Tatort in der Innenstadt polizeilich abgeriegelt

Motivsuche nach Messerattacke von Würzburg

Samstag, 26. Juni 2021 | 09:28 Uhr

Nach der tödlichen Messerattacke in Würzburg rückt nun das Motiv des mutmaßlichen Täters in den Fokus. Auch in der Nacht zu Samstag war die Polizei eigenen Angaben zufolge mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort, um die Hintergründe und den Ablauf der Tat zu ermitteln. Noch ist unklar, warum der 24-jährige Somalier am späten Freitagnachmittag in der Innenstadt drei Menschen mit einem Messer tötete und mindestens fünf weitere schwer verletzte.

Mindestens zwei sollen in Lebensgefahr schweben. Womöglich ist der Angreifer, der nach der Tat angeschossen und festgenommen wurde, psychisch krank. Aber auch ein islamistisches Motiv des Angreifers wird den Ermittlern zufolge geprüft. Gekannt haben sollen sich Täter und Opfer nicht.

Am späten Freitagabend setzte die Polizei auch einen Hubschrauber ein. Die Polizei entkräftete Befürchtungen, der Angreifer könnte Mittäter gehabt haben. Der Hubschrauber unterstütze die Ermittlungen. “Wir fahnden nicht nach weiteren Personen”, schrieb sie auf Twitter. Zur Zahl der Verletzten machte sie zunächst keine konkreten Angaben. Die “Main Post” berichtete, es habe zehn Verletzte gegeben. Diese Zahl wollte die Polizei zunächst nicht bestätigen. Sie verwies darauf, gegebenenfalls am Samstag auf einer Pressekonferenz zu informieren.

Die Polizei hatte den mutmaßlichen Täter mit einem gezielten Schuss gestoppt, nachdem Passanten ihnen den Weg gezeigt hatten. Der 24-Jährige, der seit 2015 in Würzburg lebt, kam mit einem Oberschenkeldurchschuss in ein Krankenhaus. Dort machte er laut Polizei auch kurze Angaben. Was genau er sagte, war zunächst unklar. Unter den Verletzten soll auch ein kleiner Bub sein, sein Vater soll tot sein. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann sagte laut “Main Post”, überwiegend seien die Opfer Frauen gewesen, der Täter habe sie wohl wahllos ausgesucht.

In der Mainstadt herrschte am Abend Entsetzen. Menschen stellten in der Nähe des Tatorts brennende Kerzen in Gedenken an die Opfer auf. In den Blickpunkt gerieten auch die couragierten Bürger, die sich dem Angreifer in den Weg stellten. Dank kam unter anderem von vielen Politikern, die offensichtlich die kurzen Videoclips in sozialen Netzwerken gesehen hatten, in den Passanten den Somalier attackieren.

“Ein großer Dank und Respekt für das beherzte Eingreifen vieler Bürger, die sich dem mutmaßlichen Angreifer entschlossen entgegenstellten”, schrieb Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) auf Twitter. Dies habe möglicherweise dann auch dazu beigetragen, weitere Opfer zu verhindern, sagte Landesinnenminister Joachim Herrmann (CSU). CDU-Chef Armin Laschet schrieb auf Twitter, er fühle besonders mit den Familien der Toten mit und hoffe auf eine baldige Genesung der Verletzten. “Mein großer Respekt gilt den mutigen Bürgern, die schnell eingeschritten sind.”

Dank kam auch von Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger oder dem FDP-Fraktionschef im bayerischen Landtag, Martin Hagen, der twitterte: “Großen Respekt an die couragierten Bürger, die sich dem Täter in den Weg gestellt und verhindert haben, dass noch mehr Menschen zu Schaden kommen.”

FDP-Chef Christian Linder und die Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock von den Grünen gedachten zudem der Opfer und ihrer Angehörigen. SPD-Chef Norbert Walter-Borjans bezeichnete die Tat auf Twitter als sinnlos und abscheulich. Den Opfern und ihren Angehörigen gelte sein tiefes Mitgefühl. Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CDU) zeigte sich ebenfalls sehr betroffen über das “schreckliche Verbrechen”. Er finde es unglaublich, dass viele Menschen so engagiert gehandelt und ihr eigenes Leben gefährdet hätten.

