Eine offenbar grundlos vom Zaun gebrochene, unter Alkoholeinfluss massiv eskalierte Streiterei zu Halloween zieht nun eine Reihe von Anklagen gegen einen 66-Jährigen und seine beiden Söhne nach sich. Dem Senior wird sogar Mordversuch zur Last gelegt. Er soll mit dem Auto auf einen Kontrahenten zugefahren sein. Insgesamt wurden bei dem Vorfall drei Personen – ein am ursprünglichen Streit Unbeteiligter und zwei Polizeibeamte – verletzt. Der Prozess startet am Montag in Wels.

Der Hauptangeklagte war an dem Tag mit 0,92 Promille intus im Auto unterwegs. In Ottnang (Bezirk Vöcklabruck) führte er aus dem Wagen heraus einen Disput mit zwei anderen Betrunkenen, die zu Fuß am Heimweg waren. Weil er die beiden jungen Männer nicht in Ruhe ließ, öffnete einer der zwei die Wagentüre und beugte sich herein. Der 66-Jährige stieg aufs Gas und schleifte den anderen rund 60 Meter mit. Danach soll er noch zweimal – einmal mit 40 und einmal mit 25 bis 30 km/h – auf seinen Kontrahenten zugefahren sein und geschrien haben “I fia di nieder!”. Der andere konnte sich durch einen Sprung zur Seite in Sicherheit bringen.

Der 66-Jährige meinte, dass er noch weitere Verstärkung brauche und rief seine beiden erwachsenen Söhne im Alter von 25 und 28 Jahren zu Hilfe. Der jüngere Filius soll wüste Drohungen gegen das Opfer seines Vaters und eine Frau ausgestoßen sowie zwei mittlerweile eingetroffene Polizisten, die ihn bändigen wollten, verletzt haben. Der ältere Sohn nahm Anlauf und sprang mit den Beinen voran gegen einen der Betrunkenen, verfehlte ihn aber. Danach attackierte er laut Anklage einen Unbeteiligten auf die gleiche Wiese und fügte ihm so einen Oberschenkelhalsbruch zu. Bei der anschließenden Festnahme soll der 28-Jährige noch einen Polizisten verletzt haben.

Die Staatsanwaltschaft Wels legt dem 66-Jährigen Mordversuch und versuchte Körperverletzung zur Last. Dem 25-Jährigen wird gefährliche Drohung, Widerstand gegen die Staatsgewalt und schwere Körperverletzung vorgeworfen, dem 28-Jährigen schwere und absichtlich schwere Körperverletzung sowie ebenfalls Widerstand gegen die Staatsgewalt. Der Prozess ist für zwei Tage anberaumt, ein Urteil wird am 23. Februar erwartet.

Von: apa