Bei der Einordnung der Bluttat schloss CSU-Politiker Herrmann einen islamistischen Anschlag nicht aus: “Es gibt jedenfalls Indizien dafür, dass es sich um einen islamistischen Anschlag handeln könnte”, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Ein Zeuge gab ihm zufolge an, der Verdächtige habe bei der Tat “Allahu Akbar” (deutsch: Gott ist groß) gerufen.

Der Verdächtige war laut Polizei in den vergangenen Monaten bereits gewalttätig gewesen und psychisch aufgefallen. Erst vor einigen Tagen sei er wohl in eine psychiatrische Behandlung eingewiesen worden, sagte Herrmann. Nach Polizeiangaben lebte der Mann zuletzt in einer Obdachlosenunterkunft. Oberbürgermeister Schuchardt sagte, der Migrant sei seit fünf Jahren in Deutschland gewesen. Welchen Aufenthaltstitel der Verdächtige hatte, war am Abend noch unbekannt.

Am Freitagnachmittag filmten Passanten den Mann noch vor seiner Festnahme in Würzburg. In den im Internet verbreiteten Clips war zu sehen, wie mehrere Menschen versuchen, den Angreifer zu überwältigen. Ein Mann ging mit einem Besen auf den 24-Jährigen los, andere waren mit Stühlen in der Hand zu sehen.

Die Tat erinnert an einen islamistischen Anschlag vor knapp fünf Jahren in Würzburg. Am 18. Juli 2016 waren in einem Zug vier Menschen schwer verletzt worden. Ein 17-jähriger afghanischer Flüchtling hatte mit einer Axt und einem Messer in einem Regionalzug auf dem Weg nach Würzburg die Reisenden angegriffen. Anschließend flüchtete er zu Fuß, attackierte eine Spaziergängerin und wurde schließlich von Polizisten erschossen.

Von: APA/dpa

Kommentare

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18 Kommentare auf "Motivsuche nach Messerattacke von Würzburg"


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Lana77
Lana77
Universalgelehrter
1 Monat 3 Tage

Wir trauerm, wir sind bestürzt, unsre Solidarität, bla, bla, bla !! Jedes mol die gleiche armselige Leier. Obererkl hot jo gsogg: WIR SCHAFFEN DAS !! 😡🤦🏻

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
1 Monat 3 Tage

Also mich als Angehöriger der Ermordeten würde nicht interessieren, ob der Täter aus D, ST oder Somalia stammt. Sondern warum der psychologische Dienst nicht die Gefahr erkannte und den Kranken aus dem Verkehr zog.

bern
bern
Universalgelehrter
1 Monat 3 Tage

@Hustinette
Ala Angehöriger würde es mich schon sehr interessieren, warum dieser Mensch in Deutschland ist. Wäre er in Somalia geblieben, er hätte wahrscheinlich keine psychischen Probleme bekommen. Und vor allem hätte er diese drei Morde nicht verüben können.
Deutschland hat über 2 Millionen junge Männer hergeholt, nicht die besten aus den Ländern, sondern viele Verbrecher., Fast keine Frauen. Die Männer haben wenig Perspektive, dass da einige durchdrehen ist logisch. Hätte man sie in ihren Heimatländern gelassen, uns und ihnen wäre viel Leid erspart geblieben.

Spiegel
Spiegel
Universalgelehrter
1 Monat 3 Tage

Die Psychologen sein selber ein Pflegefall.

Sag mal
Sag mal
Kinig
1 Monat 3 Tage

@Hustinettenbaer es muss immer erst Was passieren.Sagst Du hast Angst vor Jemanden heisst s Der hatt noch niemanden Was getan🙇🏽‍♀️

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
1 Monat 3 Tage

@bern
Hätte (hätte Fahrradkette), Deutschland Herrn B. Neumair eingekastelt, wäre es nicht zum Mord an den Eltern gekommen ?
Jede/r Tote ist zu viel. Wenn die beiden deutschen Motorbootfahrer, der niederländische Fahrer… nicht nach ST gekommen wären, dann… führen zu sinnlosen Grübeleien.

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
1 Monat 3 Tage

@Sag mal
Aggressive Stalker, häusliche Gewalttäter (damit meine ich keine fliegenden Untertassen !), in der Öffentlichkeit bewaffnete Psychoten sind gefährlich.
Ich weiß nicht, wie man die erforderliche Mord-und-Totschlag-Prävention in Gesetzestext gießen kann. Aber da muss man ran.

Trina1
Trina1
Universalgelehrter
1 Monat 3 Tage
„Das Problem ist, dass die Lösung nicht vom Tod Osama bin Ladens abhängt. Denn es gibt mittlerweile zu viele Osama bin Ladens: geklont wie die Schafe unserer Forschungslabore. Tatsächlich bleiben die gebildetsten und intelligentesten nicht in muslimischen Ländern … sie bleiben in unseren Ländern, in unseren Städten, in unseren Universitäten, in unseren Unternehmen. Sie haben ausgezeichnete Verbindungen zu unseren Kirchen, unseren Banken, unserem Fernsehen, unseren Radios, unseren Zeitungen, unseren Verlagen, unseren akademischen Organisationen, unseren Gewerkschaften, unseren politischen Parteien. Schlimmer noch, sie leben im Herzen einer Gastgesellschaft, ohne ihre Differenzen in Frage zu stellen, ohne ihre bösen Absichten zu revidieren, ohne… Weiterlesen »
black diamond 64
black diamond 64
Grünschnabel
1 Monat 3 Tage

Was muss eigentlich noch alles passieren damit diese Versager aus Berlin Ihren Hintern endlich hoch kriegen. Seit 2015 holt man sich nur noch zusätzliche Probleme ins Land. Die angestrebt sind sich an die Gesetze zu halten und sich auch tatsächlich integrieren zu wollen können gerne bleiben, der Rest bitte ohne wenn und aber raus. Dazu muss man ganz sicherlich nicht nach Rechts tendieren, sondern ein normal denkender Bürger. Es reicht!

Doolin
Doolin
Universalgelehrter
1 Monat 3 Tage

…Versager sitzen leider nicht nur in Berlin…
🤧

Sag mal
Sag mal
Kinig
1 Monat 3 Tage

black diamo….aber wie?!!!!!!…. wenn Jeder Der WaS dagegen unternehmen will automatisch als rechts u.Rassist gilt

black diamond 64
black diamond 64
Grünschnabel
1 Monat 3 Tage

@Sag mal
… Ist leider gerade hier in D wirklich so. Als freier Bürger solltest du auch eine freie Meinung haben. Die die eine “normale” Meinung haben sind in der Mehrheit und müssen sich von einer Minderheit als Rassisten in die Rechte Ecke stellen lassen. Dadurch schützt man im Endeffekt die Täter. Man muss halt endlich die Tatsachen beim Namen nennen dürfen und nicht fortlaufend die Täter dafür noch in Schutz nehmen.

black diamond 64
black diamond 64
Grünschnabel
1 Monat 3 Tage

@Doolin
…. wollte jetzt nicht jedes Land in der EU aufführen😜

eisern
eisern
Tratscher
1 Monat 3 Tage

Wieder mal eine schreckliche Nachricht. Leider kann es jeden überall treffen. Mein herzliches Beileid den Opfern und Angehörigen. Ich bin auch mal fast abgestochen worden, konnte aber noch den Angriff abwehren und abhauen. Einfach schrecklich.

sarnarle
sarnarle
Superredner
1 Monat 3 Tage

Alles im grünen Bereich. Wieder ein Einzelfall

Sag mal
Sag mal
Kinig
1 Monat 3 Tage

sarnerle apropo grün🤬

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